Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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36 Walachei

D'e Bergbewohner, welche das Recht haben, Waffen zn tragen, wenden in derMoldau und in der Walachei Panduren genannt, ein moldauisches Wort, dasso viel als Grenzhüker, ststächker, bedeutet. Die Religion sämmtlicher Einw. iffdie griechische. Dievornehmen Familien sprechen reingriechisch. Überhaupt habensich unter de» gebildeten Ständen griechische Sitten und Sprache verbreitet. Auchlernt man Französisch und Deutsch. Die Verfassung war bisher völlig despotisch.Der Hospodar wurde von der Pforte ernannt, die ihn jährlich durch einen Firmanbestätigen und nach Gutdünken absetzen konnte; er ward sonst immer aus einer dergroße» griech. Familien, die in Konstantinopel wohnten, genommen, und zahltean die Pforte einen jährl. Tribut von 309,000 Löwcnthalern, außer den jährl.(beschenken, die er für Bestätigung seines Firmans geben niußte. Dafür stand esihm dann frei, das Land so methodisch auszuplündern als er wollte. Aus Habsuchtoder Argwohn wegen Hochverrath (Einverständniß mit Rußland oder Östreich),oft nur verleumdet, wurden die Hospodare gewöhnlich abgesetzt; ja sie starbensilten eines natürlichen Todes. Durch die Verträge von Kainardschi, Jassy undBukarescht kamen die Fürstenthümer unter russ. Schutz; allein die Paschas der,-Donaufestungen sehten ihre Plackereien fort, und türkische Aufkäufer rissen denAlleinhandel mit asten Früchten des Landes an sich. Der Vertrag, nach welchem -ein Hospodar 7 Jahre im Amte bleiben, und in dieser Zeit unverletzlich sein sollte,,wurde häufig gebrochen. Ebenso drückend waren für das Land die Feutallasten unddie willkürlichen Frohnen, welche die Bauern den Gi undeigentbümern leisten muß-ten. In dieser mißlichen Lage entzog sich der letzte Fürst, Karadza, im L)ct.1813 der von ihm befürchteten Absetzung durch die Flucht, und begab sich mit sei-ner Familie und s. Schätzen durch Ungarn nach Gens und Genua . Die Pforte er-nannte nn I. 1819 an seine Stelle den Fürsten Alexander Suzzo zum Hospodar.Allein dieier starb zu Bukarescht den 20. Jan. 1821. Der Augenblick seines Todeswar glenv, am das Zeichen zu einem Aufstande, der zuerst in der Walachei undMoldau auSbrach, bald aber in Kriechenland und den Inseln des ägäischen Meeresum sich griff. (S. Griechenland und Griechischer Aufstand.) EinBojar, Theodor Wladimirsko, früher russ. Dsficier, ein kühner Mann, aberein planloser Abenteurer, der durch Kornhandel einiges Vermögen und großen An-hang unter den Bauern gewonnen hatte, erlitt einen Verlust von 70,000 Piastern.Jetzt glaubte er, sei die beste Gelegenheit, dem Drucke der Bojaren und HoSpo-daren ein Ende zu machen. (Das Joch der Türken war nicht unmittelbar in derWalachei zu spüren, mithin von Abschüttelung desselben nicht die Rede.) Er stelltesich daher 1821 in der kleinen Walachei an die Spitze von 50 Getreuen, denenbald einige raufend Bauern zuströmte». Inzwischen ernannte die Pforte einenneuen Hospodar, Kallimachi; dieser und dessen vorausgeeilter Stellvertretersuchten mit Theodor durch Vergleich zu Ende zu kommen, weil sonst Kallimachiseine ungeheure Summe, die ein Hospodar in Konstantinopel zur Ei kaufung derStelle zu zahlen hatte, verlieren konnte. Wahrscheinlich würden Beide ihre Absichterreicht haben. Allein schon hatte sich AleranderPpsilantis (s. d.), der Nach-kömmling eines 1806 die Walachei beherrschenden Hospodars und russ. General-major, an die Spitze einer verbündeten Griechenschar in Jassy gestellt; dadurchentstand ein blutiger Kamps, in welchem die Hetairisten unterlagen, und die Türkendas Land wieder in ihre Gewalt brachten. Nunmehr ernannte der Sultan den16. Juli 1822 zum Hospodar, statt eines Griechen, einen Eingeborenen, GregorGhika, der aber, von einer türkischen Leibwache umgeben, weniger zu sagenhatte als je. Nach jahrelanger Mißhandlung durch türkische Truppen räumtendiese zwar das Land, und Fürst Ghika trat die Regierung an; allein seine Lagewar unsicher, bis Rußland 1828 der Pforte wegen Verletzung des TractatS vonAckerman den Krieg erklärte, beide Fürstenthümer besetzte und in Bukarescht eine