Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wollenstem

gern auf diese Würde. Eduard bot alle Kräfte auf, den Widerstand zu beugen.Mit 90,000 Mann schlug er bei Falkirk 1 -98 die Schotten gänzlich. W.'S großeRolle hatte ein Ende. Er behauptete seine Freiheit nur mit wenigen Anhängernhoch oben im Norden. Neue i 303 unternommene Versuche führten zu nichts.Eduard hielt jedoch s. Macht nicht eher für gesichert, als bis er denGefürchteten inseinen Händen hatte. Verrath überlieferte ihm denselben. Er wurde nach Lon-don gebracht, >, nd obwol er nie England Treue geschworen hatte, als Verräther1305 hingerichtet. Sein Andenken erhielt sich in den Liedern der schottischen Volks-sanger, den Sagen des Landmanns, und ist auch bei uns durch Ausfenberg'sTrauet spiel: „WallaS", erneut worden. W.'S Schwert wurde erst vor weni-gen Zähren von der Festung Dumbardon, wo es nebe» einer Schildwacheauf der Wallmoucr lag, nach London in den Tower gebracht.

Wallenstei » (Albrecht, Graf v., eigentlich Waldstein ), Herzog vonFriedland, Generalissimus des östreich. Heeres im dreißigjährigen Kriege — einMann, dessen Name ein gemischtes Gefühl von Staunen und Abscheu erregt;denn W. that zwar Großes und Ungewöhnliches, kannte aber keinen andern Zweckals die Befriedigung seines Ehrgeizes, wozu er sich aller, auch der verderblichstenMittel bediente. Dadurch ward er das Schrecket! seiner Zeitgenossen, ohne sichdie Achtung der Nachwelt zu erwerben. Er griff in dem engen Raume von10,5—3t mächtig ein in die Begebenheiten seiner Zeit, daher hat er viele Ge-schichtschreiber gefunden. Arndt („Ansichten der deutschen Geschickte", I.) entwirftvon ibm folgende Schilderung: „Was Muth und Unerschrockenheit Großes, wasHerrschaft und Befehl Ltrenges und Gebieterisches, und was Freundlichkeit undFreigebigkeit Liebliches und Herzgewinnendes huben, was in der Geschwindigkeitund Kühnheit begeistert, in der Festigkeit stählt und in der Zuveisicht ermutkigt:— das Alles und eine stattliche (>lesialt, einen heroische» Blick und einen königli-chen Anstand hatte die Natur in diesem Einen Manne vereinigt. Dazu ein Reich-thum von Kenntnissen und ein tiefer unergründlicher Sinn, ein dunkler und gehei-mer Aberglaube, der aus den Gestirnen und Himmelszeichen die Welt und ihreGeschichte deuten wollte. Weil W. in seinem großen Gemüthe und in seinen Ent-würfen verloren war, darum konnte er von kleinen Menschen überlistet und ermor-det werden. Welche seine Plane, wie weit gereift, wohin sie zielten, ob er nichtebensogut für das deutsche Vaterland und Kaiser Ferdinand als gegen sie einlenkenkonnte, ob seiner Seele in den Sternen seines Herzens Alles schon bis zum Ent-schlüsse klar und bell war, das deckte die Nacht zu, die ihn in seinem Blute schwim-men sah". — Albrecht v. Waldstein (unter welchem Nomen das Geschlecht zu Duxin Böhmen noch blüht), geb. 1583 zu Prag , stammte aus einer angesehenen böh-mischen Familie ab, die der Protestant. Religion zugethan war. An dem Unter-richte, der ihm im väterlichen Hause und auf der damals berühmten protest. Schulezu Goldberg in Schlesien ertheilt wurde, fand Albrecht keinen Geschmack; sein un-ruhiger, aufbrausender Geist widerstrebte der Zucht, und bei allen muthwilligenStreichen war er stets der Anführer s. Mitschüler, über die er eine gewisse Ober-herrschaft ausübte. Ebenso betrug er sich auf der Universität Altorf, die er 1594bezogen hatte; verübter Unfug brachte ihn in das akademtsche Gefängniß. Albrechtkam hierauf als Page in die Dienste des Markgrafen Karl v. Burgau , eines Prin-zen der östreichisch-tirolischen Seitenlinie, derzu Innsbruck residirte. Hier war es,wo er 2 Stock hoch, als er im Fensterbogen der Kirche eingeschlummert war, her-abstürzte, ohne sich zu beschädigen. Er wurde jetzt tiefsinniger, trat zur kath. Kircheüber, und erhielt von seinem Herrn Unterstützung, eine Reise durch Deutschland ,England, Frankreich und Italien ;u machen. Auf dieser Reise war das Studiumdes Heer- und Finanzwesens und die Beobachtung der verschiedenen i-LtaatSmännerund Feldherrn sein einziges Augenmerk. Dann studirte er eine Zeit lang aus der