Walküre
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Von bin- folgte er 1798 der Einladung des Buchhändlers Richter in Altenburg , wel-cher ihn, unter der Bedingung, für seinen Verlag einige Schriften auszuarbeiten,bei sich aufnahm. Hier leuchtete die fast erstorbene Geistesflamme noch einmalauf: es erschien unter seinem Namen 1199 „Amathonte", ein persisches Märchen,und gleich darauf das „Lamm unter den Wölfen", als Anhang zur „Amathonte".Zwar vermißte man etwas von der natürlichen Frischheit seines Colorits, er warhin und wieder geschwätzig und gefiel sich oft in einer gezierten Naivetät; doch blie-ben die genannten Werke immer eine erfreuliche Erscheinung. Weniger gefielen„Adelhaid und Aimar", eine Mischung von Ritter- und LiebeSgefchichten, inwelchen es nicht immer ganz rein zugeht. Dieser Roman, vorgeblich nach einemarabischen, in der That aber nach einem franz. Muster gebildet, erschien 1800.Der Ton der guten Laune ist in der darauf folgenden „Korane" noch etwas weiterherabgestimmt als in der „Amathonte"; im „Murad" verstummte er fast gänzlich.Diese beiden persischen Märchen kamen nach des unglücklichen Richter's Tode zuAltcnburg 1801 in einem andern Verlage heraus. Seitdem verfiel W. wieder ineine Art von Abspannung, sodaß er nicht einmal den 2. Thl. des „Murad" ge-schrieben hat, wiewol dieser unter s. Namen erschienen ist. Von 1805 — 9lebte er in Ehrenberg, einem reizenden Kammergute bei Altenburg , auf Kostender herzogl. Kammer. Man hoffte, daß sich in der Freiheit und «Lchönhcit derNatur s. abgespannte Kraft stärke» würde; allein mehre Umstände vereinigten sich,um ihn in jener Arbeitsscheu und geistigen Ohnmacht gefesselt zu halten. Kaumverließ er s. Zimmer, um sich einmal in freier Luft zu bewegen oder das Federviehim Hofe zu füttern. In diesen: Zustande kam er im Mai 1809 nach Gößnih,einem Städtchen bei Altenburg , wo er bei einemFreunde in ziemlich blühender (Ge-sundheit, doch ohne literarische Thätigkeit, 14 Wochen lang lebte. Von da ginger nach Altenhain bei Grimma zu einer Frau v. Burghardi als Hauslehrer, undda sich dieses Verhältniß löste, nach Zedwih bei Hos zum Kammerh. v. Plokho,dessen jüngste Kinder er unterrichtete. Er hätte hier eine angenehme Loge findenkönnen ; allein er verließ auch diese Stelle bald und privatisirte in Hirschberg, einemStädtchen bei Hof im Doigtlande, wo er am 13. Jan. 1821, gegen 10 Z. alt,gestorben ist. — Sein jüngerer Bruder, Friedrich Adolf Heyne, hertogl.koburg. saalfeld. Rath, geb. zu Leuben d. 3. Apr. 1160, hat sich durch Über-setz. und s. „Pflanzenkalender" (2. Aufl. 1806) bekanntgemacht. Er starb zuRochlih d. 1. Aug. 1826.
Wallace (William), ein Schotte des 13. Jahrh., der in den Sagen desVolks unvergeßlich ist. Damals lastete Eduards l. von England Joch auf Schott-land. W., von unbegrenztem Muthe, ungemeiner Größe und Kraft des Kör-pers, und ebenso feurig als treu dem Dakerlande ergeben, faßte den Entschluß,das letztere zu befreien. Er hatte einen Engländer im Zweikampfe getödtet. AusFurcht, zur Verantwortung gezogen zu werden, floh er in die Wälder und stelltesich an die spitze einer Menge Geächteter, mit denen er Einfälle in Englandmachte. Seine Kenntniß des Landes, sein Muth, seine Umsicht machten ihn,der nur ein kleiner Gutsbesitzer war, Zum Schrecken der Engländer. 1291 konnteer größere Dinge wagen, und es gesellten sich große Edle zu ihm. Doch 40,000in Annandale einrückende Engländer, unter der Anführung von Eduard Warenne,schienen jede Unternehmung zu vereiteln. W. ging auf die Hochlande zurück, biser den Feind an den Forlh gezogen hatte. Hier ging er über denselben mit solcherverstellter Hast, dasein großer Theil des englischen Heeres nachfolgte, aber sogleichangegriffen und geschlagen wurde. Die Reste unter Warenne zogen unverzüglichheim. W.'S Rubm war nun gegründet. Er drang selbst nach England vor.Alles hatte ihn zum Regenten von Schottland ausgerufen, dessen König gefangenin England war. Allein um die Eifersucht der Großen zu vermeiden, verzichtete er