Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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48 Wallcnskein

berstadt zubrachte, und selbst einen Thei' von Obersachsen befehle. Überall muß--kcn seine Truppen, deren Anzahl sich fortwährend vermehrte, von den Einwoh-nern unterhalten werden. Ihm stellte sich der berühmte Gras Peter Ernst vonMansfeld mit einem weit schwäche, n Heere entgegen und belagerte den Brückenkopfan der Elbe bei Dessau , ward aber von W. (18. April 16-6) gänzlich gescklagen.Doch sammelte er neue Truppen, mit denen er sich, um zu Bethlen Gabor zu sto-ßen (Juli 1626), durch Schlesien gegen Ungarn wandte. W. folgte ihm rasch ;Gabor schloß Waffenstillstand, und Mansfeld zog sich nach Dalmaiien zurück, woer starb. Hierauf entsetzte W. das von den Türken belagerte Novizi at und eroberteWaizen. Nachdem Gabor mit dem Kaiser Frieden gemacht hatte, zog W. 1621aus Ungarn durch Schlesien, die Lausitz und die Mark Brandenburg (Aug. 1621)nach Nicdersachsen zurück, wo er den König von Dänemark , der ihm und demligistischen Heere unter Tillp nicht widerstehen konnte, zum schnellen Rückzug nöthigte.In kurzer Zeit eroberte er Mecklenburg und Holstein, bis aus Glückstadt , sowieden größten Theil von Schleswig und Iütland, weil man auf einen so unerwarte-ten Angriff nicht vorbereitet war. Alle diese Länder wurden sehr hart behandeltund mit ungeheuern Brandschaßungen belegt. Da W. aus Mangel an schiffenin die dänischen Inseln nicht eindringe» konnte, so nahm er seine Winterquartierelängs der Küste, besetzte Pommern und dehnte seine Truppenlinie bis Berlin aus.Nur das feste Strolsund widerstand ihm. Der Kaiser bedrohte (durch den Erlaßvom 9. Juni 1629) die beiden Herzoge von Mecklenburg, weil sie die dänischePartei ergriffen hatten, mit der Acht, und belehnte (16. Juni 1629) mit ihrenLändern, sowie auch mit deni Heimgefallenen Fürstenthume Sagan in Schlesien ,W„ den er schon 1628 zum General des oceanischen und baltischen Meeres er.nannt hatte. Er sollte, wie man glaubt, den Kaiser zum Herrn der Ostseeküstemachen und den Handel der mit Spanien entzweiten Holländer in diesem Meere zuGrunde richten. Allein die Hansestädte schlugen W.'s Ansinnen, ihm Schiffe zuliefern, ab. Auch mißlang ihm der Angriff auf das von Dänemark und Schwe-den unterstützte Stralsund , das er vom Mai bis Juli 1628 belagerte; er verlordabei in verschiedenen Stürmen mehr als 12,000 M. Ebenso mußten seine Trup-pen vor Glückstart und vor Magdeburg abziehen. Nochmals unternahm er (imSept.) den Angriff auf Stralsund . „Die Stadt müsse sein werden, und wäre siemit Ketten an den Himmel befestigt!" Aber umsonst. Er mußte zum zweitenMale die Belagerung aufheben. Darauf eroberte er Rostock und schlug die Dä-nen bei Wolgast . Seine wettern Fortschritte hemmte der von ihm selbst, weil erden ruhigen Besitz von Mecklenburg dadurch zu erlangen glaubte, beförderte Friedezwischen dem Kaiser und Dänemark zu Lübeck (1629). Da aber W. von demlübecker Eongresse die schwedischen Gesandten schimpflich weggewiesen und zugleichseinen Vertrauten, Arnheim, mit 12,000 M. dem König Sigismund von Polen zu Hülfe gegen Gustav Adolf geschickt hatte, so gab er dadurch Ursache zu demschwedisch-deutschen Kriege. — Doch die weitaussehenden Entwürfe des Kai-sers, sowie das übermüthige Betragen W.'s und die ungeheuern Erpressungen,die er und seine Truppen selbst in neutralen Ländern verübten (er hatte binnen1 Jahren 600 Millionen Thlr. an Brandschatzungen im nördlichen Deutschland erhoben), bewogen die deutschen Fürsten, auf dem Reichstage zu Regensburg (1630), dem Kaiser das Versprechen abzuzwingen, sein Heer bis auf 30,000M. herabzusetzen und W. den Oberbefehl desselben zu nehmen. Weil nun Fer-dinand II. seinen Sohn zum römischen Könige gewählt zu sehen wünschte, so ent-schloß er sich, einen Feldherrn, der Östreich gerettet und auf den Gipfel derMacht gebracht hatte, aufeine kränkendeArt zurückzusetzen. Vorzüglich trugen dervon W.'S Stolz beleidigte Kurfürst von Baicrn und Richelieu s Vertrauter, der