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Wollenstem
Pater Joseph '), dazu bei. W., der mit dem Heerbefehl zugleich das Herzog,thum Mecklenburg aufgeben mußte, schien diese Zurücksetzung gleichgültig zu cnra-gen, und lebte von der Zeit an in Prag als Privatmann, aber mit einem königl.Aufwande. Eigne Barden umgaben, 60 Pagen und 20 Kammerherren bedientenihn. Er reiste aus s. Güter mit einem Gefolge von 200 Wagen. Und BaktistaSem, s. Astrolog, verkündigte ihm aus den Gestirnen eine neue glänzendere Lauf-bahn. Diese zeigte sich ihm nach Tilly'g (s. d.) Tode. Gustav Adolfs KiiegS-glück in Deutschland nöthigte nämlich den Kaiser zu dem demüthigenden Schritte,dem abgesetzten W. den Oberbefehl des Heeres Mieder anzutragen. Nach einigen»Zaudern nahm dieser den Antrag an, aber unter Bedingungen, die das Ansehen desKaisers sehr herabsetzten. W. erhielt eine unumschränkte, von» Kaiser fast unab-hängige Gemalt, nicht nur über das Heer, sondern auch in den Reichsländern nachWillkür zu handeln, Güter einzuziehen, zu strafen und zu belohnen. Für Mecklen-burg haue er sich Entschädigung und überdies als Belohnung ein kütscrl. Erblondousbedungen. In unglaublich kurzer Zeit versammelte er ein Heer von 40,000 M.bei Znaim. Er vertrieb zuerst aus Böhmen die Sachsen, die Prag und o. Städteeingenommen hatten, darauf vereinigte er sich mit den Truppen des Kurfürsten v.Baiern und zog nach Franken gegen Nürnberg . Aber schon mor Gustav zumSchutze der Protestanten herbeigeeilt, und W., obgleich den» König zur Hälfte über-legen, vermied es doch, zuschlagen. Beide Theile verschanzten sich; Gustav Maitetedie ihm zueilenden Verstärkungen ob; W. unternahm keinen Angriff, und es sielennur unbedeutende Gefechte vor. Da er nicht zu einer Schlachtzu bemegen mar, soversuchte Gustav Adolf das östreich. Lager (24. Aug. 1632) zu erstürmen, aberder Sturm munde miederholt abgeschlagen. Das sckmed. Heer mindere sich nunnach Nordschmaben und machte da neue Eroberungen, W. aber siel plötzlich in dasunbesetzte Sachsen ein, um den Kurfürsten von dem Bündnisse mit Schweden ab-zuziehen. Gustav Adolf folgte ihm dahin nach, und es kam (6. Nov.) zu derSchlacht bei Lützen (si d.). W., selbst verwundet, mußte mit großem Verlust(auch Pappenheim »rar gefallen, und W. verlor s. ganzes Geschütz) das Schlacht-feld verlassen, das die Schweden , obgleich ihr großer König geblieben mar, unterdem Herzog Bernhard v. Weimar behaupteten. W. zog sich nach Böhme» zu-rück und ließ zu Prag ein strenges Kriegsgericht über Ossicicre und Soldat,» hal-ten, die beschuldigt waren, daß sie in der Schlacht ihre Pflicht nicht erfüllt hätten;Viele derselben wurden hingerichtet. — Zm Mai 1633 rückte W. »nieder ins Feldund ging nach Schlesien , wo sich ein schwed. Heer, mir sächsischen und brandenbur-gischen Truppen vereinigt, befand. W. unternahm anfangs, ungeachtet s. Überle-genheit, nichts Ernstliches. Diese Unlhätigkeit erregte den Verdacht,wider ihn, daßer in geheimen Unterbondlungen mit den Feinten, zum Nachtheile Ostreichs, stehe.Man legte ihn» selbst die Absicht bei, sich durch den Beistand der Protestanten zumKönig von Böhmen zu machen. Daß zwischen beiden Theilen Unterhandlungen ge-pflogen wurden, mar kein Geheimniß. Daß diese aber bloß die Grundlage eines zuschließende» Friedens und nicht W.'S eignen Vortheil zugleich mit betrafen, gehtwenigstens au? den bisher bekannt gewordenen Ui künden (z.B. aus dem v.Ariiini'-schen Archive- hervor. ") — Nachdem ein ^wöchentlicher Waffenstillstand fi ucht-
Dieser Caxucincr, den Richelieu der franz. Gcsandlschatt bei Kaiser und Reich alseitlen ganz unverdächtigen Begleiter zugegeben baue, uar das Hauptweikicun der dama-ligen fron:. Umtriebe in. Deutschland , »reiche besonders gegen die weitere Zlusbreimngder Macht des Hauses Östreich gerichtet waren. Sein Vater war Jean !e Eiere tuTrembla», Uresülenr oux requätas <lu bei dem Barlairentc zu Baris, undKanzler des Herzogs von Sllengon. Bei der größten Anspruchslosigkeit in seinem Äußernwar Joseph einer der gewandtesten Diplomaliker.
**) 14. Karrig in Berlin besitzt veo ungedruchte Briefe von Mallcnstein n. A. (a. d. I.1627 — 34). Diese bat Friede. Förster (in 3 Tb-, Berlin tk-LO) berausgcg. u. k. T.
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