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Zwölfter Band. W bis Z.
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los zu Ende gegangen war, beschränkten sich die Unternehmungen W.'S in der übri-gen Zeit dieses Feldzugs bloß darauf, daß er (18. Oct. 1633) ein schweb. Corpsüberfiel und gefangen nahn«, verschiedene schlesische Städte besetzte und einen Ein-fall in die Lausitz und die Mark Brandenburg, selbst bis Berlin , machte. Alleinden gefangenen Grafen Match. Thurn, den Anstifter des ersten Aufstandes derBöhmen , entließ er frei und reich beschenkt mit geheimen Aufträgen zum schweb.Kanzler, worüber man in Wien sehr aufgebracht war. Der Herzog aber kümmertesich nicht um die Gunst eines Hofes, den er als undankbar erkannt hatte und den erverachtete. Indeß bewrklen s. Unternchmmigen nichts Entscheidendes. Noch we-niger Erfolg hatte der Zug, den W. auf Verlangen des Kaisers durch Böhmen indie Oberpfalz machte, um des Herzogs Bernhard v. Weimar weitere Fortschritte inBaiern aufzuhalten. Ohne sich m ein Gefecht einzulassen, zog W- bei der An-näherung des Herzogs sich nach Böhmen zurück und nahm da s. Winterquartiere.Diese Maßregel, die ganz wider den Willen des Kaisers war, der s. ErbländerMöglichst schonen wollte, vermehrte den Verdacht gegen W.'S Treue; seine Feindeam Hofe, besonders die spanische Partei, schilderten ihn als einen Verräther. Manlegte dem Kaiser den Plan einer von W. gemachte» Verschwörung vor, deren Zwecksei» sollte, sich durch Hülfe der ihm ergebenen Truppen zum unabhängigen Herrnvon Böhmen zu machen und sich in diesem Besitze durch den Beistand der Schwe-den und einiger protest. deutschen Fürsten zu behaupten. W. hatte nämlich d. 23.Juni Uiid d. I.Oct. 1635 einen doppelten Waffenstillstand in der Absicht geschlos-sen, die Kurfürsteii v. Sachsen und v. Brandenburg von der schwedischen Parteiabzuziehen und zu einem Separatfrieden zu bewegen. Als nun W. zu Pilsen am11. Jan. 1631 einem versammelten Kriegsrathe alle s. Beschwerden gegen den Kai-ser vorlegte, so stellten die Generale daselbst am 12. Januar einen Revers aus,um W., der den Heerbefehl niederlegen wollte, daran zu verhindern. Dieser Re-vers enthielt nichts, was einem Hochverrathe ähnlich sah. Piceolomini und Gal-las aber glaubten Verrath zu bemerken, und Jener zeigte Alles in Wien an. Nunerließ Ferdinand II. 2 Patente, das erste vom 21. Jan. an Gallas, das zweitevom 18. F,br. 1631 an Maradas in Prag , der dasselbe an Piecolomini schickte.In diesem entsetzte er W. des Oberbefehls der Armee und ächtete ihn, nebst zweiens. Generale, Illo und Trczka (spr. Terisckka), als Verräther und Rebellen. Eswurden zugleich die Generale, auf deren Treue man sich verlassen konnte, befeh-ligt, sich W.'S todt oder lebendig zu bemächtigen. Während Ferdinand seinen Feld-herrn ächtete, blieb er selbst mit ihm in freundschaftlichem Briefwechsel. Als Gal-las jetzt seinen Obersten befahl, von W. keine Befekle anzunehmen, erkannte W. s.Lage. Er berief daher eine zweite Versamml. in Pilsen , und die Obersten sehtenam 20, Febr. eine Erklärung auf, daß e-S bei dem Revers vom 12. Jan. nur dar-auf abgesehen gewesen wäre, den Herzog dem kaiserl. Dienste zu erhalten. Alsaber das zweite Patent in Pilsen ankam, begab sich W. mit einigen ihm treu ge-bliebenen Compagnien von Pilsen nach Eger und suchte durch Vermittelung desHerzogs Franz Albr. v. S.-Laueuburg mit Herzog Bernhard zu unterhandeln, deraber so wenig als Openstierna ihm traute. W.'S Ermordung machte allen s. wirk-lichen oder vermutheten Planen ein plötzliches Ende. Einige Ofsiciere der Garni-son zu Eger , der Oberst Leßlie, ein karh, Irländer, dcm W. Alles vertraut hatte,der Feiiiinzscommandant Buktler und der Oberstlieutenant Gordon , Beide protest.Schottländer, verschworen sich, da jeder Verzug Gefahr zu bringen schien, zu W.'SUntergang, Am 25. Febr. 1631 wurden bei einem in dieser Absicht von den Ver-

„Albr. v, Wille, ist, migedruckle, eiaenbänd. Schreiben a, d. I. 1621 — 34, anvonAr-»imb u, A., nebst dem Briekwechsel mir Kaiser Ferdinand II. u. A,, mit einer Ckarak-teristit Gebens und der Feldzüge W-'s" (aus den v. Ariiiin'schen Familienpapierenm,. -als dem geb, Archive des k. k. Hoskriegsralks).. Auch II. Zober bat „Unaetr. BrieseAlbe. v, W '§ und Eilst. Adelst, nebst Beirr. Gcsch. des dreißigiährigcn Kriegs" her-ausgegeben (Sirais. 1830)