52 Wallersiein'sche Klmstscunmlungcn Werllfischfang
Waller st ein'scheKunstsa in mlungen. Als der Fürst Lud-1wig Kraft Ernst v.Öttingen-Wallerstein 1812 das Erbe s.Vätcr aus der vormund-'-schaftlichen Verwaltung erhielt, überkam er auch auf dem schlösse Wallerstein (im'Retzatkreise BaiernS, an der Grenze des alten Schwaben?) außer einer Bibliothekvon 100,000 Bdn., mehre altdeutsche Bilder, die den Gedanken einer Sammlungaltdeutscher Kunstwerke anregten. Bald fand sich Gelegenheit von 1812—14, die-'sen wenig zahlreichen Anfang durch Ankäufe zu vermehren, und als 1815 dieSammlung des Gr. Jos. Rechberg hinzukam, ordnete man Alles in eine Aufstel-«lung, die für die Geschichte des Mittelallers eine monumentale Belegsamnilungibildet. Ein ganzer Flügel des Schlosses ward dazu eingerichtet; und weil nur:„Mittelalterliches und Vormittelalterliches (?) hier zusammengebracht werden«sollte", so wurde auch in der äußern Verzierung diese Zeit berücksichtigt, und das-Ganze in der Weise aufgestellt, als wenn ein der Kunst vertrauter Mann am Ende>des 16. Jahrh, die Hervorbringungen der Zeit, die eben ablief, gewissenhaft undin gefälliger Ordnung einem kunstliebende» Enkelgeschlechte hätte erhalten wollen.Alles wag in den Kreis der Belege für eine höhere Geistesthätigkeit jener Periodegehört, fand daher hier eine Stelle; doch ist von den mancherlei Schätzen noch keinebefriedigende Nachricht in dasPublicum gekommen; nur über die Gemäldesamm-'lung hat das „Kunstblatt", 1821, Nr. 80, 81, 89 und 90, einige Auskunft'gegeben. Man hatte die Absicht, eine möglichst vollständige (?) Miniaturen-,Handzeichnung-, Kupferstich- und Holzschnittsammlung aufzustellen; die Arbei-ten in Elfenbein sollten zahlreich und nicht unwichtig, die Reihe der Glasgemäldeglänzend sein, auch mittelalterliche Münzen und Waffen nicht fehlen, die durchErinnerungen an Ahnherren des ritterlichen Geschlechts der Öttingcr ein localeSInteresse haben. Bei der Ausstellung der Gemälde hatte man einen kunstgeschicht--lichen Zweck im Auge. Der Stifter der Sammlung theilte nämlich die Werke der!oberdeutschen Malerei in Bilder der charakterlosen - und Entwickelungsmalerei'(ijberganzsbilder) und dann in 4 Kunstcyklen ab, die er nach den Namen der her-vorragendsten Männer jedes Kunstcyklus, den Cyklus der Schoen, Zeirblom undSchaffner, den Cvklus des Wohlgemuth und Dürer , den Cyklus des Kranach undden Cyklus des Holbein nannte. Für diese Annahmen finden sich in der Waller-stein'schen Sammlung die beachtenswerthesten Beweisstücke. Datirte Bilder vonden namhaftesten Meistern Mark. Schoen, Hans Burgmeier, Siegm. Holbein,Barth. Zeirblom, Albr. Dürer und vielen A. noch viel zu wenig gekannten Mei-stern werde» Wallerstein zu einem Orakelplatze für Alle machen, welche sich in die-sem schwierigen Theile der Kunstgeschichte versuchen wollen. Mancher Künstlerwird dort erst s. Recht gewinnen können. Die Benennung und Dertheilung dernamenlosen Bilder zu den einzelnen hier angenommenen Abgrenzungen geschahdurch den verstarb. Director der k. Galerie zu München , Hrn. v. Dillis, und eineAutorität dieser Art kann wol Vertraue» zu der Glaubwürdigkeit der Angaben ein-stoßen. Mit diesen alten Kunstsälen wurde eine Capelle in Verbindung gebracht.Seit 1821 ist diese Sammlung zu einem Haussideicommiß erklärt, und eigne Ver-träge sicher» dem Schatze s. Erhaltung und sorgfältige Pflege. 1823 ist sie durchfreiwillige Abtretung an des Fürsten Ludwig Kraft Ernst jünger» Bruder Friedrichübergegangen, der alles so sinnig Angefangene weiterzuführen übernommen hat. 19.
Wallfahrten, s. Procession.
W a l l f i sch fa n g. DerWalltisch, einSäugethier,ist dasgrößteunteralle» jetzt auf der Erde lebenden Thieren. Ehemals, wo ihn, noch nichts) sehr nach-gestellt, und er also älter wurde, fand man ihn 200 Fuß lang; jetzt aber selten län-ger als 70 — 80, und den grönländischen nicht länger als 60 F. Die Höhle s.Rachens ist so groß und weit, daß sie ein Boot mit 8 Mann fassen kann. SeineStärke ist unglaublich; er vermag mit einem Schlage s. Schwanzes den Narwaltodtzuschlagen. Das Gewicht eines Walisisches von 60 Fuß beträgt wenigstens