100 Tonnen oker 221,000 Pfund. Das Weibcken gebiert ein lebendiges Zunge?,säugt es groß und vertheidigt es mit der größten Wuth. Das Gehirn, welches den»Menschen wenigstens ein Vierzigtheil s. GesammtgewichtS ausmacht, beträgt beimWallfisch nur ein Dreikausendtheilchen desselben. Darum vielleicht zeigt sich diesesGeschlecht so stumpfsinnig. Über die Lebensweise der Wallfische weiß man wenig,da man sie nicht in der.Nähe beobachten kann. Bussen meint, sie könnten wol 1000Jahre alt werten. Man sängt den Wallfisch blos; des Thrans und des Fischbeinswegen, und es gehen alljährlich mehre 100 Schiffe auf den Wallfischsang aus.Man gebraucht dazu große und starke Schiffe, weil kleinere der Gewalt des Eisesnicht würden widerstehen können. Sobald man den Walisisch erblickt, schickt manihm einige Schaluppen entgegen, die möglichst nahe und behutsam an ihn rudern;sind sie ihm aus 30 Schuhe nahe, so wii st der Harpunier s. Harpune — eine 5 bis0 Fuß lange, spitzige, mit scharfen Widerhaken versehene Lanze — dem Thiere inden Leib. Ist er getroffen, so senkt er sich auf den Grund, erhebt sich aber baldwieder auf die Oberfläche, »m Luft zu schöpfen. Mittelst des an der Harpune be-festigten SeileS ziehen die Schiffer den Wallfisch, wenn er vom Blutverlust untervielen Zuckungen gestorben ist, an das Schiff, und steigen auf den wie eine Inselhoch daliegenden Körper des Thieres, um den Speck und die Baarten herauszu-hauen, welche letztere man des Fischbeins wegen aus dem Oberkiefer löst. Die Ar-beiter haben, um auf der Haut des Walisisches desto sicherer zu stehen, einschnei-dende Eisen unter den Schuhen. Das Fleisch mit dem ganzen Gerippe läßt manliegen; es wird eine Beute unzähliger Sceihiere lind Vögcl. Ein großer Walisischgibt an Speck und Baarten einem drcimastigen Schiffe volle Ladung und wird ge-gen 5000 Thlr. an Werth geschätzt. Jetzt ist der Wallfischfang wenig einträglichmehr, da die Zahl der Thiere und der Gebrauch des FischbeinZ sehr vei Mindert ist.DieKamtschadalcn u. «.nördliche Völker gebrauchen vom Walisisch nicht nur Speckund Baorten, sondern auch das Fleisch, dieHaut, die Gedärme, die Knochen u. s. w.Vgl. Trampler'S „Beschreibung des grönländischen Wallfischfanges" (Leipzig 1171),und Will. Scoresby's d. I. „äicovunt vl ibe uroliu iorsse»is e-,visi a lilstvi^aiick(leset iptie», <>i iliu norilioin Ik,lu,lo 05 l>ti e" (Edinburg 1820, 2 Bde.).
Wallis i W a le S), ein Fürstenthum deö eigentlichen Englands, grenztgegen W. und N. an das irländische Meer und hat aus 340 j^M. über 160,000Einw. Eö wird in Süd- und NortwaleS geiheilt; jedes enthält 6 Landschaften(ckiieoH. Das Land ist meistens bergig, daher nicht sehr fruchtbar, und mehr zurViehzucht als zum Ackerbau geeignet; doch gewinnen die Einw. ihren Getreidebe-darf. Sie sind im Ganzen genommen arm; eine Hauptbeschäftigung ist Fischerei;in einigen Städten wird ein nicht unbedeutender Handel getrieben. Mineralien, be-sonders Kupfer, Steinkohlen und Torf, sind die vonüglichsten Ausfuhrartikel. DieHauptst. ist Pl-mbroke. Au Nordwales gehört die durch einen schmalen Meerarmvon dem Lande getrennte Insel Anglesev. Die Walliser sind Abkömmlinge der al-ten Briten, die, von den Angelsachsen (150) aus ihren Wohnsitzen vertrieben, indiesesGebirgsland, das vorher Eambria hieß, sich flüchteten. Sie reden nochjetzt ihre alte kimbrische Sprache, obgleich fihr verändert. Adelung hält sie für ei-nen Dialekt des Teutonischen, die Hälfte ihrer Wurzclwörter sei germanisch, einViertel lateinisch, und nur ein Viertel celtisch. Die mittlere und niedere Volks-classe in Wales unterscheidet sich daher auch in ihren Sitten und überhaupt im Äu-ßer» von den Nationalengländern, die von ihnen keineswegs geliebt werden. Beider großen Unwissenheit der Landleute sind Freischulen errichtet worden, in denenSchulmeister, die von einem Orte zum andern wandern, die ersten Anfangsgründelehren. Auch wird seit Kurzem jährlich ein Preiskampf der walliser Barden undHarfenspieler gefeiert. Wales behauptete lange Zeit seine Freiheit gegen die Eng-länder, obgleich es ihnen einen jährlichen Tribut zahlen mußte. Als aber der letzte