Wallonen
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der Theologie entsagt zu haben, als er 1687 wieder 8 Abhandlungen über die ,Psalmen, den Hiob und Melchisedek . und 1690 ein Werk über die Dreieinigkeitherausgab: Schriften, die, wäre nicht das Zeitalter dafür günstig gewesen, seinemRufe, den immer neue mathematische Werke verjüngten, schwerlich förderlich ge-wesen sein würden. Don 1692 an lieh die Universität Oxford eine Ausgabe seinerfammtl. Werke drucken. W. starb 88 Jahre alt 1703 mit dem Rufe, in der langen ?stürmischen Zeit gemäßigt, bescheiden als Geistlicher und in so mancher andern Artimmer das Beste beabsichtigt und bewirkt zu haben. Die „4iit>>,»t-iw.-l intiuito-i n,n" gilt unter s. vielen Arbeiten für die beste, obschon sie durch die von Newtonherauögeg. „Analysis des Unendlichen", die W. selbst 1696 gegen Leibnitz unpar- jteiisch in Schutz nahm, ebenfalls in Scbatten gestellt worden ist. ,
Wallonen nennt man die Bewohner des zwischen der Scheide und der iLyS gelegenen Landstrichs, wozu ein Theil des ehemaligen franz. Flanderns unddie jetzigen franz. Depart. des Norden und des Canals (par <>«- silal.nl>>) gehören.Im wettern Sinne versteht man darunter diejenigen Bewohner des ehemaligenHennegau, Namur, Luxemburg, Limburg , und zum Theil des ehemaligen Hoch-stiftez Lüttich , welche die sogen, wallonische oder altsranzösische spräche reden, dievon Einigen für den Überrest der alten gallischen Sprache gehalten wird. In den jältern geographischen Werken wird ein wälsches oder wallonisches Flandern und ein lwallonisches Brabant aufgeführt. Die Benennung kommt entweder von Wall, soviel alsWaffer oderMeer — weil diese Volker in Rücksicht Deutschlands nach dem >Meere zu wohnen — oder von dein alten deutschen Worte Wähle, welches einen'Ausländer, im engern Sinne aber einen Italiener — daher Wälschlant statt Ita-lien — bedeutete. — Die wallonische Garde, welche sonst einen Theil derkönigl. spanischen HauStruppen ausmachte, erhielt ihren Namen davon, daß dieseTruppen aus dem wallonischen Theile Flanderns , so langees unter span.Herrschaftwar, gezogen wurden.
Wallraf (Ferdinand Franz), ein durch Gelehrsamkeit, Kunstsinn undBürgertugeud ausgezeichneter Mann, geb. zu Köln am Rhein d. 20. Juli 1748,war der letzte Rector der ehemaligen kölner Universität. Von s. Vater, einem be-mittelten Meister der -Lchneiderzunft, frühzeitig in die Stadtschule geschickt, zeigteer eine entschiedene Neigung zum Lernen. Von alle» Seiten her suchte er alte Bü-cher zusammen und stellte sie in seinem Dachstübchen auf. Durch den Anblick derKunstsammlungen seiner Vaterstadt ward in ihm der Schönheitssinn geweckt. Im20. Jahre hatte er seine akademischen Studien beendigt; Philosophie, römischeSprachkunde und Geschichte waren s. Hanplstudien gewesen. Auch als Pros. ammontaner Gymnasium setzte er das Studium der Alten und des Kunstschönen fort;zugleich studirke er Theologie und wurde 1772 Priester. Seine Lage als Lehrer warfür ihn niederdrückend; dennoch überwand sein aufstrebender Geist jedes Hinderniß,und in s. 27. I. gab er Proben eines originelle» Dichtertalenks. Bei s. Studiumder Tonkunst beschäftigte ihn vorzüglich das Geschichtliche. Auch stiftete er zu Köln einen Singverein. Der Fürst Primas v. Dalberg kam dadurch mit W. in Brief-wechsel. 1783 begleitete W. den damaligen Domgrafen zu Köln, Reichsgrafen v. Öktingen-Baldei n, auf einer Reise nach Schwaben. Da wurde zuerst die ihmeigenthümliche Kraft ganz geweckt, und er faßte bei sich den Entschluß, seine Vater-stadt von der Beschuldigung des Obscurantismus und derUnwsisenheit zu befreien.1784 ward ihm der Auftrag, die lat. Inschriften zur Leichenfeier im Dome zu Köln anzufertigen; und seine dadurch bewährte Meisterschaft im römischen Lapidarstylwar so anerkannt, daß von mehren gelehrten Anstalten Deutschlands , EnglandsundItaliens, auch aus Frankreich durch Talleyrand und FontaneS dieserhalb Gesuchebei W. eingingen. Um diese Zeit wurde er Mitglied der Philosoph. Facultät derUniversität; seitdem trug er die Theorie des Geschmacks,in den schönen Künsten