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Wallruf
und Wissenschaften vor. 1186 erzielter eine ordentl. Professur der Naturgeschichte,Botanik und Ast henk, nebst der Aufsicht über den botanischen Garten, für welchener aus eignen Mitteln 2500 Pflanzen anschaffte. Seine Sammlung von Alter-thümern und Naturalien nahm jetzt mit jedem Tage zu, und ebenso seine Fähigkeitzur Kenntniß und Beurtheilung von Kunstwerken. 1186 erhielt er von der kölni-schen Universität den Doctorgrad der Medicin und Philosophie. 1194 wählte ihndie Universität zum Reckor; allein nach 4 Jahren legte er dieses Amt nieder, weiler den von den Priestern gefederten Eid: „Haß dem Königthume!" nicht schwörenwollte. Nach Aufhebung der Universität erhielt er 1199 eine Professur der Ge-schichte und der bell«!, leiiieü an der neuerrichteten Centralschule. Jetzt machte ersich dem Auslande auch als Numismatiker bekannt; s. „Beschreibung der Münz-sammlung des Domherrn v.Merle" ist classisch. Die Resultate seiner historischenForschungen findet nian in s. „Sammlung von Beiträge» zur Geschichte der StadtKöln und ihre! Umgebungen". Bon 1199—1801 gab er das an kunstgeschichtli-chen Aufsätzen reichhaltige „Taschenbuch der Ubier" heraus. Beweise seiner Kunst-kritik sind darin seine Abhandlungen über O.uellinus und Rubens, und über Ru-bens und van Dyk. Bei W.'s Eifer für das Studium der altdeutschen Kunst ge-lang es ihm i» jener revolutwnnairen Zeit, mit Gefahr von Leben und Ehre, dieFenster der Domkirche, diese unschätzbaren Meisterstücke der Enkaustik, deren Weg-nahme schon beschlossen war, zu retten. Iin I. 1802 »ahm er Antheil an derkirchlichen Organisation seiner Vaterstadt. 1801 wurde ihm ein dem Domcapitelgebörigcs Hans, die Propstes zum lebenslänglicheil Eigenthum überlassen; hierherflüchtete er seine immer mehr anwachsenden Sammlungen, welche mehrmals zuverbrennen in Gefahr waren. 1812 unternahm W. eme kunstwissenschaftlicheReise nach Paris . Bald darauf trat er in nähere Verbindung mit Göthe, Werner,Fiorillo u. A. 1815 folgte er der Einladung, mit den Landesdeputirten in Aachen dem preuß. Königshause den Eid der Treue zu leisten. Bei dieser und bei andernGelegenheiten erhielt der würdige Mann von den höchsten Personen ausgezeichneteBeweise der Achtung. Als er 1818 von einer schweren Krankheit genas, setzte erseine Vaterstadt Köln zur Erbin seiner an seltenen Gegenständen der Kunst undWissenschaft überaus reichen Sammlung ein. Die von dem Stadtrath ihm dafürbewilligte Pension wendete er an, um eine Sammlung römischer Antiken, die ebennach England verkauft werden sollte, zu erwerben. Der König ertheilte ihm denrothen Adlerorden 3. Classe, und 1819 eine Pension. Jetzt führte W., der seinnahes Ende fühlte, noch eine längst gehegte Absicht aus. Er ließ an dem Hause,wo Rubens geboren ward und Maria von Medici starb, einen großen Denksteinmit von ihm verfaßten Inschriften einmauern. Thätig nahm er sich auch der Bau-gewerk- und Professionistenschule an, ging aus einer Werkstätke in die andre undermunterte die Arbeiter zum Fleiß. Die 50jährige Prieste, jubelfeier des edeln Grei-ses, am 20. Juli 1823, war ei» allgemeines Fest des Volks und seiner Vaterstadt.Auch die königl. Gesellschaft der Alterlhiimsfoi scher in Frankreich übersandte ihmzu diesem Tage das Diplom als correspondirendeS Mitglied. W. starb am 18.März 1824. Die Würde des Menschen hat dieser seltene Mann in großen, reinenZügen an sich dargestellt. Richtiger Blick, treues Urtheil, wahre Erfindung mach-ten im schönen Verein seinen Genius aus. Von ihm sagte 0. Gall, daß er keinenSchädel dem von Göthe ähnlicher gefunden als den seinigen. Seine Sammlungen,welche 521 Handschriften, 488 Urkunden, 1055 alte Drucke, 13,248 Bücher,9923 Mineralien, 1616 Gemälde, 3815 Handzeichnungen, 38,254 Kupferstiche,3165 Holzschnitte, 104 vaterländische Altertkümer, 323 geschnittene Steine, 1291Anticaglien u. s. w. enthalten, wurden 1821 in dem Kölnischen Hofe aufgestellt undsind der Grund zu einem kölner Museum. Der Domkaplan SmetS zu Köln hatüber W- einen „Biographischen Versuch" (Köln 1825- in Druck gegeben.