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Aber von 1761 an gab er alle Theilnahme an politischen Geschäften auf, zog sichaus sem Landhaus unweit London zurück und widmete sich hier ganz seinen litera-rischen Lieblingsbeschäftigungen. Auf diesem Landhause legte er eine eigne Buch-druckerei an, welche schöne Ausgaben lieferte, deren Exemplare von ihm verschenktwurden. Von seinen eignen Wchrssten sind die merkwürdigsten: „Verzeichniß allerenglischen Könige und Großen, welche Schriftsteller gewesen sind, nebst der An-gabe ihrer Schriften", ein munter und witzig geschriebenes Werk, das viele literari.sehe Notizen enthält; „Kleine Aufsätze" („bugitive pieces"); „Anekdoten überdie Malerei in England" (dieses Werk ward mehrmals aufgelegt und in andreSprachen übersetzt); „DieBurg von Otranto, eine gothische Geschichte" (1765),ein grausenvoller Roman und das Urbild aller Geister- und Gespensterromane.Sein ebenso gräßliches Trauerspiel: „Die geheimnisvolle Mutter" („Nie mMe-, >»U5 .»oilier"), erschien 1788. Noch ist von ihm eine Beschreibung der aus demLandsitze seiner Familie in Norfolk befindlichen, später an die Kaiserin Katharinavon Rußland verkauften Gemälde und Kunstwerke, u. d. T. „.Veües »HpoH-in-io",und ein raisoninrendeS Verzeichniß aller Kunstwerke seines in mehr als einer Rück-sicht anziehenden Landhauses bei London zu erwähnen. Seine sämmtlichen, vonihm selbst zum Druck geordneten Werke wurden nach seinem Tode in 5 großenBdn., 1., mit 161Kpfrn. prächtig gedruckt. Einen Auszug Dessen, was darinauch für das Ausland Interesse haben kann, gab A. W. Schlegel in den „Histori-schen, litei arischen und unterhaltenden Wchriften von Horatio Walpole" (1800).Seine „Briefe von 1715—82" kamen 1818 zu London heraus. Weine „Ge-schichte von König Georgs 1l. 10 letzten Lebensjahren" gibt die einzige genaueKenntniß von dieses Königs Regierung. Seine „Zweifel über Richard III. " sindals ein Muster historischer Kritik und Forschung zu betrachten. Von den „5VruI<;nl'II»r. Wal,,.. kArl vl Oxl'urä" erschien der 9. Bd. London 1825, 4., welcherseine Briefe an den klar! okllerko«! (Botschafter in Paris ) von 1763—65 enthält.Anekdoten von ihm findet man in den „Ileniin^uriwos dllor. 5V,->lp»le" (Paris 1826). W. besaß viel Witz, das Talent der Unterhaltung und einen reichenSchatz von Anekdoten über die europäischen Höfe und die berühmtesten Männerseines Zeitalters. Vorzüglich hatte er Alles, was zu seiner Zeit in England vorge-fallen war, sorgfältig beobachtet, und zu diesem Behufe Alles, was seit Georgs 1.Regierungsantritte in England gedruckt worden war, bis auf die kleinsten Pam-phlets. mühsam gesammelt. Als Sonderling, der er den größten Theil seinesLebens hindurch gewesen war, zeigte er sich auch in seinem sehr weitläufigen Testa-mente, in welchem er besonders für die unveränderte Fortdauer seines Landhausesgesorgt hatte.
Walpurga, Walburga, die Heilige, gewöhnlich Walpurgis, warin England geb., eine Schwester des heil. Willibald , des ersten Bischofs zu Eich-städt, und Schwestertochter des heil. Bonifaz, des Apostels der Deutschen . Sieging, wie ihr Oheim und Bruder, nach Deutschland , in der Absicht, die christ-liche Religion auszubreiten, und wurde ungefähr in der Hälfte des 8. Jahrh.Äbtissin des neuerrichketen Klosters zu Heidenheim im Fränkischen . Sie mußein gelehrtes Frauenzimmer gewesen sein, denn man hielt sie für die Verfasserineiner latein. Beschreibung der Reisen des heil. Willibald. Nach ihrem Tode (776oder 778) ward sie ihrer großen Verdienste wegen unter die Heiligen versetzt, alsWunderthäterin verehrt, und es wurden ihr zu Ehren an verschiedenen OrtenCapellen.erbaut. Ein Öl, das unter ihrem Namen im katholischen Deutschland bekannt ist, wird gegen Krankheiten der Hausthiere gebraucht.') Der Zufall, daß
*) In einem Henedictinerklostee zu Eicbstädt sftgen jn einer Hoble die sogen. Ge-beine der keil. Walpurga. AnS dieser Hökle sclnvikt eine Feuchtigkeit; weßhalb der'Aberglaube vorgibt, sie quelle aus den längst verdorrten Knochen, und dieselbe ein Ol