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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wanken der Erdapc

Lust haben, sich an eine feste Lebensart zu gewöhnen; sie wandern daher immerweiter, und mancher wandert sein ganzes Leben huidurch. Die unausbleiblicheFolge davon ist Sittenverderbniß, Rohheit, Arbeitsscheu und, bei entstehendemMangel, Versuchung zu Betrügereien und Diebstähle,i. Ein andrer Nachtheilist der, daß die wandernden Handwerker dem Publicum bisweilen sehr zur Lastfstllen. Nicht alle Handwerke gehören unter die Zahl der geschenkten, d, h, derje-nigen, bei welchen die wandernden Gesellen mit einem festgesetzten Geschenke zumReisegelde versehen werden. Aber auch diese Gabe ist oft so gering, dass der voneignen Mitteln entblößte Reisende nicht dabei bestehen kann. Man hat in neuernAeiten diesen Gegenstand öffentlich zur Sprache gebracht. Die königl. Societät derWissenschaften in Götlingen gab daher 1191 die Preisfrage auf: ,,Wie können dieVortheile, welche durch das Wandern der Handwerksgesellen möglich sind, beför-dert, und die dabei vorkommenden Nachtheile verhütet werden?" Unter mehrendarüber eingegangenen Beantwortungen erhielten die beiden Schriften von Mohlund Drtloff (zusammen herausgeg. Erlangen 1199; de? Letztem Abhandlung aucheinzeln, ebend.) den Preis. Eine löbliche Einrichtung unsererZeit sind die an mehrenOrten errichteten Sonntagsschulen für Handwerker, deren Nützlichkeit von Denen,die es selbst am nächsten angeht, vielleicht oft am wenigsten erkannt wird. In denpreuss. Staate» besteht schon lange ein Gesetz, welches den jungen Handwerkerndas Auswandern in fremde Länder streng verbietet. In einigen deutschen Provin-zen sind Wanderordnungen gegeben worden, die aber meistens nur örtlichsind. Anstatt der gewöhnlichen Wanderpässe oder Kundschaften, deren leichte undunerschwerte Erlangung mannigfaltige Mißbräuche beförderte, sind in Baiern1808 und in Sachsen 1810 Wanderbücher eingeführt worden, welche unterobrigkeitlicher Aufsicht ausgefertigt werden. (S. auch „Preisschrist vom Wandernder Handwerksgesellen", Nürnberg 1809.)

Wanken derErdape, Nutation. In demArt.Vorrücken derNachtgleichen sind die Gründe entwickelt, aus denen die Ape der Erdkugel, we-gen der sphäroitlschen Gestalt der letzter» und der daher rührenden Unregelmäßig-keiten, in den Anziehungen der Sonne und des Mondes eine jährliche StellungS-veränderung von beiläufig 50" erleidet. Von diesen 50" komme» it» Mittel 30"auf die Anziehung des Mondes. Er kann aber diese Wirkung wegen eigner, un-terdeß eintretender Stellungsveränderung nickt auf eine gleichmäßige Weise her-vorbringen, vielmehr ergeben sich aus diesen Veränderungen nicht nur Ungleichhei-ten in dem Maße der Vor, ückuna der Nachtgleichen, sondern auch ein gewissesWanken (,>ni>ilo) der Erdaxe und also der Ebene des Äquators, in deren Folgesich die Gestirne demselben bald zu nähern und bald sich davon zu entfernen scheinen,welche geringe Verschiedenheiten in der Deelinatton auch die Veranlassung zur Ent-deckung dieser periodischen Änderung gegeben haben, die wirBradlay (s. d.) ver-danken. Im Allgemeinen leuchtet von selbst ein, daß eine Verschiedenheit in derStellung des Mondes gegen den sphäroidischen Erdkörper, besonders aber in demOrte seiner Knoten, die einer eignen, schnellen Bewegung unterworfen sind (s.Mond), und seiner Lage gegen den Äquator, die sich um 10° verändern kann,nothwendig Veränderungen in der Neigung der Ebene des letzter» gegen dwEbeneder Ekliptik hervorbringen, und also die Schiefe der Ekliptik, d. h. den Winkelzwischen den genannten beiden Ebenen, mit ändern muß. Von der Lage des Äqua-tors gegen die Ekliptik und ihrer gemeinschaftlichen Durchschnittslinie ist aber,, wieim angezozencn Art. ebenfalls gezeigt worden, andrerseits auch die Lage der Äqui-noktialpunkte (welche man sich gewöhnen muß, als etwas nur Eingebildetes zu be-trachten) und mit ihnen Reetaseension, Declination und Länge (nur die Breitebleibt dabei ungeändert) abhängig; und wenn also, wie dies angegebenermaßenwirklich der Fall ist, in den Stellungen des Mondes periodische Verschiedenheiten