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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wandern

Walzwerk

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neuerdings mehre Walzermelodien auf einander folgen lassen, und sie in einemAnhange (Oncka) verbunden. (S. Tanzmusik.)

Walzwerk, Streckwerk. nennt man eine Maschine, in welcher?mehr oder minder siarke Cylinder oder Walzen , die entweder aus Gußeisen oderStahl bestehen und ganz genau abgedreht und abpolirt sind, mit einer entgegen-gesetzten kreisförmigen Bewegung mittelst Wasser-, Thier- oder Dampfkraft, dicktüber einander umgetrieben werden, um Metalle, als Eisen, Blech, Stahl, Mes-sing, Kupfer, Zink, Blei rc. auszudehnen und denselben eine gehörige Dicke lindBreite zu geben. Zudem nämlich das auszuwalzende Metall zwischen die beidenWalzen gesteckt wird, erhält es eine Stärke, die gleich dem Abstände der beidenWalzen von einander ist.

Wandelstern, s. Planet.

Wander n. Das Reisen der deutschen zünftigen Handwerker in fremdeLänder, zur vollkommenere! Erlernung ihres Gewerbes, scheint ebenso alt zu seinals der Ursprung der Handwerke in Deutschland selbst. Ein großer Theil der Hand-werke entstand in den Städten, die Heinrich I. anlegte. Unter seinen Nachfolgern,den Ottonen, wurden die Züge der deutschen Könige nach Italien häufiger. DieAdeligen und Freien in ihrem Gefolge nahinen Knechte mit, die sich in jenem LandeKunstfertigkeiten erwarben, welche man in Deutschland noch nicht kannte. Diesscheint zuerst die Ideevon der Nothwendigkeit erweckt zu haben, daß Künstler undHandwerker fremde Länder besuchen müßten, um sich >n ihren Kunstfertigkeiten zuvervollkommnen. Als nun Innungen, Zünfte (s. Gilde) aufkamen, da wardauch das Wandern der Handwerksgesellen als ein Hauptpunkt festgesetzt, in derAbsicht, daß die jungen Leute die in andern Ländern eingeführten guten Erfindun-gen und Handgriffe, nebst andern nützlichen Kenntnissen, erlernen sollten; nianmachte es selbst zur Bedingung der Aufnahme in eine solche Zunft. Die guteAbsicht dabei ist nicht zu verkennen. Aber wie die Zunftverfassung selbst, bat auchdas Wandern der Handwerker seine gute und schlimme Seile. Seine unläugba-ren Vortheile sind, daß die Gesellen dadurch mehr Geschäfts- und Menschen-kenntniß und mehr Bildung im Allgemeinen erlangen, als in der Regel zu Haus»und dann, daß, wenn an einem Orte der Gesellen zu viel werden, mehre von ihnenan einem andern Orte ihr Unterkommen finden. Wenige Ausnahmen abgerechnet,ist der Unterricht, den die Handwerkslehrlinge von ihren Meistern erhalten, keines-wegs geeignet, sie bis zu einem gewissen Grade der Vollkommenheit in ihrem Ge-werbe zu bringen. Nicht selten sucht der Meister, aus Eifersucht, gewisse Hand-griffe selbst den Gesellen zu verbergen. Aber auch angenommen, daß ein Meisterseinem Lehrlinge alles Das beibrächte, was er selbst in seinem Geschäfte weiß, sowürde der Lehrling doch nur eine einseitige, mangelhafte Bildung erhalten, seinenLehrherr» für den Kunstverständigsten halten und sich in der Folge nicht leichtüber das Mittelmäßige i» seinem Gewerbe erheben. Durch das Reisen lernt ermehre Handgriffe, oft auch die zu seinem Gewerbe crfoderlichen Materialien nach ih-rem Ursprünge und ihrer verschiedenen Behandlung kennen. Das Besuchen fremderWerkstätten und die Beobachtung andrer Sitten und Gebräuche macht ihn gewand-ter, gibt ihm ein gewisses Zlclbstvei trauen und erwirbt ihm bei seinen dereinsiigenMitbürgern den Rubin, sich etwas versucht zu haben. Indeß sind auch die damit ver-bundenen manniafaltigen Nachtheile nicht zu übersehen, die aber meistens in der Per-sönlichkeit der Wandernden selbst liegen, und größtentbeils durch Verfügungen derObrigkeit, durch größere Sorgfalt der Meister und L»hl Herren, sowie der 'Älternder jungen Leute selbst, verhütet werden könnten. Viele junge Handwerker gehenzu frühzeitig , ohne gehörige Vorbereitung, auf die Wanderschaft. Diese müssendann freilich ihre Erfahrungen oft theuer genug erkaufen. Andre finden auf derReise kein Unterkommen, entweder weil sie so ungeschickt sind, oder weil sie nicht