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Washington (George)
eine weit überlebn, Anzahl Feinte. 1755 ward er Oberst und Adjutant des Ge-nerals Braddon, führte ein Corps virginischer Scharfschützen und Freiwilliger an,zeichnete sich als Parteigänger im kleinen Kriege aus und erwarb sich dadurch dieAchtung seiner Mitbürger. 1759 gab er den Kriegsdienst auf, heirathete einereiche Erbin und lebte nun auf feinen Pflanzungen ganz den bürgerlichen Geschäf-ten und den Wissenschaften. Als 1773 die Mißhelligkeiten zwischen den engl. Co-lonien in Nordamerika und dem Mutterlande in wirkliche Unruhen ausbrachen (s.Verein. Staaten), bewaffnete W-, zum Theil auf eigne Kosten, die Milizvon Dirginien, übte sie in den Waffen und stellte sich an ihre Spitze. Nachdembei Lexington (19. April 1775) das erste Blut in diesem Kriege vergossen wordenwar, beschloß am 10. Mai der zu Philadelphia versammelte Congreß die Errich-tung eines stehenden , von sämmtlichen Provinzen zu besoldenden Heeres, und er-nannte W. einmüthig zum obersten Befehlshaber desselben. Nicht leicht hat einFeldherr unter mißlichern Umständen sein Amt angetreten. Es fehlte den Ameri-kanern beinahe an allen Kriegsbedürfnissen, und die Truppen, größtenteils Frei-willige, konnten einer strengen Zucht nicht unterworfen werden. W.'s seitdembekannt gewordene Berichte an den Congreß schildern seine damalige Lage. Es ge-lang ihm jedoch, die Schwierigkeiten nach und nach zu beseitigen, und mehr durchVorsicht, durch die er sich während des Kriegs wirklich groß bewiesen hat, unddurch die gefchickteAnwendung des TirailleursystemS als durch gewagte Unterneh-mungen die geübtern Truppen des Feindes zu bekämpfen. Im Anfange 1776nöthigte W. den engl. General Howe, Boston zu verlassen, aber die folgendenKriegsbegebenheiten d.J. sielen größtentheilS unglücklich für die Amerikaner aus.Der meisterhafte Rückzug W.'S von Long-Jsland, und seine Geschicklichkeit, ei-nem Haupttreffen auszuweichen, verhinderte größere Unfälle. Durch einige ge-lungene Unternehmungen, den Überfall eines hessischen Corps bei Trenton und ei-nes englischen bei Princetown, gab W. den Amerikanern neuen Muth. Die aus-gedehnte Vollmacht, welche er nun vom Congreß erhielt, sehte ihn in den Stand,Mehr wirken zu können. Die Gefangennehmung eines engl. Corps unter Bour-goyne (17. Oel. 1777) bei Saratoga und der Beistand Frankreichs gaben der LacheAmerikasein großes Übergewicht. Endlich entschied den Kampfdie Gefangennekmungvon 7000 Engländern u. s. w. unter Lord CornwalliS bei Porktown (19.Oct. 1781):ein Sieg, der W.'S Feldherrntalent verewigt hat. Don dieser Zeit an gab Eng-land die Hoffnung auf, die Amerikaner zu besiege» und knüpfte Unterhandlungenan, welche den pariser Frieden (3. Sept. 1783) zur Folge halten. Die Unabhän-gigkeit der Nordamerikaner wurde von England anerkannt. W. legte nun die Be-fehlshaberstelle nieder, ging, von dem Danke und der Achtung, seiner Mitbürgerbegleitet, auf feinen Landsitz Mounk-Vernon in Dirginien zurück und verlebte hiereinige Jahre in ruhiger Zurückgezogenheit. Als aber die bedenkliche Lage der Ver-einigten Staaten eine allgemeine Regierungsgewalt nothwendig machte, ward imSept. 1787 ein Convent zu Philadelphia versammelt, und W. einmütbig zumPräsidenten desselben berufen. Von jetzt an entsagte er seiner Lieblingsbesckätti-gung, der Jagd, auf immer. Die Versammlung entwarf die noch jetzt bestehendeVerfassung der Vereinigten Staaten , in deren Gemäßheit 1789 ein neuer Con-greß zusammenberufen, und W. zum Präsidenten desselben aus die festgesetzten 4Jahre, und nach Derstuß derselben zum zweiten Male wieder gewählt wurde. Erverwaltete den Staat mit Weisheit, Tugend und Würde. Ihm zur Seite standder geistvolle, beredte, aufgeklärte Hamilton, sein Freund und einer der größtenLraatS.»ärmer Nordamerikas. Es ist Thatsache, sagt Bristed, daß die Verei-nigten Staaten in der 8jakrigen Periode der Verwaltung W.'s aus der tiefstenNationalzerrükkung, aus Mangel und Bedrängnis, sich auf eine hohe Stufe derMacht, des Ansehens, des innern Wohlstandes und des Ruhms erhoben. Der