Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wasgau Washington (George) 85

schen Tanten Zürich, bekannt wegen seines unglücklichen Endes, geb. zu Zürich ,wo sein Vater Bäcker war, hatte gute natürliche Anlagen und widmete sich demgeistlichen Stande, beschäftigte sich aber aus Neigung mit Physik und Mathema-tik. Er erhielt bald die Priesterstelle zu Kreuz, ward aber derselben entsetzt,weil er bei Untersuchung der Almosenrechnungen mit den Doigten des Dorfs inZwist gerieth und von diesen bei dem Rathe zu Zürich , obwol ohne hinreichende Be-weise, verklagt wurde. Diese Bestrafung erregte in ihm einen unauslöschlichenHaß gegen die Regierung des Tantons. Er lebte hierauf, ohne Anstellung, zuZürich von dem Vermögen seiner Frau, und als dieses aufgezehrt war, vom Er-trage likerarischer Arbeiten. Sein großer Hang zur Politik ließ ihn an den Bege-benheiten seines Vaterlandes einen vielleicht zu leidenschaftliche,> Antheil nehmen,wodurch er einen Theil s. Mitbürger wider sich aufbrachte. Als ein fähiger Kopfward er auch von bedeutenden Männern in StaatSgeschäften gebraucht. Es schienjedoch, als wenn er, aus Haß gegen die Regierung, mehr wider als für sein Va-terland arbeite, und dieses in eine allgemeine Verwirrung stürzen wolle. Manbeschuldigte ihn dieser Absicht, besonders bei der Gelegenheit, als zwischen Frank»reich und der Schweiz die Allianz erneuert wurde, und dann, als er bei einem überden Zürichersee zwischen den Tantoneu Zürich und Schwyz entstandenen Processe inöffentlichen Lchristen die Partei des letzter» gegen seinen vaterländischen Tantonnahm. Ein Vorfall, der sich damals in Zürich ereignete, daß nach der Abend-mahlsfeier mehre Personen erkrankten, welches man einer Vergiftung des dabeigebrauchten Weines zuschrieb, ward ihm ebenfalls Schuld gegeben; doch konntediese Beschuldigung nicht erwiesen werden. Eine sehr wichtige Urkunde, die ihmder Sradischreiber zu Zürich aus dem Stadtarchive zu einem gewissen Behufe an-vertraut hatte, suchte er zu unterschlagen. Deswegen, und weil er in auswärtigenZeitschriften geheime Nachrichten über die Verfassung der Schweiz bekanntgemachthatte, ward er gesanglich eingezogen. Er suchte sich zwar durch eine gefährlicheFlucht zu retten, aber der Versuch mißlang. Nach langem Processe räumte erendlich die Entwendung wichtiger Bücher und Handschriften von der Stadtbiblio-thek und militairischerPläne und Zeichnungen ein, und ward daher der Landesvererätherei schuldig erklärt und zum Tode verurtheilt, den er 1780 auf dem Blutgerüstemit Fassung erlitt. Sein „Historisch-diplomatisches Zahrzeitbucb zur Prüfungder Urkunden :c." (Zürich 1799) ist ein brauchbares und geschätztes Werk; so auchseine Übers. von Lucian'S Schriften a. d. Gricch. (.Zürich 1769 — 73, 4Thle.).

W as g a u, s. Vogesen.

Washington (George), Nordamerikas erster Bürger, Feldherr undoberster Beamter, im Sinne des Alterthums einer der größten Männer seiner Zeit,wurde 1733 in der Grafschaft Fairtar in Virginien geb., wo sein Vater ein reicherPflanzer war, und wo ungefähr 60 Jahre früher sein Großvater, der aus Eng-land der damaligen Unruhen wegen ausgewandert war, sich niedergelassen hakte.Der junge W. erhielt den erste» Unterricht im väterlichen Hause, kann auf derS chule zu Willianisburg, der ehemaligen Hauptstadt VirainienS. Bei glücklichenAnlagen machte er gute Fortschritte, und studirte besonders Mathematik. Nachbeendigten Studien lebte er, wie die meisten Gutsbesitzer in Virginien , auf seinerPflanzung, und trat, wie andre Staatsbürger, unter die Miliz. Alls 1752 zwi-schen den Engländern und Franzosen in Nordamerika , wegen der Befestigungen,welche die Lehrern am Hhio anlegten, Feindseligkeiten ausbrachen, wurde W. vondem engl. Goiioernenr in Virginien a» den franz. Befehlshaber als Unterhändlerabgesendet. Er kam zurück, ohne den Zweck seiner Sendung erreicht zu haben,hatte sich aber bei dieser Gelegenheit genaue Kenntniß der Umstände verschafft,ward nun, als Major, mit 300 M. virgnüscher Miliz gegen die neuen Anlagen(er Franzosen am Hhio abgeschickt, und vertheidigte sich muthvoll und klug gegen