Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
92
JPEG-Download
 

92 Wasserblei Wasserhose

renke Quellen zu Tage, oder bilden die Stalaktiten in Grotten und Höhlen. Diemineralischen Wasser hängen überhaupt einzig von der Beschaffenheit der Gebirgeund Erdlagen, welchen sie entspringen, und der chemischen Verwandtschaft undMasse ab. Der größte Theil der aus den Bergen entspringenden Quellen ist nursehr schwach mineralisch. Beim Forkströmen entweicht vollends die darin enthal-tene Kohlensäure, und die kalkigen und andern mineralischen Theile werden nieder-geschlagen, weßkalb die daraus entstehenden Flüsse immer sehr weiches Wasser ent-halten. Das Brunnenwasser hingegen ist, mit Ausnahme der aus Flüssen ent-stehenden Quellen, immer schwach mineralisch, weil viele das flache Land durchzie-hende Wasseradern wenigstens immer Kohlensäure, Kalk, Kochsalz, Gyps fin-den. Das beste Trinkwasser liefert dasjenige Brunnenwasser, das völlig klar undgeruchlos ist und den geringsten Gehalt von Erden, aber den größten Antheil vonKohlensäure hat. Man theilt die Erdwasser hinsichtlich ihres Gebrauchs in weiche,die das filtririe Weifenwasser nicht zersetzen, und harte, bei welchen kies der Fallist, die jedoch allmälig >n jene, durch Abnahme aller oder einiger mineralischen Be-standtheile, übergehen. Die harten Wasser theilt nian in gemeine Brunnenwasser,die weder specifisch auf den Organismus wirken noch technisch benutzt werden, undin Mineralwasser. Diese zerfallen in Sauerbrunnen, Schwefelquellen (die beidetheils eisenfrei, theils eisenhaltig sind), alkalische Wasser, Srahlguellen, Bitter-wasser, Valpeterwasser, boraykaltige Wasser, vitriolische Wasser, Eämentwasser,Kieselwasser, schweseligsaure Wasser (in der Nähe der Vulkane), seifenartige Was-ser, Salzwasser, giftige Wasser. Vgl. Biok'S „Ersah, ungS-Naturlehre" (3. A.,1. Bt.), worin auch mehre Versuche über die bald behauptete und bald bestritteneZusammendrückbarkeu des Wassei s vorkommen, über welche man bereits ein Werk-chen von Zunniei mann: „Über die Elasticität des Wassers" (Leipzig 1119) besitzt.Gedrängt, aber sacbreich unter dem chemischen Gesichtspunkte, mit ausführli-chen lueranschen Notizen ist der Art. Wasser in Zohn'S „Handwörterbuch derChemie" (Leipzig 1818, 4 Bde.).

Wasserblei Molybdän, ein 1178 von Scheele und 1182 von Lvjelmentdecktes Metall von silberweißer Farbe, fast dem Glänze und der Härte des Sil-bers und 8,üfachem specif. Gewicht. Es ist fast spröde und zeigt nur wenig Ge-schmeidigkeit. Ohne Luftzutritt bleibt es in der stärksten Glühhitze unverändert undist außerordentlich schwer zum Schmelzen zu bringen, indem es strenaflüsstger alsStabeisen ist. Eine Art des Molybdänoxvds oder Kalkes gibt, in Wasseraufgelöst, die molybdänige Säure. Zn der Natur findet sich das Metall indem Molybdänglanz und Gelbbleierze,

W a sse r b r u ch, s. Bruch.

Wasserda m p f, s. Dampf.

Wasserfall (franz.<n>!w.,el<-, von dem Ital. auicare, fallen), auch Ka-tarakt (von dem Griech. gewaltsamer Sturz), der Ort, wo das

Wasser von einer Hohe in die Tiefe fällt, auch das fallende Wasser selbst. Es gibrnatürliche und künstliche Wasserfälle. Unter den ersten sind die berühmtesten: inEuropa der Rheinsall bei Schaffhausen z in Afrika tieFalle des Nil; in Nordame-rika der große Wasserfall im Lorenzfluffe bei dem Fort Niagara (s. d.) und inLdüdame, ika der große Fall des Parana , in Paraquav. Die schönsten künstlichenWasserfälle sind in Frankreich, zu Marly unweit Versailles und zu LSt.-Cloud; beidem Lustschlosse Loo in Geldern und auf der Wilhelmshöhe bei Kassel .

Wasser galle , auch Regengalle, ein Stück von einem Regenbogen,in einer einzelnen oder zerrissenen Wolke.

Wasserhose, einefurchtbareErscheinungaufdemMeere.welcbe,jedochmit abweichenden Nebenumständen, darin besteht, daß sich eine Wassersäule auseiner Wolke mit großem Geräusch nach der Meeresfläche herabsenkt, wöbe i sich das