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Wasserhose
ihr entgegenstehende Meereswasser gleichfalls zu einem Kegel erhebt, dessen Apemit der des obern einerlei Richtung hat und sich mit demselben verbindet, oder fastumgekehrt ein Wasserkegel aus dem Meere gegen eine Wolke aufsteigt und sich mitdieser verbindet. Nach der Vereinigung rückt die Säule, die bisher stillstand,fort, und zerplatzt nach einiger Zeit, wobei die ganze Wassermasse unter fürchter-lichem Krachen mir solcher Gewalt ins Meer stürzt, daß die Schiffe, welche sichunter ihr oder in ihrem Bereich befinden, selten zu retten sind. Thevenot sah beimEntstehen einer Wasserhose das Meercswasserzuerst gleichsam kochen, und sich un-gefähr einen Fuß hoch über die Fläche erheben, wo es weißlich aussah und einendicken schwarzen Rauch über sich zu haben schien. Dabei hörte man ein dumpfesGeräusch; bald schien eine dunkle, etwas mehr als fingerdicke Röhre, wie vomRauch, nach den Wolken in die Höhe zu steigen, welche bald verschwand, indeßandre an ihre stelle traten. Zugleich senkten sich auch aus den Wolken trompeten-ähnliche Röhren herab, deren größerer Umfang oben an den Wolken hing. DieseRöhren waren weiß und durchsichtig, anfangs leer, füllten sich aber mit Wasser,sobald sie die von unten aufgestiegenen Säulen berührten. Nun nahm auch ihreDicke bis zum Umfange eines Baumstammes zu, den ein Mann umfassen kann.Zn den Röhren schlangelte sich das Wasser deutlich in die Höhe, sodaß sie einemmit Wasser gefüllten Darme glichen. Eine davon dauerte länger als die andre,verengte und erweiterte sich mehrmals und verschwand, nachdem das vom Meerezu ihr hinausgehobene Wasser sich gesenkt und von dem aus der Wolke herabhän-genden Theile getrennt hatte. Thevenot bemerkt zugleich, daß solche Wassersäulensich zuweilen in die Segel der Schiffe verwickeln, und daß sie im Stande sind, kleineFahrzeugsemporzuziehen. I. R. Förster in seinen „Bemerk, auf einer Reise umdie WUt rBerk. 1183) gibt von einer zwischen den Inseln von Neuseeland beobach-teten Wasserhose folgende Nachricht: „Nach einer stürmischen Nacht erfolgte aniMorgen beinahe eine gänzliche Windstille; es stiegen einige Wolke» am Himmelauf, und in einiger Entfernung vom Lande schien es zu regnen. Bald darauf ent-stand auf der Meeresfiäche ein weißlicher Fleck, aus welchem gleichsam ein Fadenoder eine Säule heraufstieg, die sich mit einer andern, aus der Wolke herabkom-menden, vereinigte. Bald nachher entstanden auf gleiche Art noch 5 andre Säu-len. Die nächste war ungefähr -x einer deutschen Meile vom Schiffe entfernt; sieschien unten an dem Meere einen Durchmesser von 10 —80 Klaftern zu haben;hier tobte das Meer heftig, und es stiegen Dünste wie Staubregen in die Höhe.Oben nach den Wolken hin war der Durchmesser der Säule gleichfalls stärker alsin der Mitte, woselbst er kaum 2—3 Fuß zu betragen schien. Das Wasser wurdein der Säule in einer Schneckenlinie hinaufgetrieben, oft schien es aber auch nureine hohle Röhre zu bilden, und innerhalb der Säule einen leeren Raunt z» lassen.Dadurch, daß die Wolken mit dem auf dem Meere liegenden Theile der Säulennicht immer mit gleicher Geschwindigkeit fortrückten, erhielten diese eine schiefeRichtung und krümmten sich sogar bisweilen; auch ging die eine schneller als dieandre. Je mehr sie sich dem Schiffe näherten, desto mehr bewegte sich das Meerund brach in kleinen kurzenWellen. Dabei verspürte nian ein leichtes Lüftchen vonsehr unbeständiger Richtung. Die Dauer der Säulen war verschieden. Man nahmdabei ein Getöse, wie das Rauschen von einem Wasserfoll im tiefen Tkale wahr;auch fielen Hagelkörner auf das Verdeck des Schiffes, es regnete mehrmals undblitzte, ohne daß man einen Donner gehört hätte". Bisweilen werden dergleichenWasserhosen vom Meere, wo sie entstanden, über das nahe liegende Land getrie-ben, wo sie, nach Art der Wirbelwinde, große Verwüstungen anrichten. — Diewichtigsten Erfahrungen über die Wasserhosen lassen sich in Folgendem zusammen-stelle : 1) Man nimmt sie nicht einzeln wahr, sondern 3, 4, 6 in kleinen Abstän-den, oder gleich nach einander; 2) immer gerüth dabei ein beträchtlicherTheilWas-