Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Waterloo (Schlacht bei)

des Marsches und durch die Engpässe des weiten Weges verzögert worden. DieseTapfern nahmen sofort die Pachthöfe Papelotte und Smouhen, trennten das 6.franz. Corpü vom übrigen Heere, und brachten durch 24 im Rücken der Franzosenaufgefahrene Geschütze die Gegner zur wildesten Flucht. Zu demselben Augen-blicke hatte aber auch die engl. Reiterei das bei la Haye aufgestellte Fußvolk nacheinem tapfern Widerstände geworfen und zerstreut. Die Flucht dieser Truppentraf gerade bei Belle-Alliance mit dem Rückzüge der von dem ersten preuß. Corpsverfolgten Franzosen zusammen, und die Niederlage der Letzter» wurde hierdurchvollendet. AlleSstürziederChausseezu. Engländer und Preußen folgten imSturm-schrilt und unter fortwährendem Feuer. Die Unordnung der Franzosen überstiegalles bis jetzt Gesehene. Gehorsam und Ordnung hatten aufgehört, in> bunten Ge-misch bildeten Infanterie und Reiterei, Generale und Troinknechte, Soldaten undOfsiciere ein unauflösliches Chaos; Jeder dachte nur auf eigne Rettung. AllesGeschütz und Gepäck blieb stehen. Zuletzt stieg die Verwirrung bis zum Unglaub-lichen, als Planchenoit durch die vereinten Anstrengungen der Hiiler'schen Brigadeund eines Theils des jetzt auch herbeigeeilten 2. ArmeecorpS genommen wurde. BeiBelle-Alliance trafen die siegenden Feldherren zusammen. Fürst Blücher erbot sichsogleich zur raschen Verfolgung und ließ dieselbe unter des Generals Grafen Gnei-senau persönlicher Führung durch alle verwendbare Truppen ausführen. Der Feindfleh, wo sich Preußen zeigten. In Genappe, das durch raschen Angriff von ei-nem Füselierbataillon des 15. Infant.-Regim. genommen wurde, fiel der Reise-wagen Napoleons mit seinen Edelsteinen, seinem Silberzeug u. a. Kostbarkeiten,sowie viele Kriegscassen und das übrige Gepäck der franz. Armee, und 80 Kanonenden Siegern in die Hände. Hätte sich Napoleon , was er versuchte, in Genappe ge-halten, so würde er Grouchy, der 4 Stunden davon bei Wavre stand, nach Char -leroi hin an sich haben ziehen können. Die rasche Verfolgung entschied Napoleons Fall, weil er von Grouchy abgeschnitten wurde. Über 200 Kan., 2Adler und 6000Gef. waren die Trophäen dieses Sieges. Die ganze franz. Armee war zersprengtund für die Folge des Kriegs unbrauchbar. Ihr Verlust an Todten und Verw.belief sich auf 35,000. Die engl. Armee verlor am 18. an Todten 2 Generale,173 Ofsiciere und 3242 Gemeine, und mit den Verwundeten (worunter 5 Gene-rale und 803 Ofsiciere), überhaupt 10,580 M.; die Niederländer verloren andiesem Tage 2000 M. Der Verlust des preuß. Heeres betrug 207 Ofsiciere und6984 M. Napoleon eilte nach Paris. Grouchy aber kehrte über Namur , dasdie Verbündeten nicht besetzt hatten, und wo ihn die Preußen mit einem Verlustevon 1600 M. angriffen, auf der Chaussee über Rethel nach Laon zurück. Gene-ral Gourzaud in s. „OumziuAne cl? 1815" (mit den Noten eines deutschen Ofsi-ciers, Berlin 1819) bürdet den Verlust der Schlacht den vom Marschall Neybegangenen Fehlern auf. Allein der Expräfecr Gamol hat durch den Abdruck derOriginalbefehle, nach welchen Ney nicht anders handeln konnte, den Marschallgerechtfertigt. Gleichwol bleibt es wahr, daß Ney die Reiterei zu weit vorgeführthat. Auch Marchand hat Gourgaud'S Bericht widerlegt. General Verton in s.„s'rcol!' bist., Nliiil. ot ciitigues kleü butulllos tlv I'Ieuius et äVatoilovon juiil1815" (Paris 1815) setzt die Niederlage bei Waterloo gänzlich auf Rechnung derFehler, welche die Führer von 2detachirtenCorpS begangen hätten; GrafErlon

Wellington und der preuß. Armee unter dem Fürsten Blücher, 1815", von C. v- W-;Stuttg. >8l7, mit Planen.) Außer den übrigen Berichten über diese Schlacht ist vor«-»glich der ipanische vom General Alava (in den „Okstoisl scoounis ok tke b-utlsok Wstei-Ioc,/), welcher sich damals an der Seile des Herzogs v. Wellington befand(dann spanischer Gesandter im Haag, im Sepr. 1823 General der Cortes in Cadiz ),zn bemerken. Ein ärnpserstich von dem seitdem in Geistcszerrültiing gefallenen Clenell:Schlackt von Waterloo, erschien London 1821 . I. W.Pienemann's großes Ölgemäl-de: Die Schlacht bei Waterloo, hat der König der Niederlande I8r8 für 40,000Gldn. gekauft.