Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wavre

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Scott (van der Velde) besitzen wollte. Unter den engl. Nachahmungen machtensich am bemerklichsten: „Der Caväl'er" und „Clan Albin". Letzterer, aufderpy-renäischen Halbinsel spielend, fand auch bei uns Beifall und (Glauben an die Echt-heit; der weibliche Autor ließ sich jedoch nicht verläugnen. — Das meiste Aufsehenmachte der Depirroman „Walladmor", angeblich nach Manuscript übersetzt (Ber-lin , Herbig, 1824), und erlebte selbst, als die ironische Tendenz gegen die Scotto-manie in Deutschland aus dem 3. Bde. klar geworden war, noch eine 2. Aufl. Znder humoristischen Kritik eines Engländers (wie man vermuthet, des W. -Autorsselbst), im ,,l.o»clo» niagariiit:", Ock. 1824, wird dieser Roman „der kühnsteVexirstreich unserer Zeiten" genannt. „Das getäuschte Deutschland ", heißt es,„lachte, weil es nicht wußte, daß es Täuschung war, daß eine glänzende Seifenblasestatt des Ballons, von Leipzig über ganz Germanien hinflog, und das getäuschteDeutschland lachte, als es die Täuschung erkannte. Das Lachen des Willkommensschritt ihm voran, Jauchzen und Jubeln des Triumphs folgte hinterdrein" :e. Dieengl. Rückübersetzung (2 Bde.) ist eine völlige Umbildung, in welcher Alles die Sa-tyrs Charakterisirenke ausgelassen ist; vermuthlich aus falscher Artigkeit des sogen.RückübersetzerS gegen den W.-Autor. Die franz. Übersetzung des Romans mitdem seltsamen Titel: „^allucluitir, ronian »ttiil:»,'I'U ,1llei>>!>gut>ä N, Walter8colt, liacluit clo I'aiiglaig ziar K1. ,1. 0. I>. IlelaiiUDiipret" (1825), beginntdie „1>iI>IiuiI>>'gii<> ües ronians rnnelernes angln!« ei -iinei iea!»!," (!) (Paris , beiGosselin). Der W.-Autor schreibt in der humoristischen Vorrede zu den Kreuz-fahrern die Autorschaft des „Walladmor" dem ingeniösen Talent Dousterswivel'Szu; in Deutschland hielt man ziemlich allgemein Willibald Alexis für den Verfasser,obgleich man am Rhein den echt engl. Ursprung behauptet, auch die „HeidelbergerJahrbücher" noch Ende 1825 den Roman unter den W. Scott'schen ohne Beden-ken aufgezählt haben. Die Vermuthung, daß er von W. Irving oder Coleridge herrühre, hat Böltiger gründlich widerlegt. — Der „Bezirke", auf dem Vorder-titel den Namen W. Scott tragend, ist eine bunte Eompilanon trivialer Sakyren,Von denen einige gegen den W.-Autor gerichtet sind. Am bittersten, zugleich amungerechtesten, greift ihn der unbekannte Verf. (Paulding?) des amerik. Romans„Ivunings,nulle vr tbo Inng l'inne" an.

Wavre, ein kleines, in Belgien an dem Flüßchen Dyle gelegenes Städtchenmit ungefähr 3000 E., ist durch das am 18. und 19. Zuni 1815 zwischen denFranzosen und Preußen hier vorgefallene Treffen bekannt geworden. Blücher hattesich nämlich am 11. Zuni nach der verlorenen Echlacht von Ligny (s. Quatre-bras) mit seinem 1., 2. und 3. Armeecorps auf den steilen Höhen jenseits Wavre Vortheilhaft aufgestellt, theils um dort das 4. von Lüttich kommende Armcecorpszu erwarten, theils um die Vereinigung mit Wellington , der sich auch seinerseitsin eine günstige Stellung bei MontSt.-Iean gezogen hatte, leichter vollziehen zukönnen. Beide Feldherren verabredeten, daß Wellington seine Stellung so langeals möglich vertheidigen, Blücher aber ihm mit dem ganzen preuß. Heere zu Hülfeeilen solle. Diesem Versprechen zufolge ließ der Held den 18. das 4. Corps ausseinem Biwacbt jenseits Wavre aufbrechen, es in dem in Brand gerathenen Städt-chen Wavre die Dyle paffiren und auf St.-Lambert marscbiren; ihm folgte das

2. Corps. Das 1. brach gegen Mittag auf, um gegen -Obain vorzurücken, das

3. sollte gegen Chapelle St.-Lambert dirigirk werden und die Reserve bilden. Alles,außer dem 3. Corps, war nun schon in Marsch, als plötzlich der Marschall Grouchy mit dem 3. und 4. franz. Armeccorps und 2 Reiterdivisionen erschien und dasStädtchen Wavre angriff. General Thielmann wendete sich sogleich gegen ihn,und es entstand nun ein Artillerie - und T'iailleurgefecht längs der ganzen Dyle,dessen Hauptpunkt indessen stets Wavre blieb. Alle andre Corps blieben imMarsch, um ihre wichtigere Bestimmung zu erfüllen (s. Walerloo), nur das