Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weber (Bernhard Ansclm)

fest imd dicht zwischen den Gelesen einzwänge, schlägt ihn der Weber nach demDurchschießen noch mit der Lade fest; diese Lade besteht ebenfalls aus^2 Handhochvoneinanderstehenden Stäben oder Decken, die beide durch so v«l dstietsiiftc vonDraht, als dicKetkeFäden hat, zusammengehalten werden, und deren oberer De-ckel über der Kettender untere unter ihr ist, sodaß jeder Kettfaden durch einen Zwi-schenraum der Lade hindurchgezogen ist. Sie hängt übrigens an den senkrechtenvorder» Pfosten schwebend und befindet steh etwas hinter dem Brustbaume. BeimWeben bindet der Weber den Einschußsaden an der rechten Ecke der Kette an, ent-fernt die Lade von dem Brustbaume, hebt durch,den Fußtritt das Dbergelese undsenkt das Unrergelese, wirft durch die entstandene Dssnungder Gelcse den Schützen,schlägt den Einschuß mit den Stiften der Ladetest zwischen die Kette und fährt fort,nachdem er das Untergelese herauf-und das Dberaelese hei untergetreten und da-durch eine Kreuzung der Kette hinter dem Emschufifaden bewirkt hat, dasselbe Ver-fahre» von Links nach Rechts zu wiederholen. Einfache wollene Zeuche, wie Eta-min, DainiS, Perkan, werden auf dem Rasckmcchei stuhle gewirkt, der die Kettenicht, wie jener, horizontal, sondern xerpendieulair trägt, indem der Kettenbaumoben auf dem bestelle steht. Eine ähnliche Einrichtung hat der Stuhl der Tape-tenwirker (Ilsuieli^e), nur ist er viel zusammengesetzter. Geköperte Zeuchewerden mit 4 Schäften gewebt. Auf den ersten kommt der erste, auf den zweitender zweite Faden und Kette u. s. f. bis zum vierten; der fünfte aber wird wiederauf den erste» Schaft gezogen, beim Weben tritt der Weber den ersten und zweitenSchaft, dann den zweiten und dritten, dann den dritten und vierten, dann wiederden vierten und ersten zugleich, daß jeder Einschuß über 2 Ketten zugleich geht.Bei geblümter Arbeit sind eigne Vorrichtungen (durch mehre Schäfte, durch einenKegel mit Gegengewichten, oder einen Harnisch) angebracht, um diejenigen Kett-fäden einzeln zu erheben, welche die Blumen geben sollen. Sammetarkige Zeuchehaben 2 Ketten, wovon die eine halb so viel Fäden Hot als die Grundkette und Pol-kette heißt, auch auf einen eignen Baum gewickelt ist. Zhre Fäden werden überRuthen hinweggewebt, und sogleich, nach dem Einklemmen durch den Einschuß,aufgeschnitten, wodurch eben das Spiegelartige dieser Zeuche entsteht. Weit zu-sammengesetzter ist der Zampclstuhl zum Damast und für die brochirten Zeuche,wie denn auch schon Spiegeltaffet und ähnliche außer der Vervielfältigung der Ket-ten, Schäfte und vielfarbigen Einschüsse, noch mehre zusammengesetzte Einrich-tungen an den Stühlen nöthig machen. Wie sehr unterscheidet davon sich der in-ländische Stuhl, der noch die ursprüngliche Einfachheit hat. Er trägt die Kettesenkrecht, hat aber weder Schäfte noch Schützen, sondern man stechtet denEinschuß aus freier Hand in Nadeln gefädelt.

Weber (Bernhard Anselm), k. preuß. Capellweistev zu Berlin , und deseisernen Kreuzes Ritter, geb. zu Manheim K 6. Er war früher von seinen Älternzum geistlichen Stande bestimmt, bekam aber schon durch den Unterricht, welchener als Kind in den ersten Anfangsgründen des Clavierspiclö von deni berühmtenAbt Vogler, dann im Gesänge von Holzbaues, und ftäter im Generalbasse voneinem geschickten Schüler Vogler S erhielt, die erste musikalische Richtung, sodaßVogler nach seiner Zurnckkunft aus Ztalien ihn als 11jährigen Knaben zu sichnach München kommen ließ und ihn des weitein Unterrichts in der Composikionund im Clavierspiei würdigte, ihn auch mir sich nach Stockholm nahn,. AlsaberW. dort keine Anstellung finden konnte, ging er nach Deutschland zurück, reisteeinige Jahre als Virtuos, kam 1181 nach Hanover und übernahm daselbst dieDirectorstelle bei dem ausgezeichneten Grcßmann'schen Theaterorchester zu Hano-ver , welches er 3 Z. lang mit großem Nutzen für sein Studium der dramatischenMusik leitete. Daraus reiste er durch einen Theil von Holland, Deutschland, Dä-nemark und Schweden , und beschäftigte sich bei einem 10 Monate langen Auftnr-Eoitvetstüio»MepicoS' Bd-XII. 8