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Weber (Karl Maria v.)
halte in Stockholm , unter Vogler's unmittelbarer Leitung, mit tem Studium derdeclamakorischen Musik und des Contrapunktes, wobei vorzüglich Muck sein Vor-bild war, aus dessen damals in Stockholm unter Vogler vortrefflich ausgeführtenOpern er große Nahrung für seinen Geist schöpfte. Auch schrieb er einige Kirchen-stücke unter seines Meisters Augen, begleitete darauf denselben auf einer Reise bisnach Hamburg, und ging 1792 nach Berlin . Hier ward er zuerst als Mittlrer-tvr des Orchesters bei der deutschen Oper angestellt, reiste 1793 durch einen TheilDeutschlands, um Sänger und Sängerinnen zu gewinnen, und ward in Wien mit der theatralischen Musik und Gluck's grosien Werken noch mehr vertraut ge-macht. 1796 erhielt er, wegen abgelehnten Rufes nach Rheinsberg , einen erhöh-ten Mhalt, blieb von dieser Zeit an in Berlin als Musikdirector, und unternahmnur kleinere Reisen, aufweichen er hier unk da seine Compositionen aufführte.1893 begleitete er August v. Kotzebue auf ein Jahr nach Paris und wurde zumCapellmeister ernannt. Er war ein guter Musikdirector und in der Behandlungseines Orchesters ausgezeichnet. Dagegen warf mau ihm geräuschvolles Tactirenbei Aufführungen und eine einseitige Vorliebe für Gluck 'sche Musik vor. Dochbat diese zur Behauptung eines bessern Geschmacks in der dramatischen Musik inBerlin sehr heilsam gewirkt. In seinen eignen Composinonen, von denen die mei-sten aus einzelnen Musikstücken zu Schauspielen (zu „Teil", „Braut von Mes-stna", „ Jungfrau von Orleans", Werner's „Weihe derKraft", Kotzebue's „Hus-fiten") und andern Gelegenheitsstücken (Musik zuGötbe'S „Epimenides ") bestehen,erkennt man dieses Vorbild allerdings auch, aber dabei auch'Streben nach poeti-scher Charakteristik, die jedoch ;inve:len in die Breite geht (wie in der Ouvertürezu „Wilhelm Teil"). Kenntnis großer Orchestereffecte, Klarheit, kräftigen Aus-druck und Häufung gefälliger Melodie, bei weniger Originalität und Mannigfaltig-keit der Cledanken. Sein Duodram „Sulmalle" (1802), seine Oper „Deodata"(1810), und seine „Hermann und ThuSnelde", welche 1819 aus die Bühne kam,beide mit Texten von Kotzebue , sowie das kleine Singspiel „Die Wette" (1807),sind außer Berlin nicht sehr bekannt. Mehr sind es seine herausgeg. melodiösenund charaktervollen Gesänge mit Begleitung de?Pianoforre(die meisten zu Schau-spielen gehörig), und seine melodramatische Composirion der Schiller 'schcn Ballade:„Fridolin, oder der Gang nach dem Eisenhammer". Auch soll er früher ein fertigerund gründlicher Clavierspieler gewesen sein. Er starb zu Berlin 1821.
Weber (Karl Maria v.), k. sächs.Capellmeister undMusikdirector der deut-schen Oper in Dresden, war den 18. Dec. 1786 zu Eutin im Holsteinischen geb.,und genoß einer sehr sorgfältigen Erziehung. Malerei und Musik theilten sich haupt-sächlich in seine Iugentmuße. Nicht ohne Glück versuchte er sich in mehren Zwei-gen bereistem. Aber die Tonkunst verdrängte, ihm selbst unbewußt, allmälig ihreSchwester gänzlich. Eigenthümliche Neigung bewog seinen Vater, den Majorv. Weber, zuweilen seinen Aufenthaltsort zu wechseln, womit denn freilich für denSohn der Nachtheil verbunden war, auch seine Lehrer öfter wechseln zu müssen.Den besten Grund zur kräftigen, deutlichen und charaktervollen Spielart auf demClaviere legte er bei dem braven, strengen unk eifrigen Heuschkel >n Hildburghau-sen (1796). Je mehr der Vater die allmälige Entwickelung eines großen Talentsin seinem Sohne wahrnahm, desto liebevoller sorgte er für dessen weitere Ausbil-dung mit Aufopferung. Daher brachte er ihn auch einige Zeit zu Michael Haydn nach Salzburg . Doch stand dieser ernste Mann dem Kinde noch zu fern, welchesnur wenig und mit großer Anstrengung von ihm lernte. 1798 ließ W.'s Vater zudessen Ermunterung 6 Feigheiten von ihm drucken, sein erstes gedrucktes Werk,welches von der leipziger „Allgem. musikal. Zeitung freundlich angezeigt wurde. ZuEnde 1798 kam W. nach München und erhielt im Gesänge bei dem SingmeistcrValesi, in der Composition bei dem jetzigen Hoforganisten Kalchcr Unterricht. Dem