Wedckind
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Mainz in franz. Herrschaft übergegangen war, trat W. als >lä,Ie,-in stez InssütanrI»iliiuires <><,- >7>i»che in franz. Dienste. Er schrieb in dieser Anstellung „über dieKacheyie überhaupt und über die Spitalkacheyie insbesondere" (Leipz. 1786) und„Nachrichten über das franz. Militairspitalwesen" (Leipz. 17 6 7 >—68, 2 Bde.),worin er dieMorveau'schen Räucherungcn zueist bekannnnachte. Auch bewies er ineiner aus dem „Mcniteur" in wehre deutsches curnale cufaercn iirren Llbhandl.,gegen Sömmering und Sue, die Unmöglichkeit, daß nach der Enkbaupkung im KopfeBewußtsein zurückbleiben kenne. Die Revolution veranlasste W. zur Herausgabepolitischer GelegenheitSschrifren, welche ebenso sehr s. FrciheikSsinn als s. Liebe fürgesetzliche Ordnung ausdrücken. Zn s. „Beiiierkungen über das Iakobinei Wesen",die er in Strasburg drucken ließ, zeigie er die Llusartung der Vergesellschaftenin ein demagogisch-jesuitisches Institut. SeineSchrift: „Fiankrcichsökononiischcrund politischerAustand unter dessen Consinution vom dritten ^,ahre der Republick"(franz. und deutsch, Strasburg 1786), worin er zu zeige» suchte, daß die dem Di-rcetvrium verliehenen Vorrechte die Vonüge der monarchischen Verfassung darbö-ten, ohne die Wünsche derFieute der Republik zu vernichten, wurde so gut ausge-nommen, daß man ihm die Bürget kröne ertheilte. Als aber dieMängel ticsserCon-stitution kenntlich wurden, hielt c? W. für s. Pflicht, auch die Schattenseite der-selben in einer anonymen Schrift: „Vei trauteBriefe über die Revolution vorn 18.Brumaire" (1800) darzustellen. ?sls ?)lainz 1767 wieder in franz. Botmäßigkeitgerathen war, setzte W. daselbst sei» Amt als Pros. undMilttairarzk fort, wobei erauch als Mitglied der Departementalgesellschast der Wissenschaften thätig war. Erwar einer der Ersten, die in Deutschland die Kuhpocke, »npsung untersuchten, undstellte in s. „Theoretisch-prakt. Abhandl. von den Kuhpockcn" (Basel 1802) eineTheorie der Kupocken aus. Die von ihm entdeckte Methode, der Hundswukh nochnach teni Wiederaufbrcchen der Narben vom Biß des Huntes vorzubeugen, durchgehörige Anwendung der Belladonna innerlich und des Sublimat? äusserlich, wurdevon der Departementalministration Zu Mainz empfohlen. Da Napoleons Re-glern» gssystem immer druckender wvrte, so gab W. um so leichter s.franz.Bürger-recht auf, als der Grossherzog von Hessen, den er von einer gefährlichen Krankheithergestellt hatte, ihn in s. Dienste als Leibarzt mit dem Titel eines Geh.-Ralhs be-rief. Auch erhielt er das Ccrnmantcurkrcuz des Verdienstordens. Zm folg. Z. er-hob ihn der Grossherzog aus eignem Antrieb in den Frecher rüstend, und 1821 er-theilte er ihm das Großkrcuz zweiter Classe. Auch ernannte ihn der Kurfürst vonHessen zum Commandeur des Löwenordcns 1. Classe, und der Grossherzog vonSachsen-Weimar ertheilte ihm den Falkenorden. Unters, spätern Schriften nennenwir die „Über den Typhus oder das ansteckende Nervcnfteber" (1814), welche nacheiner engl. Übersetz, auch in span. und poriug. Sprache erschienen ist, und die aufVeranlassung des Großherzog? v. Frankfurt sehr sieimuthig verfoßteSchrift „Überden Werth der Heilkunde" (1816). ZnKcxps „Zabrbüchcrn der Staatsarznei-kunke" hat v. W. s. Ansichten über Organisation des Medicinalwesens dargelegt,und in Henke'S „Zeitschrift für die Staarsarzneikunde" findet man unter vielenandern Aufsätzen einen Abdruck des von ihm für die großb. Hess. Truppen entwor-fenen MilitairsonitätSreglementS, wobei er d>e franz. Einrichtungen des Militair-sanitätSwesen? benutzt hat. Zn dor ärztlichen Theorie und Prayis huldigte v. W.stets den Grundsätzen de? ElecticiSmuS, und bei logischer Behandlung der Gegen-stände hatte er den rationellen Empirismus vor Augen. Das Eigenthümliche seinertheoretischen Ansichten und inwieweit dieselben nur denen von C. L. Hoffn ann über-einstimmen, findet man in s. „Abhandlungen von den Kuhpocken" und in s. Schrift„Ueber den Werth der Heilkunde", ingleichen in s. „Piüsung desHohneinann'schenSystems". Herr v. W. gewann auch die von der gelehrten Gesellschaft zu Utrecht 1802 ausgestellte Preisfrage „Ueber dieNatur und Heilart der Ruhr und über dieCouversatiens^epicon. M-XIl. 9