Weg. nasser und trockener Wegscheider? 181
Landschaften, Thierstücke, Geschichten mit großer Sauberkeit und AuSfühmng,doch etwas eintönig. — Einen noch größer« Ruf erlangte s. «Lohn Johann W.,geb. zu Amsterdam 1644, den er auch kur.e Zeit unterrichtete. Nachher verfolgtedieser auf eignem Wege die Natur, und erlangte besonders in der Darstellung desThierischen eine große Meisterschaft. Stillleben, Hirsch-, und Schweinsjagden(einige verfertigte er für den Kurfürsten von derPfalz, Johann Wilhelm), lebendigeund todte Thiere (eben geschossene Hasen, Rehe, todte Schweine, Hühner, Dögelrc.)hat er mit einer unerreichbare» Naimwahrheü und mit großen, Farbenzauber dar-gestellt. Schöne Werke von ihm besitze» die Galerien von München, Dresden undPommcrsfelden. Er starb zu Amsterdam 1714.
Weg, nasser und trockener, nennt man in der Chemie die Ope»rationen, wodurch Körper ausgelöst und mit einander verbunden werten. Stets istes in diesem Falle Trfoderniß, daß einer der beiden Körper in flüssigem Zustandevorhanden sei. Der flüssige Körper heißt dann das Auflösungsmittel (s. d.).Zst tiefes von Natur flüssig, so nennr man die Verbindung eines solchen flüssigenKörpers mit einem festen eine Auslosung oder chemische Operation „auf nassemWege". Sind aber beide Körper starr oder fest, so muß der eine dieser beiden Kör-per, der das Auflösungsmittel bilden soll, durch Hülfe des Wärmestoffs erst in flüs-sigen Zustand verseht werden, und dann nennt man dieses Verfahren eine Auflösungoder chemische Operation „auf trockenem Wege".
W e g e l a g e r u n g, Ob^e^in , n>e. heißt in den Rechten die Handlung,da man auf öffentlichen Straßen m> Hinterhalte aufZemand lauert, in der Ab-sicht, ihn zu beschädigen, zu fangen, zu plündern. Dieses wird als eine Art desLandfriedensbruchs angesehen und ist daher in den Gesetzen hart verpönt.
Wegemesser, Schrittmesser, M e i l e n m e s s e r. Nichtsist leichter, als den geradlinigen Raum zu messen, den ein Rad durchlaufen niuß,um eine volle Unidrehung zu machen. d. h. bis der Kopf des nämlichen Radnagelsden Boten wieder berührt, und die Anzahl der Radumläufe bestimmt also den zu-rückgelegten Weg. Auf tiefem sehr nahe liegenden Gedanken beruht also dieEinrich-tung des Wege- oder Schrittmessers. Man denke sich z. B. in der Büchse des Radesein Zifferblatt, auf welchem einige Zeiger die Anzahl jener Umläufe anzeigen; dieEinrichtung kann sehr verschieden sein. — Die mit Vermessung der Poststraßenim Preußischen beauftragten Baubedienten hatten solche Wegemesser in der beque-men Gestalt von Schubkarren, die sie vor sich hei schieben lassen konnten.
Wegscheider (Julius August Ludwig), I)., einer der berühmtesten sogen,rationalistischen Theologen neuerer Zeit, ist am 17. Sept. 1771 zu Kübbelingen imBi-aunschweigischen geb., wo s. Vater Prediger war. Nach gründlichen Vorstudienauf dem Pädagogium zu Heimstatt und dem Collegium Carolinum zu Braun-schweig bezog er die Universität Helmstädt und widmete sich dem Studium derTheologie, welches er mit dem der Philologie und Philosophie eifrig verband. Aus-gezeichnete Männer, wie Henke, Wieteburg u. A., wurden s. Lehrer und Freundeund befestigten in dem selbstprüftnde» Iünglmge den schon früh erwachten Sinnfür die unbeschränkte Erforschung des Wahren. Nach beendigten Universitätsflu-dien erhielt er die Würde eines 1). der Philosophie und legte, als Mitglied des unterWiedeburg's Leitung stehenden Philolog. Seminars und als Lehrer an demselbenPädagogium, dem er s. frühere Ausbildung verdankt, die ersten Proben seiner Lehr-geschicklichkeit ab. Darauf übernahm er eine Hauslehrerstelle in dem Lullem'schenKaufe zu Hamburg , und hielt als Candidat des dortige» Ministeriums öfter mitBeifall Predigten. Wie eifrig er in dieser Lage das Studium der Theologie undPhilosophie, damals vorzüglich der Kant'scheu, fortgesetzt habe, beweisen 2 währenddieserZeit von ihm verfaßte Schriften: „IttNiees bioionrum reeen tiuru,,, lüucls->»enla ex ipsoruiri suriztti» eint» algue eum piilicij>Ü5 etblecx, ,zuse critie«