Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
132
JPEG-Download
 

182 Wehrqcld

rationi-i praalwal; iooii»stn>i> Kantinm oxliilxtt. rninparatn" (Hamburg 1797),und: „Versuch, die Hauptsätze der philosophischen Religionslehrc in Predigten dar.zustellen" (Hanib. 1891). Diesen Kanzelvorträgen ist eine Abhandlung über Be-förderung des Religionsinteresses durch Predigten vorangeschickt, in der gezeigt wird,wie eine freimüthige und offene Vernunftbelehrung mit einer zweckmäßigen Einwir-kung auf das Gefühlsvermögen der Zuhörer verbunden werden müsse. Außerdemerschien von ihm eine dem Philosophen Iacobi gewidmete Schrift: „Über die vonder neuesten Philosophie gefederte Trennung der Moral von der Religion" (Hamb .1894). Früh schon war in W. der Wunsch erwacht, als akademischer Lehrer seinemVaterlande zu nützen. Daher verließ er 1895 Hamburg , wo es an einer Beförde-rung in ein geistliches Amt nicht gefehlt haben würde, und ging nach (Abklingen,wo er als A,>gi>,wi le-^-o-, und theologischer Repetent mit Beifall lehrte und imvertrauten Umgänge mit s. Freunde Bouterwek glückliche Tage verlebte. Bei seinerHabilitation daselbst schrieb er eine geistvolle Abhandl.: „lw iU-woo,,,,» mv.ttciii,„<»> nIiirinb'inliS ((Abklingen 1895), welcher die gelehrte „Einleit. indas Evangelium de? Johannes" (<Aött. 1896) folgte. 1896 nahm er den Ruf zueiner ordentl. Professur der Theologie und Philosophie in Rütteln an, nachdem ihmdie göttingische theolog. Faeuktät ihre höchste Würde ertheilt hatte. Auch hier wars. Wirksamkeit als theologischer und Philosoph. Lehrer höchst erfreulich. Nicht ohneRührung verließ er daher diesen Ort, als die Universität unter der westfälischen Re-gierung 1819 aufgehoben und er als ordentl. Pros. der Theologie nach Halle versetztward, wo sich der Kreis s. Wirkens beträchtlich erweiterte. Jetzt erschien von ihm:„Der erste Brief des Paulus an den TimotheuS , neu übers. und erklärt, mit Bezie-hung auf die neuesten Untersuchungen über die Autenthie desselben" (<Aött. 1819).Zn dieser Schrift ward Schleiermacher , der die Authentie dieses Briefes in dem1897 erschienenen kritischen Sendschreiben über denselben angefochten hatte, wider-legt, und dargethan, daß der Paulinischc Ursprung dieses Briefes, wenngleich nichtüber allen Zweifel völlig erhaben, doch unendlich viel wahrscheinlicher sei, als jededieser Annahme entgegenzusetzende Hypothese. Die Vorlesungen, welche W. seitdem Antritt s. Lehramtes gehalten hat und fortwährend mit sich stets gleichbleiben-dem Beifall hält, betreffen Exegese des Neuen Testani., Dogmengeschichte undbesonders Dogmatik. Zum Behufe des Collegiums über die Glaubenslehre gab er1815 s. „lintti>nlioiie<; tli>'ui»Wie aliri^ii.iiiiil- (lngnnttiaae" heraus, welche 1829zu Halle in der 6. vermehrten Ausgabe erschienen. In diesem Werke wird das filpra-naturalistische System nach dem ältern kirchlichen Lehrbegriffe ausgeführt, nach demGesichtspunkte des Rationalismus, oder richtiger des kritisü enden Verstandes be-urtheilt, und dann das von Wegscheiter zuerst mit völliger Conseguenz durchgeführterationalistische System der christlichen Glaubenslehre dargestellt. Neben den Vor-lesungen leitete W. die Übungen einer theolog. Gesellschaft, zu der eine Zahl ausge-wählter Jünglinge Zutritt Hütte, und welche seit 1826 in eine besondere Abtheilungdes königl. theologischen Seminars unter W.'S Direktion übergegangen ist. Allge-meine Liebe und Achtung von Seiten s. Amtsgenossen und der studirenden Jugend,die in ihm einen väterlichen Berather und in s. Hause den bildendsten Umgang findet,entschädigt ihn für die Angeberei, mit welcher im 1.1839 der Parteigeist des Mysti-cismus in der „Evangel. Kirchcnzeitung", Nr. 5 fg., seine und Gefenius's Lehr-vortrüge verdächtigen und Beide verketzern wollte. Vgl. O.Bretschneider's „Send-schreiben: -Ob evangel. Regierungen gegen den Rationalismus einzuschreiten ha-ben?" (Leipz. 1830).

Wehrgeld (-verigülll, evisiri^elclum). Rohe Völker, u. a. auch die germa-nischen Stämme von Tacitus bis ins Mittelaltcr, wissen noch nichts davon, daßnur der Staat strafen soll, oder daß er Beleidigungen der Einzelnen unter einanderstrafen dai>f. Sie hielten es für Schande, sich nicht selbst zu rächen, und dies Recht