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Zwölfter Band. W bis Z.
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154 Wcinsberg Weighaupt

Verfälschungen auch verschiedene Weinproben. So entdeckt man einen tu starkenScbwefelgehalt durch eine Auflösung von Atzendem Laugensal; und Wasser. Zustark geschwefelten Wein erkennt man, wenn durch Hinzusetzung einer salpetersaurenSilberauflösung ein brauner oder schwärzlicher Niederschlag erfolgt. Die Hahne-»nann'sche Weinvrobe verräth die Verfälschung der Weine durch Metalle, nament-lich durch Bleikalke. Bei Abwesenheit von Metall bleibt der Wein unverändert;zeigt sich dagegen ein schwarzbrauner Niederschlag, so ist Blei, ein dunkelbrauner,so ist Kupfer, ein pomeran'enfarbener, so ist Epießglanz, ein gelber, so ist Arsenik vorhanden. Eisen, das durch die Hahnemann'sche Weinprobe nicht zu entdecken ist,wird durch Galläpfeltinctur entdeckt, indem eisenhalkigerWeindadurch eine schwarzeFarbe erhält. Alaun, der mehr den rothen als weisen Weinen beigemischt wird,ist vorhanden, wenn hineing.tröpfelte Kaliauflösung oder kauüische Ammonium-flüssigkeit einen graubläuliche.! Niederschlag erzeugt. Beigemischter Weingeist ver-räth steh durch den (Geruch; auch verflüchtigt er sich schon bei einem Wärmegradevon 176—265° Fahrenheit, was beiden! einem natürlichen Weine eigenthümlichenWeingeiste erst bei 212° geschieht.

W einsberg, Stadt undSih eines OberamteS im würtemberg. Neckar-kreise, an der Sulm, mit 172ü E., hak Weinbau. Die Trümmer des SchlossesWeibertreu erinnern an die Belagerung desselben 1140, wo Kaiser Konrad UI.nur den Weibern freien Abzug mit dem Besten auf dem Rücken gestattete. 1823ward hier ein Frauenverein gestiftet zur Verschönerung des Berges und zur Unter-stützung unbemittelter Frauen, die sich durch Treue und Aufopferung ausgezeichnethaben. (Vgl. Welsen.) S. C. Iäger'S „Beschreib, und Geschichte der BurgWeinsberg" (Heilbronn 1828).

Weinstein ist die an? jungen Weinen sich scheidende feste, rothe oder graueMasse, welche sich an den Wanden der Fässer ansetzt und aus zusammenhängendenKrnstallen besteht. Durch wiederhc lteS Auflösen in siedendem Wasser, Durchseihenund Abdunsien wird er von den fä: benden und a. nicht wesentlichen Stoffen gerei-nigt, und gibt krystallistrtdengereni.gtenWeinstein, oderdieWeinkrvstalle. W ein-steinrahm, vgl. (?.r,-n,nr tart.iri. Der gereinigte Weinstein besteht aus ei-ner ihm eigenthümlichen Säure um'' aus Kali, und wird mit verschiedenen andernmineralischen Swffen verbunden, worüber die Chemie Auskunft gibt.

Weishaupt (Adam), geb. zu Ingolstadtd. 8. Febr. 1718, studirtedaselbstund erhielt, nachdem er 1768 l>. der Rechte geworden war, die Stelle eines juristi-schen Repetenten, 1772 eine außerorbenrl. Professur der Rechte und 1775 die Pro-fessur des Natur-und kanonischen Rechts, mit keni T. eines Hofraths. Da dieLehrerstelle des kanonischen Rechts verher immer von OrdenSgeiülichen war beklei-det worden, so feindeten ihndieGeissüchen an, zumal da er, ein Zögling der Jesui-ten , nach Aufhebung des Ordens sich als ihr bitterster Feind zeigte. Er trat al? einaufgeklärter Mann mitmehren guten Näpfen in Verbindung und suchte sie für s. so-gen. Kosmopolitismus empfänglich zumachen; dabei ging er aber so offen und soschuldlos zu Werke, daß man ihm deßhalb öffentlich nichts anhaben konnte; destoMehr beeiferten sich die Jesuiten , ihn im Geheimen als einen Aufklärer zu necken.Als Rechtsgelehrter erlangte er viel Ruhm; s. Vorlesungen wurden von Studentenaus allen Facultäten besucht, er benutztedieseGelegenheit,s.neue Lehrest Zuhörernbekanntzumachen, und so ward st Hörsaal die Pflansschule des Kosmopolitismus,für welchen er selbst den so berüchtigt gewordenen Illuminatenorden (st d.)stiftete. Nachdem W„ als ein Opfer mönchischer Verfinsterung und eigner Unvor-sichtigkeit, st Lehrstelle 1785 vet'leren hatte, ging er »ach Gotha , wo ermit dem T.eines sachs.-gothaischen Legaticnisrath seit 1786 als Privatmann lebte und sichdurch Herausg. mehrer philosophischen Schriften auszeichnete. Die wichtigstensind: 1) „Vollständige Geschickte der Verfolgung der Illuminaten in Baicrn",