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Weiß
sagungen Jesu selbst hat der Erfolg bestätigt. Unter die Vorzüge, mit denen der heil.speist die ersten Lehrer des Christenthums ausstatten sollte, gehörte auch die Gabeder Weissagung; von den Proben derselben ist jedoch sehr wenig Zuverlässiges be-konnt, und nie waren die Christen völlig einverstanden, in welchem i^stnne und inwelcher Beziehung der prophetische Inhalt der Offenbarung IohanniS aufzufassensei. Das Christenthum berechtigt, seit die Periode seiner Stiftung vorüber ist, Kei-nen mehr, Aufschlüsse über die Zukunft durch göttliche Eingebung zu erwarten odervorzugeben, und seine Lehren verweisen, in Rücksicht zukünftiger Begebenheiten, zuruhigem Vertrauen auf die allwaltende Regierung Gottes. Hierdurch hat nicht nurdas auch später oft versuchte Weissagen, sondern auch die alte Wahrsagerkunst, diesich durch Auslegen angeblicher Vorbedeutungen und Deuten willkürlich gewählterZeichen auf künftige Ereignisse, welche mit ihnen nach der Erfahrung in keinem ur-sächlichen Zusammenhange stehen, geltend machte, den öffentlichen Glauben ver-loren. Das Prophezeien ist daher unter den Christen ein der kirchlichen und bürger-lichen Anerkennung ermangelndes Geschäft, das von Schwärm»-», Gauklern undZigeunern zur heimlichen Befriedigung der Wundersüchtigen und Leichtgläubigenauf eigne Hand getrieben wird. Mit diesem verbotenen Gewerbe, dessen ganzes Ge-heimnis blos auf Menschenkenntnis und schlauer Benutzung von Schwachen, theilsauf frecher Betrügerei und Mrstification beruht, darf weder das nicht genügend er-klärte Ahnungsvcrmögen (s. Ahnung), noch das Vorhergehen der somnambulen(s. Magnetismus, thierischer), noch die Sehergabe der Weisen verwechseltwerden, welche im Vergangenen und Gegenwärtigen die Keime des Zukünftigen er-blicken, und durch Schlüsse die bevorstehende Gestaltung der öffentlichen Angelegen-heiten, wie das künftige Schicksal der Einzelnen, mit ziemlicher Sicherheit vorher-zusagen wissen. An selche», auch i» unsern Zeiten oft gehörten, bisweilen einge-troffenen und, wen» sie mit Bescheidenheit vorgetragen werden, stets bedingten, abereben darum nicht eigentlichen Weissagungen ist übrigens nichts unbedingt Wunder-bares, und nur der Mangel an Nachdenken und Aufmerksamkeit aus den Zusam-menhang der menschlichen Angelegenheiten macht den große» Hausen staunen, woein geschärfter Blick weiter sieht als die immer Blinden. L.
Weiß (Christian Samuel), 0., ordeml. Prost der Mineralogie an derUniversität zu Berlin , Dircctor des königl. MineralieneabmetS und ortcnrl. Mit-glied der phvstkal. Classe der k. Akad. der Wissensch. daselbst w., einer der ausge-zeichnetsten Mineralogen unserer Zeit, wurde 1180 zu Leipzig geb., studirte aufden Schulen und der Universität seiner Vaterstadt und besuchte darauf die Berg-akademie zu Freiberg , wo er zu Werner'S vorzüglichsten Schülern gehörte. Spätermachte er mineralogische Reisen, u. a. auch »ach den erloschenen Vulkanen Süd-frankreichS, besuchte Paris und die Vorlesungen des berühmten KrvstallographenHauy (s. d.), hielt dar. uf Privatvorlesungen in Leipzig und wurde 1809 alsordentl. Prost der Physik daselbst angestellt, wobei er seine Dissertation „Uo iu-clao^nilo Inrnuirum erv.'Ualünur»,» ein» untere ^eomclrico prlnnipuH" öffent-lich vertheidigte. In dieser Abhandlung, die er noch in einer Commentation fort-setzte, finden sich schon die Grundlagen einer Abtheilung sämmtl. Krystallgesialtcnin gewisse Snsteme. 1811 folgte W. dem verewigten Staatsrarh U. L. G. Kar-sien, mit welchem vereint er seit 1806 eine Übers. von Hauv'S „iäuile -le »>i,>c-ralonste" besorgte, als Prost der Mineralogie an der Universität zu Berlin , wo erseit jener Zeit Mineralogie, Krystallographie, Geognofie, Bodenkunde für Forst-leute :c. lehrt. Er hat bereits eine Menge guter Mineralogen gebildet und denmathematischen Theil der Mineralogie nach einer sehr naturgemäßen Methode zueinem hohen Grade der Vollkommenheit ausgebildet. 1813 schrieb er eine Abhandl.,.ssber die natürlichen Abtheilungen der Krystallisarionssysteme^, welche er, da erzum Mitgliede der kouigl. Akad. der Wissensch. erwählt wurde, am 14. Dcc. die-