Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weiße

ftr berühmten gelehrten Gesellschaft vorlas, und welche in deren Abhandlungen1814 und 1815 abgedruckt ist. Er war daher der Erste, der eine solche Abtheilung,die Basis alles krvstallographifchen Wissens, ausstellte, wiewcl M ohs (s. d.) spä-ter auch auf eine solche geleitet wurde. Außer seinen genannten Schriften und einerReihe von Abhandl. in den Schriften der Akademie und der naturforsch. Gesellschaftzu Berlin , besitzen wir nichts von ihm, und eS ist zu bedauern, daß sich ein so aus-gezeichneter Mineralog, dem die Schätze einer kostbaren, sehr vollständigen Mine-raliensammlung zu Gebote stehen, nicht zu einer systematischen Arbeit entschließt,die gewiß einen vorzüglichen Rang unter den mineralogischen Lehrbüchern einneh-men würde. — Sein Mineralsystem ist ein natürliches, in dem richtige Bestim-mung der SpecieS oder Gattung die Hauptsache ist. Wiewol er nun die Gestalt alsGrundprincip bei Feststellung der Species annimmt, so schließt er doch die Resul-tate der chemischen Untersuchung nicht davon aus, wie es denn überhaupt wol eineirrige Ansicht ist, daß diese nicht in die Naturgeschichte des Mineralreichs gehören.Als Geognost ging er schon früh seinen eignen Gang und »ahm mit v. Buch u. A.an, daß eS auch, gegen Werner'ü Ansicht, Kräfte gebe, die bei Bildung der Erd-oberfläche von Innen auswärts gewirkt und die schon vorhandenen Gebirgsschichlenverändert haben.

Weiße (Christian Felix), ein Name, der, so weit die deutsche Sprachereicht, mit Achtung genannt wird. Gleich schätzbar als Schriftsteller und alsMensch, gehört W. unter die verdienstvollsten Männer seines Zeitalters, aus wel-ches er durch seine rege Wirksamkeit als Dichter und vorzüglich als Lehrer der Ju-gend einen bedeutenden Einfluß hatte. Er ward den 8. Febr. n. oder den 28. Jan.a. St. 1726 zu Annaberg im sachs. Erzgebirge geb. Sein Vater war Rector derdasigen Stadtschule und ward gleich nach des Sohnes Geburt Director des Gym-nasiums zu Altenburg , wo er frühzeitig starb. W. erhielt hier seinen ersten Unter-richt, und widmete sich von 1715 an zu Leipzig vorzüglich der Philologie. Er fandhier noch jene Versammlung guter Köpfe, welche unsere schöne Literatur so rühmlichgehoben haben: Klopstock , Cramer, die Schlegel u.A. Mir Lesung knüpfte er einevertraute Freundschaft, und Beide singen gemeinschaftlich an, für das deutsche Theater zu arbeiten. W.'S erster, nun freilich vergessener, Versuch war „Die Ma-trone zu EphesuS"; auch übersetzte er verschiedene sranz. Theaterstücke. 1750 warder Hofmeister eines jungen Grafen Geyeroberg, mit welchem er noch mehre Jahre inLeipzig verweilte. Während dieser Zeit ward er mir Geliert und Rabener bekannt,arbeitete fleißig für das Theater, gab 1758 s. „Scherzhaften Lieder" heraus, dievielen Beifall fanden, und ging 1759 mit s. Zöglinge nach Paris . Als er 1760 nachLeipzig zurückkam, blieb er eine Zeit lang ohne Anstellung; die meisten seiner dra-matischen Werke sind aus dieser Periode. Auch gab er 1760 die „Bibliothek derschönen Wissenschaften und freien Künste" und 1761 seine damals sehr zeitgemäßen„Amazonenlieder" heraus. 1762 erhielt er die Stelle als Kreissteuereinnehmer inLeipzig , welche er bis an seinen Tod bekleidet hat. Seine ganze Muße war lüerari-schen Arbeiren gewidmet. Von 1763 an arbeitete er für die Koch'sche Gesellschaftin Leipzig komische Opern, zuerst in Übersetzungen aus dem Franz., später Original-stücke („Die Jagd", „Der Arntekranz") und eine Reihe von Lustspielen. Am we-nigsten glückten ihm die Trauerspiele. Diese Stücke haben lange Beifall gefunden.Seit 1774 gab er die theatralischen Arbeiten fast gänzlich auf. Außer der Heraus-gabe der „Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften", vielen Übersetz, aus demFranz, und der Theilnahme an dem neuen Gesangbuche s. Freundes Zolükofer, be-schäftigte er sich jetzt vorzüglich mit Schriften für die Jugend und half dadurch ei-nem lange gefühlten Bedürfniß ab. Seine „Lieder für Kinder", sein „ABC-Buch"wurden mit verdientem Beifall aufgenommen; das Letztere ist lange das vorzüg-lichste Buch dieser Art geblieben. Von 1775 an gab er den „Kinderfreund" heraus.