Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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170 Wellington

Negerhandels erklärten, daß sie zu jeder Maßregel, dem Sklavenhandel ein Endezu machen, mitwirken und denselben als Leeräuberei untersagen wollten; es seijedoch vorher eine Übereinkunft mit Frankreich undPortugal in Ansehung der Aus-führung aller zweckdienlichen Mittel zu treffen. In dems. I. 1823 stimmte W.für die irländische Insurrectionsbill. um die Unruhe» aus dieser Insel mitGewaltzu unterdrücken. Im Aug. und Sept. 1823 unternahm er eine Reise nach denNiederlanden , um den Bau der neuen Festungen an der franz. Grenze Zu besichti-gen, dessen Kosten mit den franz. ContributionSgeldern besinnen wurden. Auchin den folg. Jahren ward der Herzog v. W. zu wichtigen CabinetSveriammlungengezogen. Er besaß fortwährend die königl. Gunst, was man schon daraus ersah,daß der König Georg I V. ihm die Ehre erwies, 2 Mal bei ihm zu speisen, was ernoch bei keinem andern Unterthan seines Reichs gethan hakte. Nach dem Tode desKaisers Alerander ward er von Canning gewählt, um dem Kaiser Nikolaus zu s.Thronbesteigung Glück zu wünschen, während gleichzeitig der britische GesandteStratford-Canning in Konstankinopel (März 1828) die Unterhandlung zu Gun-sten der Griechen einleitete. Die Regierung bewilligte dem Arzte (l>. Hume , derden Herzog begleitete, einen ansehnlichen Gehalt und auf den Fall seines Todes derFamilie desselben ein Iahrgeld. Der Herzog ging über Berlin , wo er als Feldmar-schall (er ist Chef des 28. preuß. Infanterieregiments) empfangen wurde und vornK önig Blücher'S Büste erhielt, nach Petersburg . Auch hier war er stets in derNähe des Monarchen, und der Kaiser legte dem Infanterieregimente LnnolenSkden Namen des Herzogs v. Wellington bei, Nachdem er mit dem dortigen Cabinetüber die türkisch -russische und die grieckisch-europäische Sache verhandelt hatte,kehrte er im April über Bnim undBi üssel nach Englandzurück. W. war nämlichvon Canning und zugleich von Frankreich , Östreich und Preußen bevollmächtigt,dem Petersburger Cabinet zu eröffnen, daß die großen Mächte in der Absicht über-einstimmten, die Griechen gegen die Odmanen zu beschützen. Canning wollte da-durch einem Kriege Rußland ? niit der Pforte vorbeugen, und in diesem Sinneward dasProtokoll vom 4. April1828 imssetcrsburg abgefaßt, welche? die Grund-lage des londner Tractats vom 6. Juli 1821 wurde. Darauf ward auch dasrussische Ultimatum in der türkisch -russischen Angelegenheit am,4. Mai von derPforte, um einen Krieg mit Rußland zu vermeiden, angenommen. Sowie nunRußland seine eigne Angelegenheit mit der Pforte unmittelbar, ohne fremde Da-zwlschenkunfr geordnet zu haben glaubte, so schien es dagegen der ausschließendenLeitung der griech. Angelegenbeiten zu entsagen. Diese harte vielmehr Canning'SKlugheit jetzt m Englands Hand gelegt. Das britische Cabinet wollte nun inÜbereinstimmung mit den großen Mächten die Pforte zur Anerkennung der griech.Freiheit nöthigen, und der britische Admiral Codrington erhielt den Oberbefehl überdie vereinigte brit.- franz.- russ. Flotte bei Morea. Allein Canning'S Tot und dasschwankende System des brit. CabinetS nach der Scbkacht bei Navarin störten jenengroßen Plan. DiePforte hoffte jetzt aufEnglantS Beistand, und reizte aufs NeueRußland. Als nun W. im Januar 1828 an Goderzch's Ltelle erster Minister ge-worden war (ungeachtet er im Mai 1821 im Oberhause selbst gesagt hatte, daß erdie zu diesem hohen Posten nöthigen Eigenschaften nicht besitze), so verließ er Can-ning'S Plan, neigte sich mehr auf die Seite der Tones, und behandelte die griechi-sche Sache mit Lauheit. Dadurch verlor England die von Canning errungene Ini-tiative. Rußland unternahm den Landkrieg, und England trat in eine fast passiveStellung zurück. Auch Portugal wurde, als hier D. Miguel seine Eide brach,hülflos der Tyrannei des Usurpators überlassen, unh W. widersprach sich selbst, in-dem die Prinzessin Maria v. Brasilien in London als Königin von Portugal behan-delt, die ihr treuen Portugiesen aber verlassen und von der Landung aus Terceira (s. Portugal ) mit Gewalt entfernt, D. Miauel's Blockaden des Hafens von