Herren die glänzendsten Belohnungen erhalten. Der König von den Niederlandenernannte ihn 1815 zum Fürsten v. Waterloo. Die übrigen Monarchen Europas überkäuften ihn mit Titeln, Orden und Geschenken. So ward er zugleich Feldmar-schall der engt., portug., span., nieder!., östr., russ. und preuß. Heere. Der Königvon Portugal schenkte ihm,ein Tafelgeschirr von Silber, mehr als I Mill.Thlr.an Werth; der Kaiser von Östreich und der König von Preußen sandten ihm, jederein Tafelgeschirr von wiener und berliner Porzellan , auf welchem die Siege desFeldherr» abgebildet sind, und der König vonSachsen ein durch die Größe undSchönheit der Form, wie durch Malerei ausgezeichnetes meißner Porzellanservice.Auch die Kaufleute von London verehrten ihm ein nach Smirke's Zeichnungenkunstreich verfertigtes Schild von massivem Silber (3Fuß Z Zoll im Durchmesser),auf welchem er, seineOfsiciere und s. Siege in halb erhabener Arbeit dargestellt sind.Noch gebührt dem Herzog das Verdienst einer vorzüglich guten Heerverwaltung.Die Mannszucht s. Heeres hat die aller andern übertreffen, die Verpflegung seinerTruppen war besser eingeleitet, und die Einrichtung derFeldspitäler reinlicher undzweckmäßiger, daher auch der Gesundheitszustand seiner Truppen besser als der allerandern, 11 brigens sprach sich in allen s. Berichte» die ihm eigne Bescheidenheit undMäßigung aus. Als Diplomatiker nahm der Herzog v. W. seit dem Congreffe zuWien und den Verhandlungen 1815 in Paris , an den wichtigsten Berathungender Hauptmächte Theil. Zm Oct. 1818 war er auf dem Congreffe in Aachen zu-gegen, wo man ihm, wie einem Prinzen von Geblüke, eine Ehrenwache gab. Nachdem Tode des Marguis v. Londonterry stellte ihn seine Regierung an die Spitzeder britische» Diplomaten auf den, Congresse zu Verona (Oct. und Nov. 1822),wo er jedoch, nach Carming'S Ansicht, an den Beschlüssen der großen Continentak-mächte gegen Spanien keinen Antheil nahm und den Krieg gegen Spanien drin-gend widerrieth.
Als Feldherr und Diplomat ist W. allein dem berühmten Marlborough ver-gleichbar. Obwohl weniger reich an Zdeen, minder genial in s. Entwürfen, minderglänzend im Heerlager, im EtaatSrathe und in allen Verhältnissen, als der Heldvon Blenheim , ragt er dennoch in seiner welthistorischen Laufbahn über den vonSwift verleumdeten, von Chestcrsield und von Coxe gerechtfertigten Marlborough hervor an Umfang und Reichthum äußerer Hülfsmittel, an Macht und Einfluß derStellung, an Größe der Erfolge, an Ausbreitung des Ruhms, an Beständigkeitund Dauer derMonarchengunst, an Glanz in den Augen der Zeitgenossen. Marl-borough s Name hat seine vielen Feinde überlebt, W.'s Name kommt zugleich mitdem seines großen Feindes, seines schärfsten BeurtheilerS, mit Napoleon , auf dieNachwelt. Marlborough mußte von dem Schauplätze seiner Thaten abtreten, ohnedie letzte Hand an sein Werk legen zu dürfen; der glückliche W. hat ausgeführt undvollendet, was von Andern begonnen war; er ist, ehe er im Zan. 1828 selbst derverantwortliche Leiter und Ordner der öffentlichen Verhältnisse wurde, im Ratheder Minister geblieben als Zeuge, Theilnehmer und Rathgeber; er behieltdasOhrder Könige, und es geschah seit 1815 nichts Allgemeines und Entscheidendes inEuropa, wobei er nicht gehört wurde. Zu Verona erklärte er Englands Neutra-lität in der spanischen Sache; in Paris suchte er persönlich ani Schlüsse 1822 denAusbruch des Krieges mit Spanien durch friedliche Vermittelung zu verhindern;als diese von den, franz. Cabinette (26. Dec.) abgelehnt ward, empfahl er von Lon-don aus den spanischen CorteS, an die er seinen Vertrauten, den Lord Fitz-RoySommerset, mit einer Denkschrift(Lond., 6.Zan. 1823) schickte, nachzugeben unddie Constitution abzuändern; allein der hartnäckige Sinn des spanischen Stolzesverwarf W.'s Rath. Einige Monate nachher wurden in London die Antwort-schreiben des östreichischen, preußischen und russischen Hofes bekanntgemacht, inwelchen sie auf die von dem Herzoge v. W. ihnen zugestellte Denkschrift wegen des