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Zwölfter Band. W bis Z.
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Welt

Weltalter

Entdeckungsreise ist noch vorhanden. — Die berühmte Philippine W., Bar-rholvmaus W.'s Nichte, Tochter seines Bruders Franz, hatte von ihrer klugenMutter eine treffliche Erziehung erhalten und war von außerordentlicher Schön-heit. Ferdinand, Sohn des nachmaligen Kaisers Ferdinand I. , sah sie (1547)bei Gelegenheit eines Reichstages zu Augsburg und Verliebte sich in sie. Stand-haft widersetzte sie sich allen Anträgen des feurigen, erst 19jährigen Erzherzogs undweigerte sich, irgend eine andre Verbindung als durch die Ehe mit ihm einzugehen.Diese wurde denn auch (1550), ohn« Vorwissen des Vaters und des Lheims(Karls V.) geschloffen. Der Vater wurde, sobald er die Nachricht davon erfuhr,äußerst erzürnt, und der Sohn durfte lange Zeit hindurch nicht vor ihm erscheinen.Auch im Auslande machte diese Mißheirath großes Aufsehen. Das liebende Paargenoß indeß das größte häusliche Glück, und Philippine bezauberke durch ihrenVerstand und ihre Herzensgüte Alle, die sie näher kennen lernten. Erst nach einemZeitraume von 8 Jahren ließ sich der Vater versöhnen. Philippine selbst überreichteihm, Verkleidet, eine Bittschrift, und ihr Benehmen dabei, sowie ihre Schönheit,entwaffneten den erzürnten Ferdinand. Er verzieh dem Sohne und erklärte dessenKinder für legitim, doch wurden sie nur Markgrafen von Burgau, nicht Erzher-zoge von Östreich, genannt. Diese glückliche Ehe dauerte 30 Jahre. Philippinestarb zu Innsbruck 1580. Der Erzherzog ehrte das Andenken seiner Gemahlin u. A.durch eine Münze mit ihrem Bildnisse und der Umschrift: „Div.iv l'l,i>ippiu.-,o".Von ihren beiden Wöhnen wurde der älteste, Andreas, Cardinal, der zweite, Karl,zeichnete sich in Spanien und Ungarn im Kriege aus, und starb 1K18, ohne Er-ben zu hinterlassen. Im Schlosse zu Schönbrunn wird noch das Bildniß der schö-nen Philippine gezeigt. — In der Folge wurden Zweige der Familie Weiser nachUlm, Regensburg und Nürnberg verpflanzt; an allen diesen Drten zeichneten siesich durch Wohlthätigkeit aus. — Marx (MarcuS) W., Stadtpfleger zu Augs-burg , geb. 1558, galt zu seiner Zeit für einen Polyhistor. Er war ein SchülerVon Ant. Muret, ein großer Freund und Beförderer der Gelehrten, und stand mitGalilei in Verbindung. Die Zahl seiner Lchriften ist beträchtlich. Um die Ge-schichte überhaupt und die seiner Vaterstadt insbesondere hat er sich verdient ge-macht; auch machte er zuerst (1591) die sogen. Peutinger'sche Charte (s. Peutin-ger) bekannt.

W e l t, im gewöhnlichen Sinne: der Inbegriff alles Erschaffenen oder die«»beschränkte Gesammtheit des Inbegriffs vorhandener Dinge; der Inbegriff allerErscheinungen. Eigentlich aber ist Welk oder das Ganze de? geschaffenen Seins,die Natur und das Gebiet des Geistes umfassend, eine Vernunftikee, die nicht derbloßen Summirung der unserer Wahrnehmung gegebenen Erscheinungen gleich-gesetzt werden darf. Die Vernunft behauptet von der Welt, sie sei unendlich,eine Einheit unendlicher untergeordneter Welten, und Raum und Zeit als ihreunendlichen Formen. In einem untergeordneten Sinne wird der Geist oder derMensch der Welt entgegengesetzt. Dann bezeichnet der Ausdruck den Inbegriffallerkörperlichen Dinge oder die materielle Welt, die Körperwelt. In dieser Be-deutung nimmt der Physiker das Wort und theilt die Welt in Himmel und Erde.In den Worten Welttheil, Wcltkreis, Weltgeschichte, Weltumsegler, alte undneue Welt u. s. w., bedeutet Welt so viel wie unsere Erde oder das sie bewohnendeMenschengeschlecht, in welchen Bedeutungen das Wort Welt im gemeinen Lebenhäufig gebraucht wird.

W e l t a l t e r. Die Idee der Welkalter finden wir früh schon bei den Grie-chen ausgesprochen; sie verglichen das Leben der Menschheit mit dem des Einzel-nen, und somit mochte die früheste Zeit des Menschengeschlechts leicht, wie dieKindheit, als die schönste, heiterste erscheinen. Hesiod nennt 5 Weltalter, dasgoldene (Saturnische), unter der Regierung des Kronos ; dassilberne, üppig und