Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Weltaugr Weltgebaude

gottlos; das eherne, kriegerisch, wild und gewaltsam; das heroische, ein Auf-schwung zum Bessern; das eiserne, wo (Gerechtigkeit, heilige Sitte und Treue vonder Lide entwichen, die Zeit, in der der Dichter selbst zu leben glaubte. Ovid hältin s. Metamorphosen die Vorstellungsart des Hesiod fest, läßt aber das heroischeZeitalter weg und beschränkt die Zeit bis zur Deukalionischen Flut. Diese Idee,zuerst vielleicht als Vergleich nur in der Poesie gebraucht, ward auch in die Philo-sophie eingeführt und wissenschaftlich ausgebildet. Man sah diese Weltalter alsdie Theile des großen Weltjahres an, das vollendet fein sollte, wenn einst die Ge-stirne und Planeten wieder denselben Stand am Himmel einnehmen würden,worauf dann der vorige Wechsel der Schicksale wiederkehren müßte. Die Mytho-logie ward hier mit der Astronomie in die engste Verbindung'gebracht: man ließdas erste oder goldene Weltalter von Saturn, das zweite von Jupiter , das drittevon Neptun, und das letzte von Pluto , nach A. von Apollo regiert werden. DieZeitangabe für den Ablauf des großen Wein oder Himmelsjahres ward von Einigenauf 3000 Sonnenjahre berechnet, nach A. auf "11 (die geheimnisvolle Zahl), nachCicero auf 12,9S4, nach Heraklu auf 18,000, nach Orpheus auf 12,100,000jäh-rige Monate. Die sibylliniscben Bücher theilten es m 10 secularische Monate oder4 Jahreszeiten, wovon der Frühling das goldene, der Sommer das silberne, derHerbst das eherne, in welchem die Deukalionische Flut ouSgebrochen war, und derWinter das eiserne in sich begriff, und wonach der Cyklus wieder mit dem Früh-linge oder mit dem goldenen Zeitalter von Neuem beginnen sollte. Die Idee derWeltalker ist so aus der Natur aufgegriffen, daß sie in die religiösen Überzeugungenfast aller Völker verflochten ist, wie wir sie denn in dem tausendjährigen Reiche derApokalypse und in den Augs der Indier wiederfinden.

Weltauge, s. Opal .

Weltaxe nennt nian eine gerade Linie, die man sich zwischen den beidenäußersten scheinbar stillstehenden Punkten, dem Nord- und Südpole, durch dasganze Weltgebäude denkt, und um welche diese sich zu bewegen scheint. Insofernman sich nun diese auch mitten durch die Erde von einem Erdpole zum anderndurchgehend denkt, wird sie die Erdaxe genannt.

Weltbürger (griech.: Kosmopolit) ist eigentlich jeder Mensch, sobalder geboren worden, als ein Bewohner oder Bürger der Welt, d. h. des Erdbodens,betrachtet. Aber die Verhältnisse, unter denen er geboren wird, machen ihn zumGlied einer besondern Nation, zum Bürger eines besondern Staats. Jeder Staat,jedes Volk hat auch sein besonderes Interesse, und die Begierde, dieses ausschließ-lich zu befördern, wird dem allgemeinen Wohl nachtheilig. Wer nicht bloß aus-schließend den besondern Vortheil seines Volks, sondern den allgemeinen derMensch-heir beachtet und zu befördern sucht, verdient den Namen eines Kosmopoliten.(S. auch Nation, Menschenbildung, Nationalbildung.) Mit Rechthat man von den Geschichtschreibern verlangt, daß sie sich als Kosmopoliten be-trachten und vergessen sollten, daß sie irgend einem Volke angehören. Ihre Er-zählungen würden dann ohne Parteilichkeit sein.

Weltgebüude, Weltall , Universum ist der Inbegriff allerWeltkörper, d. h. aller Fixsterne, Planeten, Nebenplancten und Kometen, in ihrerVerbindung und Ordnung als ein Ganzes betrachtet, daher Me ltsysiem (s. d.).Wir wissen von dem Weltgebäude wenig durch die Anschauung, da unser Blick fürdie Unermeßlichkeit desselben viel zu beschränkt ist; aber Ahnung und Vermuthunggeben uns auch Ausschlüsse über Das, was unsere -Linne nicht erreichen. Durch An-schauung lernten wir zuerst unsern Erdball, dann die mit demselben um die Sonnekreisenden Planeten und so unser Sonnensystem näher kennen. Von diesem, wel-ches einen, wenn auch »och so geringen Theil des Weltgebäudes ausmacht, schlie-ßen wir, weil die Übereinstimmung des Theils mit dem Ganzen zu vermuthen ist,