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Zwölfter Band. W bis Z.
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240 Westindien

Auch bewahrt die spanische Sprache, obgleich die Westgvthen nach der EroberungPer pyrenäischen Halbinsel die Sprache der besiegten Römer annahmen, in ein>gs"Wörtern noch Überreste der gothischen. Vgl. Ioh. Aschbach'ü „Geschichte der Wesirgothen" (Franks. 1827). .

W e st i n d i e n. In den schönen Gewässern des atlantischen Meeres, umEingänge des Golfs von Mexico , der Hondurasbai und des CaraibcnmeereS, lEdie reiche Inselwelt, welche Colombo Westindien nannte. Sie bildet einen v"-geheuern Bogen, der von Florida aus im Norden (28° Br.) anhebt und sich ""Süden mit der Insel Trinidad (11° Br.) am festen Lande des spanischen Guia"§endigt. Sämnitliche Inseln — die 700 Bahama-Eilande, die 4 großen Antil»"und die 70 kleinen Antillen oder Caraiben mit den 00 Iungferninscln —

Theil nackte Felsen, erscheinen dem Beobachter als die Trümmer einer große?Landstäche, welche der mächtige Umschwung der Erdkugel unter dem Äquator in sif-nein Flukenwirbel verschlang. Dagegen vergrößern sich viele Antillen (vgl.durch das seit Jahrtausenden fortarbeitende Seegewürm der Polypen, Tubularu"und andrer Erbauer der Madreporen, Milleporen und sonstigen Korallen, welchedie Meeresbecken gleichsam austapezieren. Besteht doch eine große AnzahlInseln fast gänzlich aus kalkigen Wurmwohnungen. Indeß tragen mehre auchdie Spur vulkanischer Bildung an sich. — Alle diese Inseln, mit Ausnahme dssBermuden und Lucaien, liegen in der heißen Zone; allein die Seewinde kühlen d>sLuft. Vom April bis zum Nov. herrscht die ungesunde, nasse Jahreszeit oder dekantillische Winter; in den übrigen Monaten ist die Luft heiter. Doch auch ^Mai hat trocknes Wetter; dann zeigt sich die ganze Herrlichkeit des tropisch^Sommers. Die Savannen (Wiesen) schmückt ein sammetartigeS Grün. Unbe-schreiblich schön sind alsdann die Nächte. Der Mond leuchtet weit stärker als beuns; die Venus strahlt wie ein zweiter Mond, und große Scharen Feuerfliegs"erhellen die Wälder. Im Aug. wird die Hitze drückend; hieraus entladet sich ^elektrische Luft in furchtbaren Gewittern, und der! Dunstkreis in Monate dauertden Regen. Erdbeben und Orkane verändern die Gestalt des Bodens. Äußerst'-deutlich ist die erzeugende Kraft dieser Länder. Doch waren vor Colombo h"^kaum 8 Arten vierfüßiger Thiere einheimisch, worunter das Moschusschwein unsder Raten; die eigentlichen Hausthiere wurden aus Europa eingeführt. Dagrgr"belebt in der reichsten Abwechselung das schönste Gefieder die Waldungen, von dc>"großen Arras bis zu dem Sperlingspapagei. Die Mittelstufe zwischen den» Dog "und dem Schmetterlinge nehmen die von vielfarbigem Golde glühenden Colibris ei»-Der prächtige Flamingo bewohnt die Gestade; Fregatten und Albatrosse und andsTropikvögel kreuzen über dem Meere. Schöngespiegelte Enten durchplütscher»^Gewässer. In den Wäldern spielen bunte Schlangen (meist unschädlich) undsthö"sfarbige Eidechsen. Nur der Alligator schreckt zuweilen den Wanderer. Inerschöpflicher Fülle prangt das Pflanzenreich; und der mit dem Klima selbst ,cherndr Europäer hat hier die Erzeugnisse des Orients mit denen des Occidentsvereinigen gewußt. Aber nicht bloß Pflanzen und Thiere hat ftin Speculatio"-sgeist auS der alten Welt nach Westindien hinübergeführt, auch Menschen.dem er den Europäer und den Amerikaner mit dem Neger vermischte, pfropf^Stämme aufStäinme und bildete dadurch neue Menschenracen. — Nach den M'sitzern unterscheiden wir: I. Das spanische Westindien: -i) Cuba (s. d.),der Havana (s. d.), einem der ersten Stapelplätze für beide Welten und deiwW>'telpunkte des spanisch-amerikanischen Handels, der Sitz des span. GeneralcapitaM

(unter welchem bis 1819 auch Florida stand). I,) Porto-Rico (s. d.), i"Größe die I.Antille und die östlichste. Der Anbau ist vernachlässigt. Der Haup ^reichthum der Colonisten besteht in Caffee ».Hornvieh. Auch sind Zucker, Bau" ^wolle, Reis, Mais, Taback, Ingwer, Cassia, Mastix, Cocos, Platanen, Gold, Es'ber, Blei, Salz u. a. Erzeugnisse zu bemerken. Hier gab es ehemals ganze 2va'