250 Wetterau Wetterscheide
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Trockenheit, Feuchtigkeit w. Zr wird vom herrschenden Winde bestimmt. West-wind begünstigt in Deutschland Wolkenbildung und Landregen, Südwind Wärmemit Gewitter, Ostwind trockenes, Helles Wetter, Nordwestwind Strichregen mitabwechselnden Sonnenblicken, Nordwind aber Regen. Jeder dieser Winde wirkt aufseine Weiseaufdas Barometer, welches deshalb auch Wetterglas benannt ist.
Wetterau ist der Name eines ebenen, zum Theil von Bergen begrenzten,sehr fruchtbaren Landstrichs, der größtenteils in dem jetzigen Großherzogthum Hes-sen (-Darmstadt) liegt, von dem kleinen Flusse Wetter, der bei Laubach entspringtund bei Assenheun in die Nidda fällt, den Namen hat, und sich in seiner größtenLänge 11 Stunden weit von Höchst am Main bis Nidda , und in seiner größtenBreite von Oberroßbach bis Budingen 8 Stunden weit erstreckt. Sie enthält 15s^M., und ihr Haupterzeugniß ist Getreide, wovon sie einen großen Theil an diebenachbarten Gegenden ablassen kann. Auch wird starker Obstbau getrieben. Aufdem sonstigen Reichstage waren die Reichsgrafen und Herren in I Collegien getheilt,wovon eins das wetterauische hieß.
Wetterleuchten, eine feurige Lufterscheinung, welche man vorzüglichinder wärmern Jahreszeit desAbends oder bei Nacht, nicht bloß am bewölkten, son-dern auch öfters beiganz klaremHimmel plötzlich als einen hellen, aber bald wiederverschwindenden Schein erblickt. Gewöhnlich pflegt man alsdann zu sagen, das-Wetter kühle sich. Es hat mit dem Vt. Elmsfeuer oder den Wetterlichtern einerleiUrsprung, d. h. es brechen aus einer mit Elektricität überladenen Luft oder aus sol-chen Wolken die elektrischen Funken hervor. Da aber au dergleichen Stellen, oderin so beschaffenen Wolke», die elektrische Materie höchst wahrscheinlich nicht in sogroßer und dichter Menge vorhanden ist, wie zu einem Blitze erfodert wird, so wirddas Wetterleuchten auch niemals von einem Donner begleitet. Man nimmt an,daß das Berührtwerden eines mit Elektricität überladenen Lufttheils oder einer sol-chen Wolkenniasse von den im Luftkreise befindlichen unelektrischen Dünsten oderaufsteigenden Gasarken diese Erscheinung hervorbringe, ungefähr auf dieselbe Art,wie wenn man im Finstern mit der Hand oder mit einem Stückchen Hol; über eineMenge zerschlagener feiner Zuckerstückchen herfährt, oder sie durch Umrühren aneinander reibt. Dabei bricht überall an den berührten Zuckerstückchen ein leuchte»,der Schein hervor. Au diesemWctterleuchteu in der Nähe und am heitern HimmelMuß auch noch der Widerschein oder das Leuchten der Blitze von entfernten Gewit-tern am tiefen Horizonte gerechnet werden. Nachdem die starken Blitze und Donnervorüber, die Wetterwolken aber schon vielleicht 5 —und MehrMeilen weit weg-gezogen sind, sieht man oft noch fortwährend an dem Wolkenrande jener entferntenDunstmassen bald kleinere, bald größere, in den verschiedene» Breiten und Längensich ausdehnende Lichtscheine hcrvorzittern und aufstrahlen, auf die aber kein Knalloder Donner gehöre wird.
W e r t e r l i ch t c r, auch St. -Elmsfeuer, nennt man eine gewissemerkwürdige Erscheinung an hohen in die Luft ragenden Körpern, vorzüglich an denSpitzen der Mastbäume, an welchen man bei einer Gewitterluft zuweilen rauschendeFlammen wahrnimmt, welche, ohne jedoch Schaden zu thun, eine Zeit lang fort-dauern; sie erscheinen gemeiniglich bei starkem Winde, und werden doch von diesemnicht bewegt. Die neuern Lehrer in der Physik nehmen diese Wetterlichter als Zei-chen der in Spitzen und Ecken eindringenden Elektricität an; und man hat selbst anmenschlichen und thierischen Körpern dergleichen Erscheinungen wahrgenommen.
Wetterscheide (Wetterscheidung) wird in der Sprache des gewdhnli.chen Lebens die Dunstkreisstclle in einer gewissen Gegend genannt, wohin sorvol Ge-witter als Strichregenwolken zu ziehen, oder wo sie sich zu zertheilen pflege n. Wennman genau darausAcht gibt, so wird man bemerken, daß der Zug einzelner Wol-kenmassen, wenn diese nicht von einem vorherrschenden Winde getrieben werden,