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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wettrennen der Pferde

Dietrich'- Enkel war Friedrich der Gebissene (.ickmoran.,), und dessen Enkel Fried-rich der Streitbare, den Kaiser Sigismund (1 >23) mit demHerzvgthum Sachsenund der damit verbundenen Kurwürde belehnte. (Vgl. wachsen.)

Wettrennen der Pferde. Dieses der engl. Nation eigenthümli-che Spiel und Volksfest (das auch mehre deutsche Fürsten , namentlich die Könige v.Baiern, Würlemberg und Preußen, sowie der Großherzog v. Mecklenburg-Schwe-rin u. A. in ihren Staaten eingeführt haben > ist fast in allen engl. Grafschaften üb-lich, gewöhnlich einmal (im Herbste oder Frühlinge) im Jahre; doch finden auchaußerordentliche Rennen statt. Alle Bewohner, Reiche und Arme, nehmen andiesem Feste Theil. Zu New-Market werden jährlich, außer den kleinern, nochgroße Wettrennen gehalten, wobei alle Kenner und Liebhaber nebst einer MengeGlücksspieler sich einsinden. Für jedes Pferd, das mitläuft, wird ein gewisses Gelderlegt, je nach der Wichtigkeit des Wettkämpfer, bis 1000 Guineen und darüber.Der Betrag aller Einlagen ist der Gewinn des Siegers. So gewann Lord Epeterbei dem Wettrennen 1828 zusammen 25,000 Pf. St. Die Anordnung der Festeund die Entscheidungen gehören vor gewisse Privatbehörden (gewöhnlich Vereinevon den Eigenthümern der Pf rde), die von der Regierung unabhängig sind; dochgibt letztere (seit den Zeilen der Königin Elisabeth) noch goldene und silberne Scha-len, als außerordentliche Preise bei den großen konigl. Wettrennen, deren jährlich60 in ganz England gehalten werden. Indeß rechnet man bei der Zucht der Weti-renner mehr aufdie großen Verkaufspreise und auf das ^pringgeld (jedesmal 3 —30 Guineen und darüber) als auf jene Gewinnste; denn der schönste Renner kannüberwunden werden, ohne deßhalb seinen entschiedenen Werth zu verlieren. Dar-um sind dieWettrennen kein bloßes Glücksspiel, sondern äußerst wichtig ;»r Auf-munterung der Pferdezucht, die nur dadurch einen so hoben Grad von Vcredlunc,erhalten bar. Doch behaupten Kenner, es habe die gute Race abgenommen, weilman, nur weitausgreifenke Renner zu erziehen, mehr auf große als wohlgebauteStuten von reinem Luamme gesehen habe. Nichts geht über die Sorgfalt, mit derman die Wettläufer wagtet: auf jede Veränderuna der Witterung wird dabei Rück-sicht genommen. In ihren Ställen sind sehr oft Öfen; dasFuiter wird ihnen zuge-wogen, und wenn dieZeik desRennensherannaht, werden siepurgirt, klpsiirt n. s. w.Sie sind daher oft so weichlich, daß jedes rauhe Lüftchen sie krank macht. Das Wettrennen selbst, ein Fest, das von allen Ständen mit Leidenschaft geliebt wird, sinket aufo. abgemessenen Platze statt, wo der guadrat- oder cirkelförmige Weg durch weiß angestrichene Säulen, welche die Renner allezeit zur rechtenHand behalten müssen, be-zeichnet ist. Die Weite, welche jedes Rennpferd lausen muß, beträgt 4 engl. Meilen.Da ein Pferd gerade so viel Last tragen muß als das andre, so wird ein gewisses Gewicht für die Jockeys, welche die Pferde reiten, vorgeschrieben. Ist ein Jockey leich-ter, so belastet man ihn mit so viel Gewicht, als ihm fehlt. Sind die Jockeys nebstden Sätteln u. Zäumen oder Trensen ihrer Pferde von den geschwornen Richtern ge-wogen, so reiten sie, aufein Zeichen mit dem Waldhorn, an die Bahn, wo sie sich vore. aufgespannten Seile in eine gerade Linie stellen. Das Seil fallt, sobald geblasenwird, und das Reiten beginnt. Gewöhnlich wird obige Entfernung in 8—9 Min.zurückgelegt. Man hat Beispiele, daß e,n Pferd 3 Mal in einem Nachmittag gelau-fen ist, und jedesmal gewonnen, also über 2) deutsche Meilen in 21 Min. zurückge-legt hat. Zwischen jedem Rennen ist eine Pause von einer Stunde und länger. So-bald die Reiter amZiele anlangen, werden sie wieder gewogen, ob sie nicht etwa un-terwegs einen Theil der Gewichte weggeworfen haben. Stallknechte nehmen diePferde in Empfang, wischen sie sorgfältig ab, reiben ihnen dieFüße, besonders dieGe-lenke, mitStrohwischen, und zuletzt gießen sie ihnen span.Wein, einigen auch Franz-branntwein ein. Hierauf werden sie zugedeckt und bis zu einem andern Rennen her-umgeführt. — Die sogen. 8teexle-c>ui->os sindWettrennen, wobei ein Kivchthurm,