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den man in der Entfernung sieht, zum Ziele genommen wird; wer nach Überwin-dung aller auf dem Wege liegenden Hindernisse zuerst bei demselben ankommt, hatdie Wette gewonnen. In München wird seit 1811 am Theresienftste i», Oek. einPferderennen gehalten. In Berlin veranstaltete das erste Rennen 18-9 der,,preuß.Verein für Pferdezucht". In Neu -.Brandenburg findet es jährlich stau; auch inNeapel seit 183V. Vgl. des Grafen v. Veliheii» Lchriflen über die enal. Pferde-zucht und des Herzogs Christian August zu Schleswig-Holstein „Versuch einesBeweises, daß die Wettrennen das wesentlichste Beförderungsmittel der Pferde-zucht ic. sind" (Schleswig 1829).
Wehe! (Friedrich Gottlob), I). niest., geb. 1180 in Baußen, gest. 1819 inBamberg . Sem Vater (Tuchmacher in Bautze») konnte bei s. beschränkte» Ver-mögen den Sohn auf der S chule und Universität fast gar nicht unterstützen. Aberdie freie Dichterseele des Jünglings bedurfte wenig von Außen, genugsam in ihremInnern ausgestattet, und er verlebte s. akademischen Iakre in Leipzig und Jena beialler Beschränktheit heiter und froh. Es erinnern sich wol manche unserer Leser nochder frischen, regsamen IünglingSgestalk, die ohne Kopfbedeckung, an die sich W. s.ganzes Leben hindurch nicht gewöhnen konnte, mit bloßem Halse 1800 und 1801>n Leipzigs Promenaden den Vorübergehenden ausfiel. W. vertauschte Leipüa mitJena , und es konnte nicht fehlen, Schelling's tiefes Wort mußte den jungen Schü-ler Äskulaps Mächtig ergreifen. Er bildete hier sich rasch und gediegen aus und eig-nete sich so einen Fonds zu, der ihn in der Folge zu keiner Zeit weder nach Innennoch nach Außen fallen ließ. 1802—5 verlebte er in verschiedenen Gegenden Sach-sens, besonders in den reizenden Thälern des Thüringerwaldes, heitere Tage, ohnedurch einep bestimmten Beruf sich binden zu lassen: er schrieb mancherlei und sichertedurch den Ertrag s. äußere Lage. Damals fand auch s. Herz die geistvolle Ioh.Heuäcker, früher in dem Hammerwerke Katzhükie, später in Arnstadk wohnhaft,mit welcher erstich 1805 ehelich verband. Mit (.Gattin zog er im nämlichen Jahrezu seinem ältester Freunde, dem Pros. Schubert (in München, jetzt in Würzburg ^,der sich damals ia Dresden aushielt, und in dieser Hennalh der Kunst und der ediernWissenschaft vollendete W. nach allen Seite» hin s. schöne und gediegene Bildung.Er hielt Vorlesungen über den Homer, und sah mit reger Theilnahme die wunder-baren öffeml. Ereignisse von 1800 n. 1805 an sich vorübergehen, die er schon pro-phetisch ein Zahtvorker in s. „Magischen Spiegel, drinnen zu schauen die ZukunftDeutschlands rca, mit wahrhaft Iohanneisebem Geiste verkündigt hatte. SeinFreund Lchuberi wurde nach Nürnberg gerufen, und dieser zog ihn nach Bamberg ,wo er nach 1810die Redaction des „Fränkischen Merkurs" übernahm, der unter s.Leitung siel zu einem der bedeutendsten polik. Blätter Deutschlands erhob. Seineneue Bürgerschaft in Baiern mußte er mm vielen Kämpfen erringen, aber vielleichtwar eS eben diese' Kampf, der ihn in Kurzem in Bamberg so beliebt machte, daß ereinen Marcus, einen Hornihal u. s. w. unter s. Freunde und Beschützer zählenkonnte. Nnr späilich ernährte ihn und s. mit 5 Kindern bereicherte Familie das Zei-tungsinstitut; aber f. glückliches Talent, die entscheidende Zeit von 1813 und derfolg. I. zu eindtingenden Volksliedern zu benutzen — ein Talent, worin er mits. Freunde Freimrnd Reimar wetteiferte — machte ihn zum Manne des Volks, under fühlte sich ung mein heiter und glücklich in dem gesegneten Baniberg. 1819 starber an einer Brusentzündung, die in Nervensieber überging, und Krankheit undTod des Trefflichen erhielten durch die Bekehrungsversuche des nachmals alsWun-derthäker so bekennt gewordenen Prinzen v. Hohenlohc- (s. d.) Waldenburg-Schillingsfürst, lamakigen GeneralvicariatSrakhs in Bamberg , eine Öffentlichkeit,die den todtkrank'ir W. als einen festen, redlichen Protestant. Christen darstellte. Erstarb protestantisH und wurde auch protestantisch begraben. Seine schriftstellerischeThätigkeit beweis, rvie viel er hätte leisten können, wenn er in einer sorgenfreien,unabhängigen Laze die Bereicherung der Literatur zu seinem Zwecke gemacht hätte.