Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wezlar Whigs

—86, 4 Bde.), in welchen er sich denMarivaup zum Vorbilde genommen zu ha-ben schien, gefielen beim Lesen besser als sie bei der Vorstellung gefallen haben sollen,weil die Dialogen in denselben oft sehr rasch, kurz und zu gedrängt find. Er über-setzte auch „Robinson Crusoe " (1179); „Cook'S dritte und letzte Reise" (1788) u. a.aus dem Engl. ; die Campe'sche Bearbeitung des „Robinson" fand man jedoch an-ziehender. Seine Schrift: „ÜberSprache, WissenschaftundGeschmackderDeut-schen" (Lpz. 1781), verwickelte ihn in eine lilerarische Fehde mit den« damal. Pros.v. Plattier (s. d.) in Leipzig . Mehre Jahre nachher verfiel W. in einen Zustandgänzlicher GeisteSzerrüttung, in welchem er sich, wie öffentliche Blätter berichteten,für einen Gott hielt, über s. Bücher die Inschrift: ,,< »per-, Oei gesetzt

hatte, und, allen Besuch ablehnend, sich Nägel und Bart wachsen ließ. In die-sem traurigen Zustande lebte er 34 Jahre, von wohlthätigen Menschen unterstützt,in s. Vaterstadt, bis der Tod diesen unglücklichen Zustand endete. Ein Versuch, ihndurch Habnemann in Hamburg herstellen zu lassen, mißglückte. Von s. Nachlassesind einzelne Stücke in neuern Taschenbüchern gedruckt erschienen. 11.

Wezlar , ehemals eine freie Reichsstadt des oberrheinischen Kreises, welcheunter dem Schutze des Landgrafen v. Hessen-Darmstadt stand, der hier eine Be-satzung hielt, seit 1814 zur preuß. Prov.Niedcrrhein gehörig, liegt in einer roman-tischen, bergigen Gegend an der Lahn , über welche eine steinerne Brücke führt,und welche hier auch die Dill und Wehbach aufnimmt. Sie ist altmodisch gebaut,hat größtentheils abhängige Straßen, wegen ihrer Lage am Abhänge eines Berges,und zählt 6 Kirchen, 750 H. und 4400 E. Das merkwürdigste Gebäude ist dieansehnliche Domkirche. In dem stattlichen Archivgebäude, an welchem zur Zeitdes römischen Reichs gegen 100 I. gebaut wurde, und das die preuß. Regierungvollendete, sind 80,000 Proceßacten aufbewahrt. Das ehenialige Reichskammer-gerichtSgebäude ist eine Caserne. An Fabriken fehlt es gänzlich, und die Einw., diesonst ihren meisten Unterhalt von dem Reichskammergerichte zogen, leben von städ-tischen Gewerben, vom Feld -, Garten - und Obstbau und einer nicht unbedeuten-den Krämerei mit allen Arten von Waaren. 1693 wurde das 1806 aufgelösteReichskammergericht hierher verlegt. Der Rcichsdeputarionshauptschluß von, "5.Febr . 1803 gab die Stadt nebst ihrem kleinen Gebiete, u. d. T. einer Grafschaft,dem^damaligen ReichSerzkanzler, nachmaligen Großherzog v. Frankfurt ; 1814kam sie unter preuß. Hoheit und ist jetzt eine Kreisstadt im RegierungsbezirkeKoblenz . Sie hat ein Gymnasium.

Whaaby, s. Wahabi.

Whigs, der Name einer Oppositionspartei in England, welche die Grund-sätze, die dos Wesen der 1689 ausgebildeten britischen Staatsverfassuna bezeich-nen, gegen die Herrschsucht der Minister und gegen die Ausdehnung der Vorrechteder Krone zu behaupte» sucht. Hume bezeichnet das Wesen eines Whig so: „EinFreund der Freiheit, ohne der Monarchie zu eistsagen". Die Whigs, zu denen auchFop und Burke, Lord Chatham, Sheridan, Wbilbread, Ponsonby und viele andreausgezeichnete Staatsmänner gehört haben, find die gemäßigten Freunde des Vol-kes, und dürfen nicht verwechfilt werden mit den leidenschaftlichen Reformers, wel-che die bestehende Ordnung umstoßen wollen. Au den letzter» gehören Burdett,Hobhouse, Cobbet, Hunt u. A., die theils wirkliche Verbesserungen, z. B. einegleichmäßige Volksvertretung und eine strengere Sparsamkeit in der Finanzverwal-tung (wie die eigentlichen Whigs) verlangen, theils aber auch auf Abänderungen inder Verfassung, z. D. auf jährliche Parlament-wahlen, dringen, und dem Volkeschmeicheln, um es mit Haß gegen die Aristokratie des Reichthums und der Gewaltzu erfüllen. Ihr übertriebener WhigiSmuS wird mit dem Namen ronli clcnnocr-ic^bezeichnet. Zu den echten Whigs gehören jetzt der Herzog v. Susser (Bruder Wil-helms IVA , die Herzoge v. Bedford, Devonsbire u. A., der Marquis v. Lands-down, die Lords Grenville, Grey, Holland, Lauderdale u. s. w., die Commoners