Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Whitbread 257

wählt. Hier trat er sofort im Geiste einer männlich-freien Opposition auf die Seit«von Fop, indem er „dem blinden Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Minister"entgegenarbeiten und überall wachsam sein wollte: g»iä >0>,iiu i,5pu-

bliou". Deßhalb rieth er zur friedlichen Ausgleichung mit Spanien wegen desNutkasundes, und mit Rußland wegen Oczokow. Mit großer Bcredisamkeii unter-stützte er den Antrag wegen der Abschaffung desSklavenhandels. Aus der Geschich-te s. parlamentarischen Thätigkeit fuhr en wir Folgendes an. Er erklärte sich offenund fest gegen den Krieg mit Frankreich 1783; in der Folge trug er stets auf Unter-handlungen wegen des Friedens an, und setztest Ansichten über dos polit. Verhält-niß beider Staaten vorzüglich in einer Rede auseinander, die er 1800 gegen denStaatSsecretair Dundas (Discount Melville) hielt. Wirt ururschrockenem Muthevertheidigte er als ein echterWhig aus der alten Schule die Sache der Pa> kamenlS-reformen und das Recht der freien Meinung in dem Proceß der Staatsgefangenen,die wegen polit. Äußerungen über die Ursachen des Kriegs und die Nothwendigkeiteiner Parlamentsresorm als Auf, uhrer betrachtet wurden; doch konnte er fürPal-mer, Skirving. Muir und Gerald, die man nach Boranybai schickte, nichts aus-richten. Am meisten erregte W. die Aufmerksamkeit des Auslandes, als er 1805(8. April) Lord Melville, ter'an der Spitze des AdmiraliiätsbosS stand, wegenschlechter und eigennütziger Ver waltung dcö SchatzmeisteranrtS der Marine öffent-lich anklagte. Zwar traf dieser Vorwurf mehr die Unterbeamten ; indeß konnte Prltden Lord nicht vor einem Skacrtsproceß (Impeachment), der den 28. April 1806st Anfang nahm, schützen. Melville legte st Stelle nieder und ward aus der Liste derkönigl. Geheimenrathe gestrichen. 2b. sprach bei dieser Gelegenbeik bloß für dieSache, ohne die Person des Angeklagten anzugreifen; er ließ s. Talenten und übri-gen Verdiensten, sowie der Verwaltung des nun verstorbenen Ministers Pitt, alleGerechtigkeit widersahren. Der Proceß dauerte nur 13 Tage, und Melville wardd. 12. Zuni losgesprochen. Die neue Verwaltung unter Fox, t.m Grafen Grey(W.'S Zugendfreund und Schwager) unk Lord Grenville hatte im Allgemeinen an2b. eine kräftige Stütze; doch behauptete er auch gegen sie st Unabhängigkeit undgalt für einen unbeugsamen Mann. Offen und männlich widerlegte er die gehässi-gen Bemerkungen des Sir Francis Bin kett in Ansehung der Grundsätze des neuenMinisteriums. Es entstand hieraus zwischen Beiden ei» Briefwechsel, der ohne dieVermittelung der gegenseitigen Freunde einen Zweikampfzur Folge gehabt habenwürde. 1807 beschäftigte sich 2b. mit einer Prüfung der voi bandencn Gesetze, dieArmen betreffend. Als nach Fop'sTode dievonrhm eifrig unnrstüßkenFriedenSun-terhantlungen mit Frankreich sich zerschlugen, und nach Grenville's Abgänge ausdem Ministerium ein neues Parlament berufen wurde, erließ er den 28. April einfreimüthiges Schreiben über das Verhalten des Unterhauses an die Wahlmännervon Betsord. Aufs Neue zum Stellvertreter der Nation ernannt, arbeiteten-, umden sittlichen Zustand der Armen zu verbessern, an der Ernsübrung des schottischenParochialsystems in England; doch konnte er kein Gesetz deßhalb zu Stande bringen,sondern bloß Privotunternehmungen durch st Beispiel unterstützen. Als bald dar-auf Bonaparte Spanien überzog, sprach er mit Eifer für die Sache der Unabhän-gigkeit der spanischen Nation. Ebenso nachdrücklich tadelte er mebre Beschlüsse deswiener Congresses, vorzüglich die in Ansehung Sachsens , sodaß die Königin vonSachsen stlbst einmal bei Tafel sich dankbar äußerte, wie sehr sie die edle Theilnah-me des Herrn Whitbread an deni Schicksale ihres Gemabls zu schätzen wisse. DieAchtserklärung, welche der Eongreß gegen Napoleon erließ, als dieser von Elba inFrankreich einfiel, erklärte er für ungerecht, besonders weil sie ibm einen Meuchel-mord zu billigen schien. Ebenso tadelte er den Krieg gegen Frankreichs Beben scher1815 als unpolitisch, und mißbilligte durchaus jeden Versuch, die Bourbons mitGewalt wiedereinzusetzen oder den Franzosen eine Regierung vorzuschreiben. Hn-Coiivcrsativns'Lexicvn. Bd. XII. 17