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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wiclef

Gasthofe s. DaterS und Student in Oxford , gerieth er hier in die Gemeinschaft dcrMethodisten und wurde durch s. außerordentliche Prcdigergabe das cift laste undeinflußreichste Werkzeug dieser Sekte. Tausende drängten sich in den Kirchen,und, als diese ihm verschlossen wurden, >ni freien Felde um ihn zusammen. Erpredigte auf den Tummelplätzen des lontner Pöbels, auf Tische oder Mauerngestellt, mit einer Wirkung, die der Bezauberung glich. 'Auf Bleakheath beiLondon hatte er einst an 50,000 Zuhörer, und das Singen wurde 2 engl. Mei-len weit gehört. Er ergriff die Herzen, eben nicht, weil seine Vortrüge beson-ders kunst, und gedankenreich gewesen wären — er hielt sie alle aus dem Steg-reife —, sondern wegen der Kr^ft und Fülle seiner Bilder und der wirklich furcht-bare» Gewalt seiner -stimme. In Nordamerika erwarb er bei 7 Missionsreisenneue Anhänger, und selbst auf den Schiffen, die ihn hinüber- und herübertru-gen, wurde die Mannschaft durch seinen Feuereifer bekehrt. Besonderes Ver-dienst erwarb er sich durch die Sorge für Errichtung neuer Schulanstalten undWaisenhäuser in Schottland und England; sei» Hauptaugenmerk war aber dasnach Franke's Beispiel 17l0von ihm gegründete und durch Beiträge seiner'An-hänger erhaltene große Waisenhaus bei Lava,mäh in Georgien . Er predigte fürdiesen Zweck mit solcher Begeisterung, daß Fi ünklin, der ihn hörte und nichtsgeben wollte, weil er die Sache für unausführbar hielt, zuerst das Kupfergeld,endlich alles Silber und Gold, das er bei sich hatte, in das Becken warf. An-dre wurden ebenso gerührt. (S. Franklin's Werke.) Bei seinem Tode (1770)hinterließ er die Lorge für diese Anstalt der Gräfin Huntingion , seiner treuestenGönnerin, die ihn zu ihrem Kaplan ernannt und kräftig unterstützt hatte. Die7 Bde. s. Schriften enthalten f. Lebensgeschichte und Predigten. Über s. 1741erfolgte Trennung von WeSley und die nach ihm benannten Whitefieldia-ner vgl. Methodisten.

Wiclef oder Wicliffe (Johann), ein gelehrter, religiöser und wahr-heitliebender Theolog und einer von Lukher's Vorgängern, wurde zu'Anfange des 14.Jahrh, unweit Richmond in der engl. Grafschaft Pork geb. Er widmete sich frühden Wissenschaften und zeichnete sich auf der Universität zu Oxford , wo er sich bil-dete, durch s. angestrengten Fleiß, s. lebhaften Geist und s. Fortschritte aus. Mitbesonderin Eifer legte ersieh auf das Studium der Bibel und der Schriften dcr Kir-chenväter, und aus diesen Quellen schöpfte er wahrscheinlich in der frühern Zeit s.Lebens jene Grundsätze, die er im reifern Alter so mnthvoll aussprach. Er wurdezuerst auf die unerlaubten Mittel aufmerksam , deren sich die Geistlichen bedien-ten, um zu Ämtern zu gelangen, und trat wider sie 1356 als Schriftsteller auf,vertheidigte auch bald darauf die Rechte der Universität zu Oxford gegen die An-maßungen der Bettelmönche, die immer mehr die akademischen Stellen an sich zuziehen suchten. Je mehr er sich dadurch bei dcr Univelsität beliebt machte, destomehr suchte man ihn zu befördern; und so ei hielt er, nachdem er bereits verschie-dene Ämter bekleidet hatte, 1365 die Stelle eines Vorstehers bei dem Collegiumvon Canterburv zu Oxford . Daß ein solcher Mann den Mönchen äußerst verhaßtwar, bedarf keines Beweises, da er ihren Anmaßungen, die damals in Englandaufs höchste gestiegen waren, sich so freimüthig widersetzte. Sie bewirkten daher beidem Papste s. Absetzung. Allein nun trat W. gegen den Papst selbst auf. KönigEduard Uk. von England hatte nämlich 1365 den sogen. PeterSpsennig eingezo-gen, und dadurch den Papst einer großen Einnahme beraubt, in deren Besitz ersich zu behaupten suchte. Man hatte W. durch s. Absetzung zur Ruhe zu bringengeglaubt; allein er hielt fortwährend zu Oxford mit dem größten Beifall theologi-sche Vorlesungen, und vertheidigte nun 1367 in einer besondern Schrift die Rechtedes Königs gegen den Papst. Da indeß dieser in s. Anmaßungen fortfuhr, undbehauptete, daß ihm das Recht gehöre, die geistlichen Pfründen in England zu