Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
265
JPEG-Download
 

Widerlegung Widerstand der Mittel 265

alsbald wieder die entlassenen Kriegsvölker, nahm die früher aufgegebenen Erobe-ruugcn zurück, unk bedrohte, gefährlicher als je, die nöi dl. Gegenden des Reichs.Unvermögend, den kühnen Empörer zu bezwingen, mußte die Pforte ihm endlich(im Oct. 1188 )Begnadigung gewähren und ihm die Statthalterschaft vonWiddinmit der Paschawürde anbieten, um sich bei den Gefahren , welche die Landung derFranzosen in Agvplen dem Rüche drohte, von dem innern Feinde zu befreien.

Widerlegung isi der Beweis der Falschheit einer Behauptung und dieBeweisführung selbst. Im Grunde wird mir jedem Beweis einer Behauptung dieentgegengesetzte auch widerlegt; aber ausdrücklich heißt die Widerlegung der gegeneine fremde Behauptung gerichtete Beweis. Hier muß etwas Entgegenstehendesüberwunden werden, hier gibt es schon Voraussetzungen, die oft Doruriheile sind,und aus diesem Grunde ist es gemeiniglich schwerer, Etwas zu widerlegen, als Et-was positiv Zii erweisen. Uni eine Bebaupiung zu widerlegen, muß man sie als un-gegrüntet erweisen; dieß geschieht also, indem man ihren Grund angreift und zeigt,wie er entweder überhaupt oder als Grund zerfällt, oder indem man zeigt, daß auseinem Grunde falsch geschlossen worden ist. Ist aber kein Grund der fremden Be-hauptung angegeben, so laßt sich oft zeigen, daß sie ausgemachten Wahrheiten wi-derspricht oder in sich selbst widersprechend ist. Kann man dies nicht, so bleibt übrig,ihr eine andre Behauptung von derselben G.ikiung entgegenzusetzen, oft auch diesedurch die Macht der Autorität oder dur ch Witz zu verstärken, wobei aber nur Über-redung, nicht Überzeugung bewirkt wird.

W iderspru ch werden orr entgegengesetzte Bestimmungen oder die Ent-gegensetzung genannt. Die formale Logik aber unterscheidet den Gegensatz von demlogischen Widersprüche (u,,,tt>u,liuil,>. x-,,u-n!«nlin lochn.,) dadurch, daß dieser dasVerhältniß zweier Denkbestimmungen bezeichnet, welche sich wie reine Bejahung(Affirmation) und Verneinung desselben Objects verhalten; worauf sich das logi-sche Gestz desWidersprucheS gründet: „Denke nicht Widersprechendes", oder weildas Widersprechende eigentlich nicht gedacht, d. i. in einem Bewußtsein verbundenwei den kann: „Widersprechendes ist ungedenkbar". Sonach bestimmte der Wider-spruch nur einen Wahn, in der Einbildung verbunden zuhaben, was sich nicht ver-binden läßt; und am deutlichsten wurde dieser Wahn in die Augen fallen, deßhalbaber auch die größte Gedankenlosigkeit und Einfalt voraussetzen bei dem unmittel-baren Widersprüche, den man auch >u>nlr.>,lloli,, >>> n,ljem>> nennt, wo widerspre-chende Vorstellungen ganz nahe zusammentreten, z. B. viereckiger Eirkel. Leichterwird dieser Wahn entstehen und sich verbergen, wo die Vorstellungen und ihre Zei-chen weit auseinantertreten, und folglich mehr Umfang der VerstandeSthäiigkeltdazu gehört, zu vergleichen und sich treu zu bleiben.

W i d e r st a n d. Uni einen Körper in Bewegung zu setzen, wird eineaufihneinwirkende bewegende Kraft erfodert. Die ihm solchergestalt mitgetheilte Bewe-gung setzt der Körper, gemäß seiner Trägheit, so lange unverändert fort, bis irgendein äußerer Umstand sich der ungestörten Wirkung jener bewegenden Kraft entge-genstellt, sie iheilweise oder ganz aufhebt, und sie also einen Widerstand erfahrenläßt. Der Begriff Widerstand bedenket also in der Dynamik: Alles, was die zurVeränderung des Zustandes angewendete Kraft vermindert oder aufhebt.

Widerstand der M i r t e l. Wenn man mittelst einer Vorrichtungunter der von Luft möglichst entleerten Glocke der Luftpumpe ein Papierblättchen undeineBleikuzel fallen laßt, so erreichen beide den Teller gleich schnell, wogegen in derfreien Luft ein sehr großer Unterschied in der Schnelligkeit des Falles dieser beidenKörper bemerllich ist. Dieser Unterschied rührt von dem Widerstände her, den dieLust dem schulde» Körper entgegensetzt, und den das schwerere Blei natürlich leich-ter überwindet. Einen ähnlichen Widerstand (Äftderstand derMiktel) erfahren allefeste SO i per, wenn sie sich in flüssigen Mitteln bewegen, indem sie die der Richtung