Widmer
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WIebeking
ihrer Bewegung entgegenstehenden Theile derselben aus dem Wege treiben müssen.Weitere Untersuchungen über diesen Umstand führen auf merkwürdige Abwei-chungen, deren Gesetz seit Jahrhunderten die größten Geometer, jedoch ohne befrie-digende Erfolge, beschäftigt hat. Newton's Behauptung, daß der Widerstand ei-nes nämlichen Mittels dein Quadrate der Geschwindigkeit des darin bewegtenKörpers proportional sei, trifft nur bei einem gewissen Maße der Bewegung zu,wogegen namentlich sehr schnelle Bewegungen, z. B. abgeschossene Gefchüßkugeln,einen unerwartet großen Widerstand erfahren. (Vgl. Balli stlk.) — Im weite-sten Sinne gehört noch hierher das berühmte Problem von der Gestalt des Körpers,welcher solchergestalt bewegt, den kleinsten Widerstand erfährt (svliüum minimal-rosisünitiar). U. öl.
Widmer (Samuel), Mechaniker und Manufacturist, Oberkampf's Neffeund Nachfolger. Samuel W., geb. 1161zu Othmarsingen, Canton Aargau , lerntedas Gewerbe in der Catlunsabrik s. mütterlichen Großvaters, die gewissermaßen dieWiege der berühmten Manufactur zu Iouy war; dann erzog ihn s. Oheim Ober-kampf zu Iouy, wo W. als Arbeiter alle Handgriffe tin Stich, Druck und Färbenlernte; hierauf hörte er Physik, Chemie und Mechanik. In letzterer folgte er seinemGenie und f Erfahrung. Nach einigen Jahren übergab ihm Oberkampf die obersteLeitung der Fabrikarbeicen. W. wandte Berthollet's chemische Bleichart der Lein-wand zuerst im Großen an. Dann erfand er selbst 1192 den Druck mit gestochenenkupfernen Cylindern, machte aber der Revolution wegen erst später im Großen Ge-brauch davon. Dieser Kupferdruck fordert so schnell als 2 t geübte Arbeiter. Nun er-fand er auch eine Maschine, um die Muster in die kupfernen Cylinder zu stechen.Diese leinet in 6 Tagen soviel und so gut, als der beste Kupferstecher in 6 Monatenmacht. Noch erfand er eine andre Maschine, um Kupferplatte» Zu stechen. Hierauferfand er seit 1809 die wichtige Methode, das Wasser in den Färbekesseln durchDämpfe zu heizen. Man ahmte dies in allen großen Fabriken und auch in Bade-anstalten »ach. Dann entdeckte er eine Art Farbe: le vrrt svlnle ü'nne aeulo ap-zaiic-atim,. worauf die konigl. Gesellschaft zu London einen Preis von 2000 Pf.(50.000 Fr.) gesetzt hatte. Bis dahin hatte man das vert ->o!nle nur durch zwei-maliges Auftragen, entweder von Indigoblau aufGelb, oder von Gelb anfIndigo-blau erhalten. Den Engländern theilte W. diese wichtige Erfindung nicht mit, da-her erhielt er nicht den dort ausgesetzten Preis. Er reiste damals nach England, woihn der berührn v Sir Joseph Banks mit Lichtung aufnahm. W. lernte daselbst dieMaschine zum Öffnen der Baumwolle kennen und führte sie in Frankreich in seinerberühmten Spinnerei zu Essonne ein. Außerdem erwarb er sich noch durch viele tech-nische Verbesserungen ein großes Verdienst um das franz. Gewerbwesen und galtfür den ersten Manufacturisten in Frankreich . Seine letzte Erfindung war eineMaschine zum Weißbleichen der Leinwand, die man, weil das Wasser durch einenKreislauf siedend in die Bleichwanne ein- und ausströmt, livstrnovcleplnore nennt.Ludwig AVlll. ertheilte dem verdienstvollen Manne das Kreuz der Ehrenlegion.Noch in einem Alter von 51 I. widmete sich W. seinen Arbeiten mit Eifer; diesstumpfte s. Kräfte ab. Er versank in Melancholie und starb 1821. W. war zu-gleich ein guter Bürger, großmüthig und theilnehmend gegen Unglückliche, auchgegen seine Landsleute, die Schweizer . 20.
Wlebeking (Karl Friedrich v.), k. hämischer Geh.-Nath, als Gelehrter,Wass.-rbaumeister und Topograph rühmlichst bekannt, geb. d. 25. Juli 1162 zuWollin in Pommern , widmete sich. nach vollendeten Studien, den topographischenA ifnahmen. Er war 11 I.alt. als ihm die Aufnahme der Charte des HerzogthumsMecklenburg-Strelitz anvertraut wurde. Sodann nahm er, in Auftrag des preuß.Ministeriums, einen Theil von Pommern und den Netzedistrict auf. 1181 nachBerlin zurückgekehrt, luden ihn die Herzoge v. Weimar und Gotha , die ihre Län-