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wurde unter besondern Begünstigungen vom Kaiser Friedrich I. zum ersten Herzogvon Ober- und Niederöstreich erhoben. Unter dem Herzog Leopold VII. erhieltWien eine Art von Stapelgerechtigkeit und eine zweckmäßigere Einrichtung derobersten Stadtbehörde, wodurch Handel, Erwerbsamkeit und Ordnung sich fühl-bar hoben. Das Glück jener Zeit verkündigen mehre alte, sagenhafte Nachrichten.Wien, unter 31° 2' 30" der L. und 48° 12' 36" der Br., am südl. Ufer der Donau gelegen, mußte indessen besonders seit der Zeit gewinnen, als es die beständige Re-sidenz der deutschen Kaiser wurde, und daher kommt es wol auch, daß diese Stadt,an sich nicht groß, einen so bedeutenden Raum durch ihre vielen (34) Vorstädte ein-nimmt, die seit 1103 bereits durch die sogenannte Linie, d. h. eine Mauer und einenGraben, eingeschlossen, jetzt mit der Stadt um so mehr ein Ganzes bilde», dadie ansehnlichen Festungswerke, welche bis 1809 Stadt und Vorstädte selbst trenn-te», seit diesem Jahre gänzlich vertilgt und in angenehme Spaziergänge umgeiwandelt worden sind. Die eigentliche Stadt läßt sich als den Kern, den Mittel-punkt ansehen, um welchen jene vielen Vorstädte ringsherum sich nach und nachangeschlossen haben, so zwar, daß sie jn dem äußersten Umfange eine Linie vonniehr als 3 deutschen Meile» betragen— was also Wien zu einer der größtenStädte Europas und zur größten in Deutschland erbebt —, auf welcher Flächenicht weniger als 1162 Gebäude, mit Ausschluß der Kirchen, stehen, wovon 1211auf die Stadt selbst kommen. Die Ableitung des Nomens (Wien ) steht kritischnoch nicht fest z selbst in der Geschichte der Lttadt Wien von dem Freib. v. Hör-mayr ist für die Sichtung der unstatthaften Nachrichten nichts Befriedigendes ge-schehen. Das Klima ist auffallend unbeständig, wozu die fast unablässigen Winde,begünstigt von den nahen Bergen, empfindlich beitragen, indem sie zugleich amBoden den raschesten Wechsel von Nässe und Trockenheit herbeiführen. Staub-wirbel sind daher, zumal in den freiern und entlegenen Gegenden, wegen der star-ken Versetzung mit Kies, die herrschende Hauptplage derStadt. Ihre südliche Lagewirkt bedeutend auf die Milde der Witterung ein. In der Nähe des Belvedei e istdie Luft am gesündesten. Die käustgen Krankheiten der Brust, insonderheit derLunge, mögen theils von der überwiegend trockenen und scharfe» Atmosphäre,theils von den unregelmäßigen Genüssen herrühren. Wien , die eigentliche Lstadt,hat 12 Thore, wovon nur 1 für den allgemeinen Verkehr bestimmt sind, darunterdas schöne neue, am 18. Oct. 1824 eröffnete Burgthor, 8 größere und 10 kleinereöffentliche Plätze und 110 große und kleine Gassen, die aber, wie in den meistenStädten alten Ursprungs, selten eine große Breite und eine gerade Richtung zeigen.Überhaupt blickt die allmälige Vergrößerung überall auf eine merkwürdige Aitdurch. Auch jene größer» 8 freien Plätze sind, den sogenannten Hof ausgenommen,mehr erweiterte Straßen und können sich mit andern in Berlin, Venedig, Paris und Petersburg keineswegs messen. Der Iosephsplatz ist der schönste, allen bessernMenschen, insonderheit allen wohlgesinnten Oestreichern ein Ort der dankbarstenErinnerung durch die Statue des hochstrebenden Kaisers, nach welchem er heißt;sie hat als Kunstwerk, von Aauner'S Hand, keinen besondern Werth; ausge,eich-»etersind dieBasreliefs der Basis. Der erste Graben und der Kohlmarkt glänzenbesonders durch lebhaften Verkehr und die reiche, geschmackvolle Ausstellung vonArtikeln des Lurus, der Mode, überhaupt aller feinern Bedürfnisse. So wenigWien überhaupt für eine schöne Stadt gelten kann, so wenig zeichnen sich auch,seltene Ausnahmen abgerechnet, die zahlreichen Paläste durch reinen Styl undedeln Geschmack aus; selbst die neueste Zeit läßt darin keinen Fortschritt spüre»,wie z. B. der Bau des polytechnischen Instituts beweist. Ungleich besser siehi cSmit dem Brückenbau aus. Die erste Stahl - und Kettenbrücke, die Karlsbrücke inWien, hat Ign. Tdl. v. Mitis beschrieben (Wien 1829, 4., m. Kpf. Fol.). Auchdas neue Thor in der Nähe der Burg verdient mehr Lob als das kürzlich vollendeteGebäude der Nationalbank. Dessenungeachtet machen die während der gegenwär-