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einem Orte 2 Säle ausbauen konnte, die zusammen eine senkrechte Höhe von 16 —17 Klafter haben. Die Gewinnung des Salzes geschieht theils mittelst des Spitz-.Hammers, theils durch Sprengen mit Schießpulver, und die gewöhnlichen Formen,in welchen die hiesigen Salzgattungen erzeugt werden, sind entweder Cylinder, odersogenannteBallwannenvon 5 — lOCtrn., oder längliche Bierecke von 110 —150Pfund, dann Stückoder Mmutiensalz, welches in halbe und ganze Tonnen zu2^—5 Ctnr. eingeschlagen wird. Die jährl. Ausbeute von diesem größten allerSalzwerke beträgt 700,000 Ctnr., und gewährt mit dem nicht weit davon entfern-ten ähnlichen Salzwerke zu Bochnia , das jährlich 200,000 Ctnr. liefert, einenreinen jährlichen Ertrag von 2 Mill. Gldn. Es ist immer ein großer Vorrath vonSalz, bisweilen von einigen 100,000 Ttnrn. vorhanden. Die Gruben zu Wie-liczka geben 3 Arten Salz. Die geringste Sorte ist mit Letten vermischt und hat ei-nen grünlichen Schein. Das beste ist das Krystallsalz, das in würfelartige For-men ausfällt. Seine Farbe ist dunkelgrau mit Gelb untermischt. Man findet auchin dem Salze bisweilen einzelne zum Theil starke Stücke schwarzen Holzes. DasSalz in den Gruben zu Bochnia ist etwas feiner und wird durchaus in Fässer ge-schlagen. Diese Salzwerke gehörten ehemals, wie Galizien selbst, zum KönigreichePolen, kamen ober 1772 an Östreich. Durch den 1809 zu Wien geschlossenenFrieden wurden die Talzwerke zu Wieliczka in ihrem ganzen Umfangt dem Kaiservon Östreich und dem Herzogthum Warschau gemeinschaftlich überlassen. BeideTheile stellten eine gleiche Anzahl von Beamten zur gemeinschaftlichen Verwaltungan und hielten auch, bloß der Polizei wegen, eine gleiche Anzahl Truppen daselbst.Nach dem pariser Frieden (1814) kamen, in Folge der Verhandlungen des wienerCongresseS, diese Salzwerke wieder ganz an Ostreich . Des sächs. Mechanikus,Bergraths I. G. Borlach, Grundrisse von den Gängen dieses Salzwerkes hat Z.E. Nilson zu Augsburg in 4 großen Blättern in Kupfer gestochen. Dieser hat auch1760 ein großesBlatt nach C.Müller's Zeichnung geliefert, welches einen anschau-lichen Begriffvon den unterirdischen Gruben gibt. Man glaubt, daß die Salzwerkezu Wieliczka mit dem längs den karpakhischen Gebirgen in einer Länge von ungefähr120 deutschen Meilen hinlaufenden unterirdischen Salzstocke, dersichzuOska-Rim-nik in der Walachei endigt, zusammenhängen. (S.Fichtel'S„Gesch. des-Steinsalzesund der Steinsalzgruben in Siebenbürgen", Nürnb. 1780.) — Die Stadt Wie-liczka ' 2 St. vonKrakau, mit 3500 E. in 340 H.) ist der Sitz einesSalinenober-bergamts und Berggerichts, unter dessen Leitung auch das Salzwerk zu Bochnia steht.
Wien , eine der ältesten deutschen Städte, ist, wie viele derselben, ausdem Standlager hervorgegangen, das die Römer, um von hier aus die Donau zubeherrschen, schon sehr früh aufschlugen, und das bereits unter August bisVespa-sian immer eine, auch wol 2 Legionen enthielt. Das 5. Jahrh, machte zwar derRömerherrschaft ein Ende, allein über das Geschick der bestehenden militairischenNiederlassung entschied nicht Waffengewalt, sondern ein Vertrag. Hauptsächlichtrug das Christenthum, das bereits mit dem Schlüsse des 5. Jahrh, längs der Donau die dortigen Völkerschaften entwildert hatte, wesentlich zu ihrem Ausblühen bei.791 siel Östreich und somit auch Wien , nach Desiegunq der Hunnen, in die Ge-walt Karls d. Gr., der nach seiner weisen Sitte daselbst eine Kirche bauen ließ.Es ist bekannt, wie er sein Gebiet auf gefährlichen Punkten durch Mark- oderGrenzgrasschaften sicherte. Diese Maßregel wirkte auch hier noch später wohlthä-tig fort. Um 984 wurde Leopold, Graf von Babenberg , Markgraf von Östreich,und als solcher Stammvater eines glorreichen Herrschergeschlechts. Heinrich II. ,zugenannt Iaiomirgott, seit lt4l Markgraf, legte den ersten Grundstein zu derhochberühmten Sl.-Stepkanskirche, baute 1160 eine Burg oder Residenz in derStadt W>en auf der Stelle, wo jetzt die Kriegskanzlei steht (anfangs hatten dieöstr. Markgrafen in Medling , nachher auf dem Kahlenberge gewohnt), vergrößertedie Kirche zu Maria-Stiegen und stiftete 1155 das Schattenkloster. Ebenderselbe