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Die Consumtion Ist, auch mit Berücksichtigung der Bevölkerung, ungewöhnlichsiark; in einem Jahre werden über 82,500 Achsen, 67,000 Kälber, 120,000Lämmer und 7 1,500 Schweine geschlachtet. Übrigens isi der R«ls, den sonst Wien hatte, daß man sehr wohlfeil und doch gut daselbst lebe, mit jedem Jahre mehr ge-sunken. — Die katholische Kirche zählt, als die herrschende, die meisten Bekennen.Die Protestanten (10,000) genießen zwar, besonders seit der Regierung des unver-geßlichen Joseph, eine allgemeine Duldung, doch stehen sie hinsichtlich einzelnerbürgerlicher Ansprüche im Nachtheile. Den Juden istungehinderteReligionSübungin einer Synagoge gestattet. — Wien treibt einen lebhaften Pafsivhandel mir rohenProducten aus fremden Ländern und einen noch viel beträchtlichern Activhandel alsMittelpunkt der ganzen Monarchie. Beide Arten des Handels fördert die Donau ,welche hier Lasten von 1500 Ttnrn. trägt, und man rechnet, daß jährlich über 7000Fahrzeuge anhalten. Der Handelsstand zerfällt in Kaufleute, welche Großhandel,und solche, dieKleinhandel treiben. Icncsollcnmindestc»geincnFondSvon50,000Gulden besitzen, falls sie um ein Privilegium nachsuchen; begreiflich läßt sich dieseBestimmung nicht immer in aller Strenge geltentmachen. Da inzwischen demEingänge der fremden Fabricate der Weg versperrt ist, so kragen die 2 Märkte desJahres zur Belebung des Handels verhälkmßmäßig wenig bei. Wien selbst hatmehre bedeutende Fabriken. Die k. k. Porzellanfabrik epistirt seit 1718 und hatzwar oft nur mit Nachtheil gearbeitet, zählt aber doch 500 Arbeiter und setzt nachRußland, Polen und der Levante bedeutend viel ab. Die Erzeugnisse lassen hinsicht-lich der schönen Form noch Manches zu wünschen übrig. Die wiener Wogen sind,nebst den musikalischen Instrumenten, besonders den Fortepianos (von Graffu. A.)in ganz Europa geschätzt. Für die wissenschaftliche Bildung der Einwohner hat diebereits der ersten Grundlage nach durch die Urkunde der Brüder Rudolfs IV. , Al-brecht und Leopold, vom 12. März 1365 gestiftete Universität, seitdem sie (1756)den Jesuiten entrissen wurde und durch van Smieten, den Leibarzt TheresienS, eineganz neue Gestalt erhielt, mannigfaltig gewirkt, am meisten für das Studium derMedicin. Zudem großen, zur Zeit dei erwähnten Reorganisation neuerbouten Uni-versitätsgebäude gehören ein vortreffliches anatomisches T heater mit einer kostbarenSammlung von Präparaten eines Ruysch, Lieberkühn u. s. w., ein Geschenk desuneigennützigen Swieten; eine Sternwarte, dieturch die Unterstützung desKaiserSniit meinen kostbaren Instrumenten ausgestattet ist; eine nicht unbedeutende Bi-bliothek miteinem, leide, sehr beschränkten, Lesezimmer, und ein bokan. Garten. DieZahl ter Studirenden ist 2000. Außer der Thierarzneischule verdient die Iosephi-niscbe medicin.-chirurg. Akademie eine ehrenvolle Erwähnung, wiewol sie nicht mehrso viel leisten soll als früher. Überhaupt vereinigen sich dieStimmen sachkundigerBeurtheiler dahin, daßWien in mediciniscberBerühmkheit, selbst rücksichtlich sei-ner praktischen Anstalten, ansängt rurückzul leiben. Die Akademie der morgenländ.Sprachen hat der Diplomatik und der Gelehrsamkeit manchen tüchtigen Mann ge-liefert. Es gibt auster 3 Gymnasien noch ein polytechn. Institut, das vorzüglich aufpraktische Kenntn sse hinarbeitet. Einige Lehrer desselben haben in der literarischenWelt einen guten Ruf. Auch ist die Ausstellung von Modellen in ökonomischer undtechnischer Beziehung beachtungswerkh. 1821 erhielt Wien eine protestantisch-theologische Lehranstalt, um den jungen Leuten, welchen die Erlaubniß versagt ist,wie sonst, auf auswärtigen llniversitäkten zu studiren, Gelegenheit zu einer vorge-schriebenen Ausbildung zu geben. Weder die innere Einrichtung noch das Lehrer-personale erlaubt an den Geist einer deutschen Universität zu denken; das Ganzehat den Werth eines politischen Surrogats. Keine Stadt hat so viele öffentlicheundPrivatbibliotheken, so viele Museen Cabinette, Galerien, Sammlungen u.s.f.als Wien . Die kaiserl. Hosbiblivthek, in einem 210 Fuß langen und 546 F. brei-ten Saale, den treffliche Deckengemälde schmücken, gegründet vom Baker dcrWis