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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wien

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800M.gibt, nebst manchen «.Stiftungen für alte verstümmelte Krieger, den Letz-ter» die Aussicht auf ein sorgenfreies Alter. Der angenehmste, größte, lebhaftesteBelustigungsort für alle Wiener ist der in s. Art einzige Pra ter, welcher beimAusgange der Leopoldstadt ansängt, von hier aus die reizendste Aussicht in die na-hen Gebirge öffnet, dann in einer Hauptallee, dem Corso der vornehmen und gebil-deten Welt, bis zu einem Arme der Donau herabgeht, und seitwärts gegen die im-mer mehr sich verdichtende Waldung einen Sammel- und Tummelplatz etwa vondem Umfang einer Stunde für das gemischte Publicum bildet. Eine Menge wohl-eingerichteierCaffeehäuser und Speifeanstalten, lärmende Turnierfpiele, bunte Cu-riositüten, Schaubuden und Tanzsäle beleben den Park. Die verschiedenen Ständeerscheinen hier neben einander in einer unqesuchten Absonderung. In den Haupt-alleen versammeln sich die glänzendsten Equipagen mit den schönsten Pferden, be-sonders strahlt in dieser Hinsicht der Hof mit seiner gediegenen Pracht hervor, demindessen einzelne Familien des hohen Adels in der äußern Erscheinung nur wenignachgeben; in beträchtlichem Abstände schließen sich an diese die reichen Banquiersan, und wag sich sonst durch Geschmack und Glücksgüker auszeichnet, bis zu der äu-ßersten Grenze bin, den Wagen der tüchtigen Fiacres. An schönen Frühlingssonn-tagen ist die Masse der Equipagen zuweilen so groß, daß die letzten noch der Ste-phanskirche gegenüber oder wol gar auf dem Graben anhalten müssen, während dievordersten eine ununterbrochene Linie über eine Stunde weit bis zum Ziele der Um-kehr bilden. Die strenge, überall gleiche Ordnung, mit welcher der Zug s. Bewe-gung fortsetzt, ist bewunderungswürdig, sowie das ganze Schauspiel auf dem Con-tinente jedes ähnliche weit überbietet. Zn den LU'itengänge» der Hauptallee spaziertoder sitzt hauptsächlich der Mittelstand und dient so der vornehmern Welt zur Folie,die übrigens mit ihm durch freundliche Blicke, gegenseitige Bedürfnisse, vielfacheVerbindungen ungezwungen zusammenfließt. Die Nahrung?- und Erfrischungs-mittel sind im Prater theurer und in der Regel schlechter als irgendwo, weshalb erimmer mehr in Abnahme gcräih, besonders seitdem die schönen Spaziergänge umdie Stadt auch dem Gaumen einen feinern Genuß darbieten. Der Angurtenliegt nicht weit seitwärts vom Prater; er wurde vom Kaiser Joseph II. (s t.)dem Publicum geöffnet, wird aber nicht so besucht, als er eS nach s, ruhigen Schön-heit und reizenden Nachbarschaft verdient. Der Garten des Fürsten Liechtenstein in der Rossau und der zugleich dem öffentlichen Vergnügen geöffnete botanischeGarten ziehen ebenfalls den Fremden an. Das Lustschloß Schönbrunn über-rascht und erfreut durch die glückliche Verbindung des Einfachen, Gefälligen undMajestätischen. Der Garten, obwol in altem Geschmacke, stinimtdamirzusammen.Unter Maria Theresia wurde der Bau nach Pacassi'S Plane von dem BaumeisterValmagini 1750 vollendet; seitdem entstanden die Gloriette , die Ruine, der Obe-liskrc. DieStandbilderstndvonZauner, Fischern.A. BerübmtsinddieMena-gerie und vorzüglich der von Franz l. gegründete botanische Garten mit dem Eap'-schenPflanzenhause. Lapenburg verdankt dem jetzigen Kaiser viel, auch istes s.Lieblingsaufenthalt. Zu der herrlichen Umgebung WienS gehören mehre angenehmeDörfer. Baden, ungefähr 4 Stunden entfernt und ein Badeort, zieht durchNähe, Bequemlichkeit und die köstliche Umgegend während des iLommers vieleWiener und auch Fremde herbei. Iok.Pezzl'S „Beschreibung von Wien " (franz.von Bermann, 5. Aufl., Wien 1829) hält fortwährend in verbesserten Aufl. untden jedesmaligen Veränderungen Schritt. Das vom Freihrn. v. Ho, mavr im Ver-ein mit mehren Gelehrten und Kunstfreunden von 1823—25 in 9Bdn. oder 27Hftn. herauSgeg. Werk: „Wien , s. Geschichte und Denkwürdigkeiten" (m. Kpfn.und genealog. Tabellen), hat dieältern Schriften über diesen Gegenstand verdrängt.Hormavr'S Verdienst liegt hauptsächlich in Zusammenstellung der Auellennacbrich-ten; doch bietet der Ansang sehr oft reine Mythologie statt unverfälschter Thatsa-