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Wiener Congreß -
die Verbindung Östreichs, Rußlands, Großbritanniens und Preußens gegen Na-poleons Rückkehr auf den stanz. Thron erneuert. (Vgl. Bonavarte und Rus-sisch-deutscher Krieg mit Frankreich im Z. 1815.) Jener Verbindung tra-ten aus dem Wiener Congresse auch Sardinien, Portugal, Hanover , Kaiern.Sachsen, Würtembcrg, die Niederlande, Dänemark, Hessen , Baden u. A. m. bei,nicht aber Spanien und Schweden . Dieser Krieg beschleunigte den Gang desCongresses und den Frieden zwischen Sachsen und Preußen . Anfangs haktenEngland und selbst Östreich in die Vereinigung des ganzen Königreichs Sachsen mit Preußen eingewilligt; allein die Note des Herzogs v. Sachsen-Koburg vom14. Oct., die Protestation des Königs von wachsen (Friedrichsfelde , d. 4.Nov.1811), der Widerspruch Frankreichsund das Gewicht der öffentlichen Stimme be-wirkten endlich, daß man jene Vereinigung aufgab, worauf der Fürst Mettcrnicham 12. Jan. 1815 die Theilung Sachsens vorschlug, welche eine besondere Ver-handlung Melternich'S, Talleyründ'S und Wellington'S mit dem nach Prcöburgeingeladenen Könige v. Sachsen zur Folge hatte, der endlich auf die Grundlage dervorgeschlagenen Theilung zu Lapenburg im Mai, unter Östreichs Vermittelung,mit Preußen und Rußland über den Frieden unterhandelte, den er zu Wien am18. Mai 1815 unterzeichnete, worauf er am 28. Mai auch auf das HcrzogthumWarschau Verzicht leistete, sodaß die neue Veriheilung der polnischen Länder, wiesie Östreich, Rußland und Preußen durch ihre Verträge zu Wien am 3. Mai1815 geordnet hatten, vollzogen werten konnte. — Nach der Entscheidung derTerritorialfrazen betraf eine andre Verhandlung des wiener Congresses die Abschaf-fung des Sklavenhandels (s. d.), und eine dritte die freie Schifffahrt auf demRheine, der Weser und der Elbe (s. d.). Obgleich nun die Feststellung dieserund andrer Gegenstände spätern Verhandlungen vorbehalten blieb, so enthielt den-noch die wiener Congreßacte, deren Originalurkunde in den Archiven des k. k.Staalsralhs zu Wien niedergelegt wurde, die Grundlage für die neue politische Ge-staltung Eurcpas, dessen Siaatensystem, nach der Erklärung der Wiederherstelle!-selbst, ein frneS sei» soll. 2" Bezug aus das politische Gleichgewicht scheint eszwar, als ob turch Polens Vereinigung mit Rußland das Übergewicht dieserMachtauf deni Connnente zu groß geworden, während Großbritannien kein Gegengewichtmehr als Seimacht beschränkt; allein es hat sich gleichwol in dem wiederhergestell-ten Staate,isisiem Europas, aus dem Tractate von Chaumont (s. d.), durchdie Form der wiener Verhandlungen, eine Aristokratie der Hauptmächte factischund diploma isch gebildet, wie sie ehemals nicht stattfand. Diese Aristokratieschreibt sich aoer selber ihre Gesetze vor, indem sie sich auf die allgemeinen Angele-genheiten beschränkt. Sie hat durch die heilige Allianz (s. d.) und durch diespätern Cong esse ihre nähere Entwickelung und Anwendung erhalten, sodaß sie jetztgewissermasser einen europäischen Senat bildet, der als vermittelnde Behörde denallgemeinen Frieden durch das Princip der Stabilität der auf dem wiener Congressegeordneten Staatenverhältnisse zu erhalten bemüht ist. — Diese Gestaltung istjetzt allgemeir inS Leben getreten, obgleich der Papst durch den Cardinal Consalvi (d. 14. Juni 1815) gegen diejenigen Artikel der Congreßacte protestiren ließ, durchwelche er Avgnon und Venaissin, sowie die deutsche Kirche ihre verlorenen Besi-tzungen nicht viedererhielt. Auch die Standesherren protestirlen gegen die Arti-kel, welche si- betrafen. Endlich hatte der ^vhanniterorden vergeblich s. Wieder-herstellung von wiener Congresse verlangt. S. Klüber's ,,Acten des wiener Con-gresseS" (8 Boe., Erlangen 1814 —19) und dessen „Übersicht der diplomat. Ver-handlungen d-s wiener Congresses" (Erlangen 1816). Flassan's (des unbeding-ten LobredneN deS wiener Congresses) clu congges cle Vieuno nveo Holn
pssul'i.-il el>i > stnii, 1815 ei les >Ii11>->k„ik5 niinoxo» etc." (3 Bde., PariS 1829) umfaß: die Zeit von 1189 —1819 als ein Ganzes. k.