Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Willamov

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(Nr. 45) hatte er die Rede, mit welcher der König 'da« Parlament nach dem(1163) zu Pari« geschlossenen Frieden eröffnete, siark angegriffen, und einen AuS-druck in derselben für eine Lüge erklärt. W. wurde deßwegen in den Tower gesetzt,mußte aber, da er sich auf die Habeascorpusacte (s. d.) berief, l'ald wieterin Freiheit gesetzt werken. Die Volkspartei triumphirte laut über diesen Sieg.Es entstanden nun im Parlamente heftige Debatten über die Preßfreiheit, undbeide Häuser faßten den Beschluß, daß die Nummer 4b des „lb'ortl, Lriinn" durchden Scharfrichter öffentlich verbrannt werden sollte. Diese« Urtheil wurde nichtohne Volksunruhen vollzogen. Im Unierhause ward hierauf ein Proceß gegen W.eingeleitet, und mit einer großen Stimmenmehrheit seine Ausstoßung aus demParlamente beschlossen. Eine Schmähschrift: „Versuch über das Weib" (L-saiv>> cvoioan", eine anstößige Paraphrase des „Ve»> täreainr"), die W. heimlichgedruckt und verbreitet halte, vergrößerte seine Schuld, und er flüchtete sich nachFrankreich. 1188 kam er nach England zurück, wurde in London von dem Pöbelmit großer Freude empfangen und von der Grafschaft Mitdkesex zum Repräsen-tanten im Parlamente gewählt. Freiwillig stellte er sich vor das königl. Gericht(kinxsbe,»:!,), und selbst in das Gefängniß, wozu ihn jenes verurrheilte, ohnedie Bewegungen des Volks, das Alles versuchte, um ihn zu befreien, zu sei-nem Vortheil zu benutzen. Seine Entlassung aus dem Gefängnisse (1110) wardie Losung zu neuen Unruhen, weil das Parlament sich weigerte, ihn als Reprä-sentanten von Middlesex anzunehmen. Er wurde indessen, den Ministern zumTrotz, zum Alderman und 1110 zum Lordmayor von London gewählt; in der Folgeerhielt er die sehr einträgliche Stelle als Schatzmeister oder Kämmerer von London .Alle diese Amter verwaltete er mit Treue und Rechtlichkeit. Er starb 1191. W.war ein Mann von Verstand und Kenntnissen, besonders der Rechte seines Vater-landes kundig, die er mit Entschlossenheit und ausharrender Siandhaftigkeit ver-theidigte und dadurch den willkürlichen Unternehmungen der Minister Schrankensetzte. Sein Charakter war nicht vorwurfsfrei; es hätte vielleicht nur von ihm ab-gehangen, ein zweiter Cakilina zu werden, aber er bemühte sich nachher (1180),einen von Andern veranlaßten Volkeaufruhr selbst mit Gefahr seines Lebens zudämpfen. Außer vielen politischen Aufsätzen und einer Sammlung seiner Parla-mentsreden hat er auch eine „Geschichte Englands von der Revolution an bis zurThronbesteigung des braunschweigischenHauses" (1168, 4.) herausgegeben.

Willamov (Johann Gottlieb ), der Dithyrambendichter, geb. den 15.Jan. 1136 zuMohrung n in Preußen, stukirte in Königsberg , und wurde 1158Professor in Thorn. Einige Jahre später gab er seme erste Sammlung von Poe-sien heraus. Der so milde, sanftmuthige Mann hatte sich in einer Gattung ver-sucht, die sonst nur die ratende Trunkenhe t beim Dienste des Bacchus ausströmte,in dem Dithyrambus. Da sie nicht mehr ihren eigenthümlichen Charakter b ibe-halten konnte, so wendete er sie auf gi oße Ereigmss an und besang z. B. dieTrennung SicilienS von Italien , Hermann u. s. w., mit d rFülle und Regello-sigkeit dithyrambischer Bilder. Doch diese F. rm der Poesie kann uns nie nauoralwerden, und so wurde auch an W.'sDiihyrantten wol das Studium des Piutarbewundert, aber seine Gesänge selbst wurden bald vergessen. 1165 folgten dieersten 2 Bücher dialogischer Fabeln, die sich durch Natürlichkeit, Anmuth undWahrheit in einer eigensinnigen Form vorthe lhaft auszeichnen. W.'s spätere Ver-hältnisse waren so un rfreulich daß der Sän er ganz vei stummie. Nachdem er inThorn als Pros. zwar arm, aber ruhig gelebt, ward er 1161, noch Büsching's Ab-gang, als Director der deutschen Schule nach Petersburg gerufen, wo er 1111seine Übers. der „Baerachomyomachie" drucken ließ. Mangel an ökonomischenEinsichten verwickelte ihn hier in die unangenehmsten Verhältnisse ; er brachte dasInstitut in Schulden und nahm 1116 seine Entlassung, wurde zwar dann als Leh-