Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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WilkeS

bliotheken undMuseen wurden ihm mit großer Bereitwilligkeit geöffnet. Der Papffbewilligte ihm am 1. April 1816 eine Unterredung von einer halben Stunde, sprachsehr verständig über die Kreuzzüge, und klagte, daß er nicht im Stande wäre, mehrfür die Vermehrung der vaticanischen Bibliothek und der römischen Kunstsammlun-gen zu wirken. Schon vor den jetzt erwähnten Reisen hakte W. im Frühling 1811Paris besucht, um für die Geschichte der Kreuzzüge die Handschriften der k. Bi-bliothek daselbst zu benutzen. 1813 ernannte ihn das franz. Institut zum Corre-spondenten Im Nov. 1815 ernannte ihn der Großherzvg von Baden zum Hof-rath, und im Der. 1815 ertheilte ihm die theolog. Foculiät zu Heidelbcrg die Würdeeines Dockers der Theologie. 1811 folgte er dem ebrenvollen Ruf als k. preuß.-Oberbibliothekar und Pros. an der Universität zu Berlin , wurde 1819 ordentl.Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften, dann Historioqroph des preuß.Siaats. Pros. an der allgemeinen Kriegsschule zu Berlin und Rath im k. preuß.-Obercensurcollegium. Aber 1824 unterbrach eine von Gicht herrührende Gemüths-krankheit seine verdienstvolle Thätigkeit. Er hielt sich zu s incr Herstellung in Sach-sen auf und kehrte dann in seine Amisverhältnisse zurück. Ein Rückfall nöthigteihn leider abermals nach Sachsen zu gehen, von wo er zur Befestigung seiner Ge-sundheit 1825 Prag und Wien besuchte. Hierauf brachte er den Winter in Dres-den zu, wo er den 4. Theil s.Geschichte der Kreuzzüge" zum Drucke vollendete.1826 unternahm er, mit Zustimmung seiner Regierung, eine wissenschaftlicheReise über Prag und Wien nach Italien. Allein in Wien erkrankte der würdigeMann aufs Neue. Dort völlig wiederhergestellt und der wissenschaftlichen Thätig-keit wiedergeschenkt, arbeitete er seit 1821 mit neugestärkter Kraft als Lehrer undOberbibkivthekar, und hat seitdem auch eine „Geschichte der königl. Bibliothek zuBerlin " (Berl. 1828) herausgegeben. Der König ehrte ihn 1821 durch Ver-leihung des rothen Adlerordens. — W. hat sich in der Wiss nlchaft vorzüglichdurch das fleißige «tudium der Schriften des verdienstvollen Silvestre de Sacy gebildet, und diesem großen Muster in seinen wissenschaftlichen Leistungen nach-gestrebt. Unter seinen Schriften, von denen die meisten die persische Sprache unddie Geschichte des Orients zum Gegenstände haben, nennen wir sein Hauptwerk:„Geschichte der Kreuzzüge nach morgenländischen und abendländischen Berichten"(Bd. 1 — 6, Lpz. 1801 — 30), seine „Geschichte der Bildung, Beraubung undVernichtung der alten Heidelbergischen Büchersammlungen, nebst Verzeichnisse deraus Rom nach Heidelberg zurückgekehrten Handschriften" (Heidelb. 1811). Dieübrigen Schriften dieses Gelehrten nennen Meusel und Saalftld (in der „Gesch.der Universität Göttingen "). 1829 machte W. in Auftrag des Ministeriums eineSeife nach Paris, London und Opford, um mit den dasigen Bibliotheken Verbin-dungen zum Gedeihen literarischer Institute einzuleiten. 20.

WilkeS (John), Parlamentsglied, dann Lordmavor und zuletzt Schatz-meister der Stadt London , ein Mann, der zu seiner Zeit auch im Auelande großesAufsehen erregte, von der Dolkspartei als Verfechter der engl. Freiheu vergouerr,von den Ministern aufs heftigste verfolgt wurde, und durch sein Beispiel auch aufdas gegenwärtige Zeitalter, das jenem ühnlche Auftritte hervorbrachte fortdauerndgewirkt hat. W., der Sohn eines reichen Branntweinbrenners zu London , war1121 geb. Der feurige, talentvolle Knabe wurde den W ssenschaflen g> widmet.Nachdem er den ersten Unterricht in seinem Vaterlande erhalten haue, ging er nachLeyden, um da die Rechte zu studiren, und machte dann eine Reise durch Holland und Deutschland . Nach s.iner Zurückkuiift wurde er 1151 von der Stadt Ailcg-bury als Repräsentant im Unterhause gewählt, zeichnete sich aber weniger durchRednertalent als vielmehr durch seine Witz ge und anziehende Schreibart aus. Ergab ein politisches Wochenblatt: ,,'I'Iie >ortii IZiilon", heraus, das gegen dieMinister gerichtet war und begierig gelesen wurde. In einem dieser Blätter