Williams
Willkür
SIS
er meist Bildnisse. Unter ihnen sind die vom Minister Florentin und dem berühm-ten Redner Bossuet besonders geschätzt. In späterer Zeit arbeitete er nach Nieder-ländern historische und ähnliche Stücke; unter ihnen sind besonders s. äl »schien,ambulant,, nach Dietrich, s. I„slr,ch>i»n paterneile, nach Terburg !0., be-kannt. Auch nach den Zeichnungen seines 1748 in Paris geborenen Sohnes,Peter Alexander, hat er viel gestochen. Seine Schüler sind Berwick, Mül-ler d. Ä. und Schmutzen. §r starb den 8. Aug. 1808.
Williams (Helena Maria), eine englische Schriftstellerin, bekannt durchihren Aufenthalt in Frankreich während der Revolution und durch eine gewisse Vor-liebe für Napoleon, geb. zu London den 27. Juni 1760, trat schon in ihrem 18. I.,wo sie in London unter dem Schutze des I). Kippis lebte, durch diesen aufgemun-tert, als Dichterin auf und zeichnete sich im Fache der Erzählung aus. Der Ertragvon 2 Bdchn. Gedichte setzte sie in den Stand, Frankreich 1788 zu besuchen, wosie seit 1791 sich fortwährend aufhielt. Unter Robespierre's Schreckensregierungward sie in den Tempel gesperrt, kam ober nach dem Sturze des Tyrannen in Frei-heit, und machte sich jetzt, von ihrem Freunde, dem bekannten II. Stono, unter-stützt, üiich als politische Schriftstellerin bekannt. Allein es war ausfallend, daß sie,eine eifrige Republikanerin, eine Lobrednerin von dem Zwangherrscher Frankreichs werden konnte, dessen Bewunderung Ossian's sie für ihn einnahm. Vorzüglichentehrte sie sich selbst durch die gefühllosen Bemerkungen und die verleumderischenZusähe, mit welchen sie die Herausgabe der Cor> espontenz Ludwigs X V I. beglei-tete („Ludwigs X VI. polit. und vertrauter Briefwechsel", mit Anmerk., 3 Bde.,1793). Indeß zog sie sich die Ungnade Napoleons durch eine Ode auf den FriedenvonAmienS zu, in der sie seiner mit keinem Worte gedacht, sondern, was ihn nochmehr erzürnte, von ihrer geliebten vaterländischen Insel gerühmt hatte, daß ihr dieMeere gehorchten. DerPolizeipräsi ct nahm sie deßhalb in Verhaft und untersuchteihre Papiere; doch ward sie, da man nichts Verdächtiges fand, nach 24 Stundenwieder in Freiheit gesetzt. S'e erzählt dies in ihrer letzten Schrift: „HistorischeNachrichten von den letzten Ereignissen in Frankreich seit der Landung Napoleons den 1. März 1815 bis zur Wiederherstellung Ludwigs XVIII., nebst einem Be-richt von deni gegenwärtigen gesellschaftlichen Zustande und der öffentlichen Mei-nung in Frankreich 1815". linker ihren frühern Schriften sind zu bemerken, einGedicht über den Sklavenhandel (1788); „Julie" (eine Novelle, 2 Bde., 1790),und niehre einzelne Gedichte und Aufsätze, vorzüglich die „Briefe", geschrieben inFrankreich im Sommer 1790 (2 Bde., 2. Aufi. 1792), und „Briefe über denpolit. Zustand von Frankreich" (4 Bde., 1796); „Reise in die Schweiz , mit ver-gleichenden Blicken auf den gegenwärt. Zustand von Paris " (2 Bde., 1798);„Briefe über den sittlichen Zustand und die öffentl. Meinung in der franz Republik"(2 Bde., 1800), und die „Reiben des Hrn. v. Humboldt in die Tropenländerder neuen Welt" (4 Bde., 1814). Ihre politischen Schriften über den Zustandin Frankreich sind auch ins Deutsche überseht. Sie starb zu Paris den 14.Dec. 1827.
Willkür, die ungebundene Wahl'— aus Wille und Kür, Wahl, zusam-mengesetzt. In der Psychologie heißt so das Wahlvermögen und der Zustand, inwelchem man zwischen Verschiedenem wählen kann, was voraussetzt, daß der Geistmehre Zwecke denken kann und nicht durch den Mechanismus des Vol stellens, wel-cher durch Übermacht des Körpers bewirkt wird, beherrscht sei. Sie ist also mehr alsS pontan eität (s. d.)> In menschl. Willkür steht, oder der Willkür überlassen istalles Das, was weder durch das Sittengesetz, noch auch durch ein bürgerliches Ge-setz untersagt ist. (S. Freiheit und Wille.)— Im besondern Sinne verstehtman darunter Stadrgesetze und Statuten, insofern sie durch freie Wahl und Stim-mung der Bürger gemacht worden sind, und in dieser Bedeutung wird Willkür dem