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Wilna
Wilson
allgemeinen Landrechte entgegengesetzt. (S. Landrecht.) Das Sprückwort:„Willkür bricht Landrecht!" heißt so viel als: die Sradtrechte haben den Vorzugvor dem Landrechte.
Wilna (Wilno), ehemals die Hauptst. des Großhenogth. Lilhauen, jetztHauptort des russ Gouvern. Wilna, am schiffbaren Flusse Wilia (Wilna). Sieliegt in einem Thale zwischen Bergen, hat ohne die weitläufigen Voistädte 1 Dieileim Umfange, 3000 H., 25,000 E., darunter 12,000 Juden und 1000 Tataren,ansehnliche Paläste u. a. Gebäude, 35 Kirchen und Klöster des kath. Ritus, zuwelchem auch die Domkirche (mit dem Grabmale des h. §afimir) gehört, und 7Kirchen andrer Religionsverwandtcn, unter denen sich auch ein mohammedanischesBethaus befindet. Es haben sich hier viele Deutsche niedergelassen. Der hiesigeHandel, der theils mit ausländischen Waaren, theils mit Versendung inländischerProducte nach Königsberg, Memel und Riga getrieben wird, ist bedeutend; we-niger sind es die Fabriken und Manufakturen. Die 1576 gestiftete und 1803 vonder russ. Regierung neu eingerichtete Universität mit einem Fonds von 142,000Silberrubeln, hat 32 Professoren, 12 Adjuncke in 4 Facultäien: der schönenWissenschaften und Künste, der physikalischen und mathematischen Wissenschaften,der Medicin , der Moral und Politik, unter welchen letzlern auch Theologie undJurisprudenzmitbegriffensind; ferner e. gut eingerichtete Sternwarte und e. botan»sehen Garten; auch ist e. botanische Ges. und eine Ges. der Wissenschaften errichtetworden. Über die akadem. Polizei in Wilna vgl. m. E. Pabel's „Rußland in derneuesten Zeit" (Dresd . 1830). Außerdem besitzt W. mehre Diltungs- und Un-terrichtsanstalten, e. kaiserl. medicinische und e. philanthropische Ges. und 5 Buch-druckereien. Das Gouvern. Wilna enthält 1084 (UM. und 1,328.000 §. Esist eine flache Ebene, bloß mit Landrücken und vielen Waldungen, Brüchen, Mo-rästen und Seen. Der im Ganzen fruchtbare Boden liefert viel Getreide, Flachsund Hanf. Die Industrie ist unbedeutend und beschränkt sich fast allein auf biege,wöhnlichen städtischen Gewerbe. Die Einw. sind Lithauer, Letten, Polen , Zu,den, Griechen, Tataren, auch Russen und Deutsche .
Wilson (Sir Robert Thomas), geb. 1777, war britischer Generalmajor,Großkreuz des östr. Maria-Theresia -, Ritter des portug. Thurm- und Schwert-,des russ St.-Georgs-und despreuß. rothen Adlerordens. Sein Vater, der berühmteMaler und Schriftsteller, Benjamin W., hatte ihm eine gute Erziehung ge-geben. 1788 trat Sir Robert W. in Kriegsdienste und zeichnete sich 1794 inFlandern aus, vorzüglich in dem Trcff n von Visiers en Couch« bei Canibrai(23. April), wo er zur Rettung des Kaisers Franz, welcher in Gefahr kam, ge-fangen zu werden, viel beitrug, und wofür ihm eine besondere Medaille und derMaria- Theresia-Orden zu Theil ward. In der Folge diente er unter Pork inHolland 1793; dann ging er als Major mit Abercrombie nach Ägypten . Überdiesen F-ldzug gab er einen merkwürdigen Bericht heraus, der den franz. Berichtdes Gen. Regnier theils widerlegte, theils ergänzte. Man erfuhr aus W.'SSchrift, daß Bonapane in Jaffa seine pestkranken Soldaten habe vergiften unddie türkischen Gefangenen niederschießen lassen. Beides wurde jedoch durch späteieZeugnisse berichtigt. — S. dessen engl. Üders. der Schrift von Regnier „Über denFeldzug 1801 in Ägypt n" (1802), und s. „llistoriual account ol tlie britisbexpeüitioi, I» rv,ll> «veilc imporianl lad« relative: lo 6encral 8uo-
napai ie" (1802, *4., 4. Alifl., 2 Bde.). Diese Schrift ist auch ins Teutscheüberseht und im Auszuge (1803) vorhanden. Napoleon ließ sie durch einen Ge-genbericht von Sebast ani widerlegen. Nachher ging W. mit Bawd nach Bra-silien , dann nahm er Theil an ker Eroberung des Cops. Im Nov. 1806 beglei-tete er den Gen. Hutchinson, der eine Sendung an den russ. Kaiser halte. Hurerwarb sich W. im Kriege mit den Franzosen die Achtung des Kaisers und fand