Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
336
JPEG-Download
 

s>36 Winter (Peter v.)

Seite aber gewannen die Compositionen dieses deutschen Meister-, der sich so schnekldie Vorzüge der ikal. Tonkunst aneignete, und mit ihnen die Vorzüge deutscher Mu-sik, .si i'aft der Harmonie und Instrumentation, in so hoh'M Grade verband, denau-ge;eichnek?n Beifall jener Nation, so^aß er mehrmals als Theatercomponistdabin berufen wurde. Seine erste in Italien geschriebene Oper: „O-ilviu-inIlti ri", wurde 1791 in Venedig aufgeführt; ihr folgten mehre Opern und Ora-torien. Llusgezeichneten Werth hat unter denselben die zlierst für Venedig 1793co>uponirte. kann auch ins Deutsche übersetzte Oper-, Imllb: „I sr^iei'i rivali"(„Die Bruder als Nebenbuhler"), welche sich durch Leichtigkeit des SiylS undgut aearbeitete Ensembles empfahl und lange auf der Bühne erhalten hat. 1795und 1796 reiste er nach Prag und Wien ; am letztern Orte schrieb er (1796) auchdie dramatische Musik, welche ihn am meisten berühmt gemach! und ihm einen derersten Plätze unter den deutschen Opercomponisten erworben hat, seine überall be-kannte und beliebte Oper: „Das unterbrochen? Opferfest". Die Neuheit undLieblichkeit s. Melodien, die treffende Charakteristik der Personen und ibrer man-nit,faltigen Situationen, das Sprechende in der Declamation und die effctuelleInilrumentirung: Alles dies sind Vorzüge, welche sich selten in ein'M dramati-schen Werke vereinigen, und die daher auch diese Oper beim ganzen Volke beliebt ge-macht haben. — Für Wien schrieb er dann (1798) den 2. Act der „Pvramidenvon Babvlon" und 1799 die Oper: „Das Labyrinth", beide als Fortsetzung der„Z.mb'rfldie". Obgleich in diesen Opern sich manches vortreffliche Musikstück be-findet, so schadet ihnen doch im Ganzen die unvermeidliche Nachahmung der „Zau-berflöte ", und sie sind mit dem Geschmack an den Zauberopern dieser Art von derBuhne verschwunden. 1809 schrieb er den „Sturm" (nach Shakspeare) fürMünchen , und 1801 für dieselbe Bühne die ernste Oper: „Maria von Monkal-ban" (nach dem Sujet der „Lanassa"), eine gediegene Musik, die Vieles enthält, wassich dem „Opferseste" gleichstellen läßt. 1802 unternahm er s. Reise nach Frank-reich und England. In Paris schrieb er in dems. I. die Opera -w, i-, „Tamerlan ",in London 1803 die Opern: „Kalypso" (aus welcher die schöne Ouvertüre allge-mein bekannt ist), „Kastor und Pollux", und 1804 die Opern: „Proserpina " und„Amre", welche er späterhin für die deutsche Bühne umgearbeitet hat. SeineOpern würd n dort mit großem Beifall aufgenommen. Außerdem schrieb er auchum diele Zeit die Opera seria „Colmol" und die iral. Oper „Ochus si in welcherman einen bestimmten Charakier vermißte. Unter seinen vielen in dieser Periodegeschriebenen gastlichen Musiken ze chmt man aus mehre Oratorien und emioeCan-raten, die er für die prokest Hofkirche, ein vortreffliches Requiem, welches er zurTodtenfeier des Kaisers Joseph II. geschrieben, und ein IN sehr edelm Sty'e compo-nirtes Ui-oierc, mehre Messen, Vespern ic. Doch steht W. im weltlichen Stylehoher. Unter s. weltlichen Cantalen lst„Timotheus oder die Macht derTöne" (nachDryi'en's „Alexand>rsfest", von I). Chr. Schreiber bearbeitet) am meisten b.kanntund geschäht; sie enthält besonders herrl che Chöre. Weniger bekannt sind „DieToaeszeuen". In dasI. 1813gehörtdieglanzendeSchlachtsymphonie milChören.Nacb dieser Zeit beeinnt eine neue Periode in dem Leben dieses TonsitzerS, wo sichseine G sangewerke zu dem ze-ther herrschend gewordenen und durch die ual. Operauch nach München v rbr- neten Geschmack Rossim's und seiner Geistesverwandtenhinm iac,', wie sich in Mehi en einzelnen Arien und einigen trefflichen Variationen,w lche er ,ür die Singstimme geschrieben, zeigt. So s.hr diese Erscheinung mißge-deuie! wei ten kann, so ist sie doch aus der jugendlichen Empfänglichkeit dieses Ve-teranen be, Tonkunst, aus seiner großen Gewandtheit in der Handhabung der mu-sikalischen Mute! und endl ch hauptsächlich aus dem Umstände zu erklären, daßGe-sanaen klodieund das eigentl cheCantabile von jeher der Gegenstand simerNeigungund semcs S.i ebene gewesen. Gleichwol hat W. auch in dieser Periode eine ernste